
Nein, hier liegt kein Schreibfehler vor: -ky, eher Pseudonym als Abkürzung für Dr. Horst Bosetzky, Berliner Soziologe und Schriftsteller, ist tatsächlich der Künstlername eines der wortreichsten Autoren des deutschen Krimis. Er schrieb seit 1971 mehr als 35 Kriminalromane und verfaßte unter diversen anderen Pseudonymen ungefähr die gleiche Anzahl von Fortsetzungs- und herkömmlichen Romane, darunter ein Wörterbuch"des wirklich Wissenswerten" über Berlin. Dazu kommen einige soziologische Schriften mit so attraktiven Titeln wie Etliche Aufzeichungen junger Beamter über ihre mitteilenswerten Erlebnisse in der Berliner Verwaltung (1983). Wenn man seine soziologischen Schriften mit einbezieht, so erhält man das Bild des Mannes, der sich hinter dem Pseudonym aus zwei Buchstaben und einem Bindestrich versteckt.
Im übrigen schreibt -ky wie er lebt, verbindet gekonnt seine lange Berliner Lebenserfahrungen mit seinen literarischen Kenntnissen, sein Faible fürs Geheimnisvolle (man trifft ihn - wie Hitchcock - hin und wieder unter seinem Pseudonym oder seinem bürgerlichen Namen in seinen Romanen an) mit seinem Talent für realistische Schilderungen. In Friedrich der Große rettet Oberkommissar Mannhardt beispielsweise erzählt -ky die Geschichte eines Kommissars, der in einem Hühnerstall eines Berliner Vorortes Unterschlupf sucht und anschließend mittels Seelenwanderung am Hof Friedrichs des Großen landet. In Kein Reihenhaus für Robin Hood führt er uns erneut ins Berliner Milieu, um uns in das Grauen des Terrorismus zu stürzen, dessen Mechanismen er mit dem Spaß des praktizierenden Soziologen auseinandernimmt. "Das große Abenteuer unseres Lebens liegt hinter uns", lässt er einen seiner reumütigen Helden sagen: "Es hatte Ausnahmeerscheinungen aus uns gemacht." -kys beißender Humor zieht sich rhythmisch durch seine Romane; ebenso unbarmherzig wie einfallsreich, verliert er jedoch niemals die politische und soziale Realität seines Landes aus dem Auge.







