
Sein detaillierter Lebenslauf würde gleich drei Wände dieser Ausstellung füllen: er schrieb ungefähr fünfzehn Kriminalromane, einige Hörspiele und Theaterstücke, mehrere Dutzend in der Presse veröffentlichte Erzählungen und Essays und eine stattliche Sammlung von Drehbüchern und Fernsehkrimis, darunter die Serie "Anwalt Abel". Der heute in Stuttgart lebende Fred Breinersdorfer, 1946 in Mannheim geboren, in Gesellschaftsrecht promoviert und Anwalt seines Zeichens, hat eine der schönsten Titelsammlungen der zeitgenössischen deutschen Kriminalliteratur vorzuweisen.
Dennoch ist es gerade kein gewöhnlicher Kriminalroman, der ihn bekannt gemacht hat. Im Hammermörder (1986) hat dieses Allround-Genie die Gattung des 'dokumentarischen Kriminalromans' erfunden: ein von einer tatsächlichen Begebenheit inspirierter Krimi, der Punkt für Punkt die dazu erschienenen Presseartikel wiederaufnimmt und minutiös die polizeiliche Untersuchung, ihre Irrwege und Fehler, auseinandernimmt; ein Bericht, der sich so spannend liest wie ein wirklicher Polizeibericht, geschrieben aber mit dem Talent und in dem gesetzten, klassischen Stil von Breinersdorfer.
Olivier Mannoni







