
Man nehme einen auf Bluttransfusionen spezialisierten Arzt und eine schöne Krankenschwester, die sich auf offener Straße küssen. Jemand schießt auf das Pärchen: die Kugel geht einwandfrei durch beide Schädel hindurch. Man füge einen Sanitäter hinzu, der aus Versehen einen Schraubenzieher ins Auge seines Kollegen bohrt. Lassen sie alles schmoren, und sie werden den Sanitäter nach einer orgiastischen Nacht mit der Tochter seines Chefs - halb von seinem Goldkettchen geköpft - wiederfinden... Der Beruf des Rettungssanitäters scheint gefährlich zu sein. Und das ist noch nicht alles: in Komm, süsser Tod, dem Roman, der in Deutschland den Erfolg von Wolf Haas begründet hat, stehen die Krankentransportunternehmen in einer Konkurrenz zueinander, die unloyal zu nennen stark untertrieben wäre.
Auf der Basis dieser verrückten Handlung hat Wolf Haas einen Stil entwickelt, der zu den atemberaubendsten des deutschen Kriminalromans zählt: Sätze, so kleingehackt wie eine seiner Figuren, die Verwendung von Synkopen und Ellipsen, die die besten Jazzschlagzeuger in den Schatten stellen würde, und eine recht seltene Treffsicherheit in der Beschreibung aller möglichen Morde und Leichname. Der Autor, der über all diese Talente verfügt, ist 1960 in Maria Alm geboren, hat Linguistik studiert und lebt seitdem vom Schreiben (Werbebranche und Romane) in Wien. Im Jahr 1996 hat er sich dem Kriminalroman zugewandt und nicht lange auf Erfolg warten müssen: Komm, süsser Tod ist 1999 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden.
Olivier Mannoni







