2009

Unserdeutsch

Theater
Freitag, 25. September 2009, 20.30 Uhr
Theater Zeebelt, De Constant Rebecqueplein 20A, Den Haag
englisch + Unserdeutsch
Eintritt: € 10,00
+31 70 3656546
info@zeebelt.nl
Es klingt wie ein Märchen: Vor langer Zeit gab es einmal eine deutsche Kolonie in der Südsee, auf Papua-Neuguinea. Und dort war auch eine fremde Sprache zu hören: Das „Unserdeutsch“ ...
Einer ebenso ungewöhnlichen Geschichte wie Sprache widmet sich das dokumentarische Südseemärchen „Unserdeutsch“, das von den Nachkommen aus der ehemals deutschen Kolonie Deutsch-Neuguinea im heutigen Papua Neuguinea erzählt. 1899 war das Gebiet als Südsee-Kolonie des Deutschen Reiches übernommen worden. Mit der Kolonialisierung kamen deutsche Einwanderer, Handwerker und Händler ins Land. Diese zeugten mit einheimischen Frauen Kinder, die zwischen der deutschen, wilhelminischen wie einheimischen Stammes-Kultur der Südsee groß wurden. Weder weiß noch schwarz gehörten diese Kinder keiner Kultur ganz an. Erzogen von deutschen Missionaren lernten sie einerseits die deutsche Sprache, Weihnachtslieder und deutsches Essen kennen, anderseits wuchsen sie aber auch mit der Götter- und Ahnenwelt ihrer Mütter auf. Entwickelt haben diese Kinder zwischen den Kulturen eine ganz eigene Sprache, die einzige deutsche Kreolsprache „Unserdeutsch“.
Viel Zeit ist seitdem vergangen, die Kolonie gibt es schon lange nicht mehr, und auch von den „Unserdeutsch-Kindern“ sind nur noch wenige am Leben. So wird auch bald die Sprache aussterben, wie ein seltener Paradiesvogel. Nichts ist für die Ewigkeit gemacht.
Der Ausgangspunkt der Aufführung liegt in der Vergangenheit, ca. 120 Jahre zurück, mitten in einer Kolonie in der Südsee, genannt „Deutsch-Neuguinea". Mit einem „Bismarckarchipel“, mit „Neumecklenburg“ und „Neu Pommern“, dem „Kaiserin Augusta Fluss“ und Städten wie die „Herbertshöhe“, „Friedrich Wilhelmshafen“ oder „Berlinhafen“. Mit Kinder aus Verbindungen von Eingeborenen und Einwanderern, die sich zwischen der traditionellen Stammes- und der wilhelminischen Gesellschaft befinden.

Diese Vorstellung ist auch am 22. und 23. September in der Rotterdamse Schouwburg zu sehen.

Nicola Unger studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Universiät Gießen und bei DasArts in Amsterdam. Seitdem sie sich in Rotterdam niedergelassen hat, unterstützt das Productiehuis Rotterdam ihre Arbeit. Ihre erste Vorstellung "Phantom Story" wurde ausgewählt für das Plateaux Festival in Frankfurt.

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