Der Bus
Stimmen zum Stück:
„Bärfuss beschreibt eine Koalition der Lebensunwilligen, deren Vehikel ein von Esoterik, Siechtum und dünkelnder Verschwörung vibrierender Todesbus ist. Hoch in den Bergen, dort, wo die Welt noch schön ist, will man dieselbe für immer hinter sich lassen. Mit seiner aus der Zeit gefallenen, wunderbar eigenen Sprachpoesie gelingt Bärfuss erneut ein Theaterwerk von beeindruckender Symbolik und Intensität, groteskem Humor, außerordentlichem Gespür für den Zeitgeist und brillant gezeichneten Figuren.“ (Verlag Hartmann und Stauffacher)
„Dem Schweizer Lukas Bärfuss ist mit seiner dramatischen Confessio „Der Bus“ ein fulminantes, in seiner Rückbesinnung auf den Sinn- und Glaubensverlust der westlichen Welt hoch brisantes Stück gelungen: Im Vergleich mit den poststrukturalistischen Texten vieler Gegenwartsautoren ganz klassisch im Bau und bescheiden im Auftritt, linear in der Struktur und bezwingend einfach in der Sprache. Und doch so reich an existenziellen Fragestellungen. Die eindeutige Antworten verweigern. Knapp umrissen entstehen satte Charaktere, jeder einzelne mit einem großen Resonanzboden für unausgesprochene Sehnsüchte und offene Fragen. Im Verlauf des Stückes steht weniger der Glaube auf dem Tableau als die Glaubwürdigkeit der Figuren – auch ihre Glaubensfähigkeit: an sich selbst, an das leben, an den Anderen.“ (Christine Dössel, Süddeutsche Zeitung, 1.02.2005)
„Es ist nicht jene große Religionsfrontlinie,…, es sind die klitzekleinen Verwerfungen der Fußgängerzone,…, die der junge Schweizer Dramatiker Lukas Bärfuss ins Zentrum seines neuen Stückes rückt. Mit zauberhafter Leichtigkeit und trickreicher Nachhaltigkeit stellt ‚Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)’ die Frage der Fragen, nämlich wie man’s mit der Religion hält. … Schmerz und Sektierertum, Angst und Vertrauen, das Gute und das Böse – die religiösen Themen wachsen hier wie selbstverständlich aus den Dialogen heraus, als Symptom, wie eine Neurose, wie eine Krankheit. Das ist eine kleine Grammatik des Spirituellen in Zeiten des Postatheismus. Über allem steht ein merkwürdiges Paradox: Wir können nicht mehr an den Glauben glauben, aber er hat uns fest im Griff. Je mehr die Dinge in den Bergen aus dem Ruder geraten, desto mehr spürt man, wie untrennbar Zivilisation und Religion sind.“ (Peter Michalzik, Frankfurter Rundschau, 1.02.2005)
Technische Daten
| Uraufführung |
29.01.2005, Thalia Theater, Hamburg |
| Regie | Stephan Kimmig |
| Personenzahl | 3 D, 4 H |
| Rechte | Hartmann und Stauffacher, Verlag für Bühne, Film, Funk und Fernsehen Bismarckstrasse 36, D-50672 Köln Tel.: 0221-485386, Fax: 0221-515402 info@hsverlag.com |
| Übersetzungen | Theaterbibliothek |


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