© Hanna Lippmann
Helgard Haug und Daniel Wetzel (beide geboren 1969), zwei Absolventen des Gießener Instituts für Angewandte Theaterwissenschaften, haben sich 2002 gemeinsam mit Stefan Kaegi unter dem Label "Rimini Protokoll" zusammengeschlossen und seither in unterschiedlichen Konstellationen mit scharfsinnigen Interventionen im öffentlichen Raum sowie mit dokumentarischen Theaterstücken auf sich aufmerksam gemacht. Ihre Performer sind fast ausnahmslos ‚Experten des Alltags', die als Ready-Made-Darsteller mit ihren eigenen Biographien in theatralische Zusammenhänge gebracht werden. Wirklichkeit wird nicht abgebildet, nicht künstlich dramatisiert, sondern auf die Bühne geholt - ein ebenso konsequenter wie bestechend einfacher Ansatz. So wurde u.a. für Theater der Welt 2002 mit 200 Bonner Bürgern eine ganze Bundestagssitzung live unter dem Titel ‚Deutschland 2' kopiert. In ‚Deadline' (Deutsches Schauspielhaus in Hamburg) traten fünf Experten der mitteleuropäischen Todesarten auf (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2004). In Brüssel entstand mit sieben Opfern des Konkurses der belgischen Fluglinie Sabena ‚Sabenation - go home and follow the news', das seither in ganz Europa gespielt wurde. Im Frühling 2005 erarbeiteten sie ‚Call Cutta', eine aus einem indischen Call Center live geführte Mobiltelefontour durch Berlin Kreuzberg. Helgard Haug und Daniel Wetzel wurden mit ‚Wallenstein - eine dokumentarische Inszenierung ' (Schillertage Mannheim / Nationaltheater Weimar) 2006 u.a. zum Berliner Theatertreffen und den Autorentheatertagen im Thalia Theater Hamburg eingeladen. Das Projekt "Karl Marx: das Kapital, Erster Band" erhielt 2007 den Preis der Mülheimer Theatertage und den Publikumspreis.(Mülheimer Theatertage 2007)
Preise/Auszeichnungen:
- 2002 Preis des Festivals Impulse für "Shooting Bourbaki"
- 2005 Jury-Preis des Festivals Politik im Freien Theater für "Mnemopark"
- 2005 Nestroy-Theaterpreis
- Nominierung Spezialpreis' für "Schwarzenbergplatz"'
- 2006 Einladung zum Berliner Theatertreffen mit "Wallenstein"
- 2007 Mülheimer Dramatikerpreis und Pubikumspreis des Mülheimer Festivals Stücke 07 für "Karl Marx: Das Kapital, Erster Band"
- 2007 Faust-Theaterpreis (Spezialpreis)
- 2008 Europäischer Theaterpreis (Kategorie Neue Realitäten im Theater) (Verleihung: April 2008, Thessaloniki)
- 2008 Hörspielpreis der Kriegsblinden für "Das Kapital"






