4.4.5 Non-verbale Kommunikation
Bei sprachmittelnden Aktivitäten geht es den Sprachverwendenden nicht darum, seine/ihre eigenen Absichten zum Ausdruck zu bringen, sondern darum, Mittler zwischen Gesprächspartnern zu sein, die einander nicht direkt verstehen können, weil sie Sprecher verschiedener Sprachen sind (was der häufigste, aber nicht der einzige Fall ist). Zu den sprachmittelnden Aktivitäten gehören Dolmetschen und Über-setzen sowie das Zusammenfassen und Paraphrasieren von Texten in der selben Sprache, wenn derjenige, für den der Text gedacht ist, den Originaltext nicht versteht, z. B.:
4.4.5.1
Zu den praktischen Handlungen, die Sprachaktivitäten begleiten (normalerweise handelt es sich dabei um Aktivitäten in der direkten mündlichen Kommunikation), gehören:
- Auf etwas zeigen, z. B. mit dem Finger, mit der Hand, durch einen Blick, ein Nicken. In diesen Handlungen werden deiktische Mittel zum Identifizieren von Objekten, Personen usw. benutzt, z. B. 'Kann ich das haben? Nein, nicht das, das';
- Etwas demonstrieren, z. B. in Verbindung mit deiktischen Mitteln und einfachen Verben im Präsens und Pro-Formen wie z. B.: 'Ich nehme das und stelle es hier hin. Mach du das auch so!";
- Klar beobachtbare Handlungen, die beim Erzählen, bei einem Kommentar, einem Befehl usw. als bekannt vorausgesetzt werden können, wie z. B.: 'Tu das nicht!' - 'Gut gemacht!' - 'Oh nein, er hat es fallen lassen!' In all diesen Fällen ist die Äußerung nicht verständlich, wenn die Handlung nicht zu sehen ist.
Die Benutzer des Referenzrahmens sollten bedenken und, soweit sinnvoll, angeben,
- über welche Fertigkeiten die Lernenden verfügen müssen, um Handlungen die passenden Wörter zuzuordnen und umgekehrt wie sie darauf vorbereitet werden sollen und was in dieser Hinsicht von ihnen erwartet wird
- in welchen Situationen Lernende dies tun können müssen, auf welche sie vorbereitet werden sollen, und welche Anforderungen an sie gestellt werden.
|
|