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Bäcker/Bäckerin
Hier
sprechen junge Menschen, die nur ihren Nickname nennen, damit
sie wirklich alles erzählen können.
Krapfen86@hotmail.com,18,
Bäckerlehrling
im zweiten Ausbildungsjahr
Frühaufsteher
"Das
Unangenehmste an meinem Beruf sind die Arbeitszeiten: Um drei
Uhr früh muss ich in der Backstube stehen, am Samstag schon
um viertel nach eins. Das heißt: spätestens um halb
drei klingelt bei mir jeden Morgen der Wecker. Da muss man sich
drüber im Klaren sein, das muss man jeden Tag verkraften
können. Das frühe Aufstehen selbst ist schon verdammt
hart, aber sobald ich aus dem Bett bin und das Haus verlasse,
bin ich fit.
Und der Vorteil: Ich habe den ganzen Nachmittag frei, denn um
halb zwölf ist Schluss."
Von
der Disko in die Backstube
"Ärgerlich
ist nur, dass die meisten Leute in meinem Freundeskreis 'normale'
Arbeitszeiten haben und erst abends nach Hause kommen. Aber
oft schlafe ich sowieso nachmittags. Blöd ist es auch,
wenn wir abends weggehen und ich schon um zehn oder halb elf
nach Hause gehen muss, während die anderen bis morgens
feiern. Direkt nach der Disko um drei Uhr in der Backstube aufzutauchen
habe ich schon probiert, aber das ist eine Katastrophe, wenn
man kaum die Augen offen halten kann."
Brot
und Brötchen
"Was
viele nicht wissen: Ein Bäcker verbringt seinen gesamten
Arbeitstag in der Backstube. Vorne stehen und die Sachen verkaufen,
das gehört nicht zu den Aufgaben des Bäckers. Dafür
gibt es die Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer.
Als Bäcker bin ich für Brot und Brötchen aller
Art und für Kuchen und kleine Gebäckstücke verantwortlich.
Torten,
Pralinen
und solche Sachen macht der Konditor, auch wieder eine eigene
Ausbildungsrichtung."
Brötchenbacken
= Maßarbeit
"Wenn
ich morgens in die Backstube komme, hat mein Chef die Öfen
schon angeworfen
und den Teig
angesetzt. Dann fangen wir an, Brötchen und Brot zu
backen. Da gibt es eine Maschine
,
die Teigstücke so portionieren kann, dass jedes Brötchen
gleich groß wird. Die kommen dann für eine halbe
Stunde in den Gärraum
und dann in den Ofen. Brötchen werden bei 220 Grad gebacken,
Brot sogar bei 250 Grad."
Giftige
Lauge
"Bei
Brezen
muss man sehr vorsichtig sein, denn die Natronlauge,
die ihnen die braune Farbe gibt, ist hochgiftig. Wenn man die
Brezen mit der Lauge überzieht, muss man Gummihandschuhe
tragen. Essen kann man sie aber dann völlig gefahrlos,
denn beim Backen verdampft die Lauge, übrig bleiben die
braune Farbe und der Geschmack."
Formeln
"Damit
in der Praxis die Semmeln
perfekt gelingen, lerne ich in der Berufsschule die Theorie.
In Mathematik lernen wir zum Beispiel, wie man die Temperatur
berechnet, die das Wasser für den Brotteig haben muss.
Die Formel lautet: 2x die gewünschte Teigtemperatur - Mehltemperatur
- 2x Kneterwärmung
= Schüttwassertemperatur."
Brot-Sortiment
"Es
ist nicht so, dass ich mir neue Kuchensorten oder ähnliches
ausdenken kann. Wir haben ein bestimmtes Sortiment an Brot,
Brötchen und Gebäck, und das wird jeden Tag hergestellt.
Ich mag am liebsten unser "AOK-Brot", ein Vollkornbrot.
Das schmeckt mir besser als die weißen
Brotsorten."
Plumper
Plunder
"Dass
in Plundergebäck
immer exakt die richtige Fettmenge reingehört, weil es
sonst plump
wird und nicht richtig aufgeht,
und dass es mit Mehl geflochten werden sollte, damit der "Ausbund",
also die Oberfläche, schön glatt wird und die einzelnen
Stränge gut erkennbar sind, das lerne ich in der Ausbildung.
Oder auch, dass Hefegebäck keine zu lange Garzeit haben
darf, weil es sonst wieder zusammenfällt."
Hitze
"Wenn
vorne im Laden was ausgeht,
dann backen wir das hinten in der Backstube nach. Wer sich kreativ
betätigen will, für den ist vielleicht die Konditorlehre
besser geeignet, da kann man dann Torten und Pralinen verzieren.
Mir gefällt aber der Beruf des Bäckers besser, das
ist was Handfesteres.
Man muss schon körperlich was aushalten können: Zum
einen schlaucht
das tägliche frühe Aufstehen, und außerdem muss
man die ganze Zeit stehen. Im Winter ist die heiße Luft
in der Backstube ja ganz schön, aber im Sommer ist es sehr
anstrengend."
Protokoll:
Lisa Zimmermann
Text
als RTF-Datei zum Herunterladen
| Job-Info |
Bäcker/Bäckerin |
| Voraussetzungen |
Gesetzlich
keine. Meist aber Hauptschulabschluss oder mittlere Reife.
Ärztliches Gesundheitszeugnis |
| Mindestalter |
Keins |
| So geht's
los |
Ausbildungsplatz
in einer Bäckerei suchen |
| So geht's
weiter |
Abwechselnd
Berufsschule und Lernen in der Bäckerei. Zwischenprüfung
vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres |
| Ziel |
Die Abschlussprüfung
bestehen |
| Fertig
nach |
Drei
Jahren |
| Wer bildet
aus |
Bäckereien
mit Ausbildungslizenz |
| Kosten |
In manchen
Betrieben müssen Bäckermütze und Schürze
selbst gekauft werden. Schürze kostet um die sechs, Mütze
um die drei Euro |
| Verdienst |
Während
der Ausbildung: Im ersten Lehrjahr ca. 380 Euro, im zweiten
ca. 440 Euro, im dritten Jahr ca. 540 Euro. Wer die Lehre
in der Bäckerindustrie macht, verdient etwas mehr. |
| Was lernt
man |
Ernährungswissenschaften.
Welche Arten der Rohstoffe es gibt (z.B. Zucker, Mehl), wie
man sie lagert und was für Eigenschaften sie haben. Herstellung
verschiedener Brot-, Brötchen - und Kuchensorten. Herstellungsarten
von Blätterteigen, Mürbeteigen, Hefeteigen und Plunderteigen,
etc. |
Mehr Infos
Kurzprofil
"Bäcker" beim Arbeitsamt
Homepage
des Deutschen Bäckerhandwerks mit Links zu den Landesverbänden
Backimpuls.de
- Großes Portal mit vielen Links und Jobbörse
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