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Toningenieur/Toningenieurin
Hier
sprechen junge Menschen, die nur ihren Nickname nennen, damit
sie wirklich alles erzählen können.
Zoe_ines@yahoo.de,
32, arbeitet in einem renommierten Tonstudio
Perfekte Pegel
"Mein Job ist das Engineering. Das bedeutet, ich bediene Kompressoren
und Effektgeräte, suche die passenden Mikrofone aus und stelle
sie richtig auf und überwache die Pegel am Mischpult.
Auf dem Band bzw. im Computer müssen optimal ausgepegelte Töne
landen, alles soll klasse
klingen. Oft muss ich auch Dinge mischen, das heißt, ich bekomme
einzelne Aufnahme-Spuren und muss sie zusammensetzen. Wenn das
Material gut ist und ich genügend Zeit habe, macht das großen
Spaß. Wichtig ist, dass man lernt, rasch
zu arbeiten und eine Vorstellung davon entwickelt, wie etwas klingen
soll. Man muss schnell die Schwachstellen und Stärken des Materials
erkennen. Das kann einem niemand erklären, das muss man hören.
Natürlich orientiere ich mich an Vorbildern und an Lieblingsplatten.
Bei manchen Aufnahmen sage ich mir, das möchte ich gerne mal so
hinbekommen. Nicht nur weil es tolle Musik ist, sondern auch weil
die Aufnahme hochwertig ist."
Technikfreak
"In
unserem Studio arbeite ich auch als technischer Betreuer aller
Geräte und Rechner.
Wenn die nicht laufen, muss ich sie reparieren oder zum Service
bringen. Das ist umfangreich und ich komme
nie hinterher. Für den Job sollte man eine gewisse Nähe zu
Computern und zu Technik mitbringen. Denn neunzig Prozent der
Aufnahmen finden heute am PC statt. Man kann nicht riskieren,
eine Session
abbrechen zu müssen, nur weil der Computer nicht geht."
Good
Vibrations
"Ich
achte immer darauf, die Leute zu unterhalten. Man kann fast sagen,
dass man die Engineering Arbeit nebenbei macht, während man mit
dem Produzenten und der Band redet. Alle sollen gute Laune haben.
Wichtig ist, dass der Sänger sich wohl fühlt und genug zu trinken
hat. Ich versuche eine Atmosphäre schaffen, in der jeder etwas
zu geben hat. Im Studio geht es um Stimmung, um gute Vibes.
Deshalb muss ein Toningenieur ein umgänglicher Mensch sein."
Music
was my first love
"Mit
vierzehn habe ich angefangen zu trommeln. Seither habe ich immer
in Bands gespielt. Ich wollte unbedingt Musiker werden. Meinen
Job im Tonstudio habe ich durch einen Quereinstieg
bekommen. Zuerst studierte ich an einer Musikhochschule Schlagzeug,
Jazz und Populärmusik. Die ersten Dinge über das Aufnehmen habe
ich im Studio eines Freundes gelernt. Danach habe ich für eine
Band vieles live gemischt. Sie boten mir an, ihre erste Platte
in einem Low-Budget-Studio
aufzunehmen. Ich hab mich intensiv mit der Technik befasst und
in acht harten Wochen wirklich viel gelernt. So ergab sich der
Kontakt zu dem Studio, bei dem ich heute arbeite. Hier fing ich
als Assistent an und arbeitete anfangs viel im Servicebereich.
Nach und nach übernahm ich das Mischen und Aufnehmen. Es ist ganz
wichtig, das Vertrauen der Leute zu gewinnen. Ein anderer Weg
in diesen Beruf bieten Hochschulen. Um sich "Toningenieur" nennen
zu dürfen, muss man ein Ingenieursstudium hinter sich haben. Doch
trotz aller Technik glaube ich: Nur Musiker können als Toningenieur
gut arbeiten.
Protokoll: daniel-boese
Text
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Mehr
Infos
Technische
Universität Berlin - Gut kommentierter Überblick
jumpforward.de - Berufsbild
Die
Ausbildung zum Tontechniker (private Homepage) - Viele Links
VDT: Verband
Deutscher Tonmeister e.V. - Nicht nur für Tonmeister, hier
finden sich alle, die mit Ton arbeiten. Kontakt: Gisela Jungen,
Organisationsbüro des VDT, Am Zaarshäuschen, 951427 Bergisch Gladbach,
Tel.: 02204 / 235 95, Fax: 02204 / 215 84
BVT - Berufsverband Ton (derzeit ruhend)
Kontakt: Kurfürstenstr. 17a, 22041 Hamburg, Tel.: 040/ 656 59
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