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"Auf
dem Platz musst du hart sein"
Philip
Christophers ist Rugby-Profi
bei den Leeds Tykes in England. Aufgewachsen ist der 23-Jährige
in Heidelberg. Als er 16 Jahre alt war, wechselte er an eine englische
Schule, machte dort sein Abitur,
studierte und startete nebenbei seine Profi-Karriere. Er hat sowohl
die deutsche als auch die englische Staatsbürgerschaft. Schon
dreimal durfte er für die englische Nationalmannschaft aufs
Feld. Fast wäre er auch mit zur Rugby-Weltmeisterschaft gefahren,
die am Freitag (den 10.10.03 - Anmerkung. der Redaktion)
in Australien begonnen hat. Leider hat das nicht geklappt.

Foto: Monika
Bender
Philip,
wie bist du eigentlich zum Rugby gekommen? In Deutschland ist
das ja eher eine Randsportart.
Mit vier Jahren stand ich hier in Heidelberg das erste Mal auf
dem Feld. Mein Vater ist ein großer Rugby-Fan, er hat früher
auch immer Videos von Spielen mit nach Hause gebracht.
Und
seitdem wolltest du Profi werden?
Den Traum hatte ich schon immer. Mit einem Freund aus Heidelberg
hatte ich aus Spaß eine Wette laufen: Wenn ich mal für
England spiele, kommt er mit einem Kasten Bier vor meine Haustür.
Und,
hat er es schon gemacht?
(lacht) Nein, bisher leider noch nicht. Ich muss ihn noch mal
erinnern.
Denn
du hast ja schon für England gespielt.
Das erste Mal am 18. Juni 2002, gegen Argentinien in Buenos Aires.
Ich habe gleich einen Versuch gemacht und gepunktet. Dann war
ich in der Anfangsaufstellung gegen Südafrika und bin im
Spiel gegen Wales eingewechselt worden.
Und
warum bist du heute nicht in Australien, wo die Rugby-WM stattfindet?
Mein alter Verein in Bristol hatte finanzielle Probleme –
und dann ging es mit uns bergab. Wir haben nicht mehr gut gespielt,
am Ende der Saison sind wir sogar abgestiegen.
Du
hast viel trainiert, oder?
In der Saisonvorbereitung trainieren wir manchmal dreimal pro
Tag. Das geht dann so: Du stehst um halb acht auf, um halb neun
beginnt das Training. Bis um zehn bist du dann zum Beispiel im
Kraftraum. Von elf bis zwölf ist Rugbytraining auf dem Platz
mit Passen,
Kicken
und strategischen Sachen. Dann ist Mittagessen.
Und
nachmittags auch noch mal?
Ja, von drei bis fünf Uhr. Wir verbringen fünf bis sechs
Stunden pro Tag auf dem Platz, machen Sprints oder Krafttraining.
Rugby ist eine der Sportarten, bei denen du am meisten können
musst: Du musst den Ball kicken und fangen können. Auf dem
Platz musst du hart sein – und stark, schnell und athletisch..
Wie
geht es jetzt weiter für dich?
Es läuft um einiges besser bei Leeds.
Wir haben zwar einige Verletzte. Unser Spiel am Sonntag haben
wir aber 41:31 gewonnen. Und wenn alle Spieler fit
sind, haben wir die Chance zu den besten sechs Mannschaften
in England zu gehören.
Trotzdem
schade, dass du nicht mit zur WM konntest, oder?
Ja, diese WM ist futsch.
Vielleicht in vier Jahren, aber das ist ja noch so weit weg. Ich
hoffe erstmal, dass ich im Sechs-Nationen-Turnier Anfang Februar
wieder im Kader der englischen Nationalmannschaft bin.
nikolaus-roettger
(bei jetzt.de veröffentlicht am 14.10.2003
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von JETZT Deutsch lernen übernommen und gekürzt
am 30.3.2005)
Text
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