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Eine Website zur Verständigung

Eine Brücke bauen zur interkulturellen Verständigung zwischen Jugendlichen, das versucht die deutsch-arabische Jugendwebsite Li-Lak, die gestern (23.01.2006 - Anm.d.Red.) gestartet ist. Johannes Ebert, Leiter der Kairoer Dependance des Goethe-Instituts sprach mit jetzt.de über den deutsch-arabischen Dialog und einen Einblick in den Alltag beider Seiten.


Herr Ebert, was bedeutet eigentlich Li-Lak?
Li heißt „für mich“ und Lak „für dich.“ Das soll den für beide Seiten offenen Zugang des Projekts symbolisieren.

Welche Möglichkeiten habe ich denn, wenn ich mich auf Li-Lak begebe?
Insgesamt hat die Seite fünf Rubriken. Man kann seinen Lieblingsort präsentieren oder Tagebuch schreiben, um sich anderen Menschen vorzustellen. Dann haben wir ein monatlich wechselndes Thema, über das die Nutzer schreiben können. Da müssen wir selbst noch Erfahrungen sammeln, was am besten funktioniert. Es gibt natürlich ein Fußball-Spezial und dann noch die Rubrik li-lakken. Dort kann man Videos und Musik hochladen. Es ist auch noch ein Forum geplant. Dort kann man auf Deutsch, Englisch oder Arabisch miteinander in Kontakt treten. Sonst ist die Seite aber nur in deutsch oder arabisch. Die Seite ist auch noch mit anderen deutschen oder arabischen Jugendwebsites, wie zum Beispiel jetzt.de verlinkt.

Wie wurde denn das Problem der unterschiedlichen Schriften gelöst?
Die Texte, die im redaktionellen Teil angeboten werden, werden ziemlich zeitnah übersetzt. Diese Arbeit leistet eine deutsche und eine arabische Redaktion in Kairo. Das versuchen wir noch auf andere Goethe-Institute in der Region auszuweiten. Momentan dauert es zwei bis drei Tage, bis die Texte online gehen. Das klappt ziemlich gut und ich hoffe, wir halten das Tempo durch. Es gibt also quasi zwei Versionen der Seite, eine deutsche und eine arabische, die Inhalte sind aber gleich. Als weitere Funktion ist ein Online-Übersetzungsworkshop geplant. Dort kann man, ähnlich wie bei Wikipedia, einzelne Einträge übersetzen oder bereits vorhandene Übersetzungen editieren, mit einer Kennzeichnung, an der man sehen kann, wer die Übersetzungen gemacht hat.

Woher kam die Intention eine Jugendwebsite zu starten?
Wir haben begonnen, einen kulturellen Austausch verstärkt für und mit jungen Menschen zu organisieren. Unser Konzept dabei ist es, Leute aus beiden Kulturen gemeinsam auftreten zu lassen und, wenn möglich, auch gemeinsam etwas produzieren zu lassen, wie beispielsweise vor kurzem die Band Blumentopf und die Y-Crew aus Alexandria. Zuvor haben wir auch schon kleinere Internetchats zwischen Studenten in Leipzig und Kairo organisiert. Aber das hat nicht so gut funktioniert, weil das Angebot zu isoliert war. Es ist besser, wenn ein größeres Netzwerk dahinter steht, um einen weiteren Kanal des Austauschs und der Verständigung zu öffnen. All das steht und fällt aber natürlich auch mit der Beteiligung der jungen Leute.

Sind es denn dieselben Themen, die die jungen Menschen beschäftigen?
Ich glaube schon, nur die Blickwinkel sind teilweise sehr unterschiedlich. Wenn über solche Reizthemen wie den Kopftuchstreit diskutiert wird, kommt es natürlich schon auch mal zum "Knall". Aber es wird auch über einfachere Themen geredet und sei es nur die Abendgestaltung. Wir hoffen, dass wir den jungen Leuten mit der Website eine Möglichkeit zum Austausch geben können.

michael-moorstedt

 

(bei jetzt.de veröffentlicht am 24.01.2006 -
von JETZT Deutsch lernen übernommen und gekürzt am 01.05.2006)

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