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GLORIA VON THURN UND TAXIS
lässt für Markus kochen

Markus Schöngruber, 26, ist ein Auserwählter. Einer von 340, die von Montag bis Freitag von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zum Mittagessen eingeladen werden, in den Festsaal ihrer Residenz. Auf der Speisekarte stehen immer Suppe, Haupt- und Nachspeise, aber Markus freut sich nicht nur auf die Mahlzeit. "Es ist ein herrliches Gefühl", sagt er, "sich beim Essen die Stuckwände anzuschauen oder die Gemälde aus der Barockzeit, die dort hängen." Ein Fürst ist Markus nicht, er ist auch nicht reich und berühmt. Gerade aber weil Markus, der in Regensburg studiert, nicht sehr viel Geld hat, darf er im Festsaal essen. Dort kümmert sich die Fürstliche Notstandsküche jeden Tag um allein erziehende Mütter, Rentner, Arbeitslose und eben auch Studenten. Anstatt in die Mensa der Fachhochschule geht Markus lieber hinunter zu Glorias Palast. Dass er sein Besteck selbst mitbringen muss, macht ihm nichts aus; zum Abspülen stehen Eimer mit heißem Wasser und Geschirrtücher bereit. Einen Nachteil hat Glorias Notstandsküche aber doch: Im Gegensatz zur Mensa erfährt man dort nie, was es am nächsten Tag zu essen gibt. "Dieses Risiko muss man halt eingehen", sagt Markus und hofft, mit seinem großen Löffel endlich mal nicht nur Suppe auslöffeln zu können. "Hoffentlich gibt es endlich wieder Milchreis. Der ist hier absolut unschlagbar." 

STEFANIE GÖTTLER

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