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Der
Dolmetscher
Gegenstand der Woche: der Übersetzungsstift
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Spicken ist normalerweise eine nervenaufreibende
und ziemlich mühselige Sache: Man schreibt stundenlang winzig
kleine Zettelchen voll, versteckt Hefte unter der Schulklobrille
oder hantiert
unter der Bank mit Liliput-Wörterbüchern herum, in denen
die richtigen Übersetzungen schwieriger Redewendungen prinzipiell
fehlen. Doch es gibt einen Lichtblick am Ende des Schuljahrestunnels
- zumindest, was Englischschulaufgaben betrifft: den Quicktionary.
Der Dolmetscherstift kann 520000 Wörter übersetzen, pro Begriff
braucht er lediglich einige Sekunden. Man muss nur möglichst unauffällig
und im richtigen Winkel über das betreffende Wort fahren, dann
erfasst es ein kleiner Laser, scannt es ein, und die Übersetzung
erscheint auf dem Display. Erfreulicherweise mit sämtlichen Bedeutungen,
Nebenbedeutungen und wichtigen Redewendungen.
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Das funktioniert mit allen gängigen Druckschriftarten, bei
sehr kleinen und sehr großen Buchstaben und auch bei kursiv gedruckten
oder unterstrichenen Wörtern. Wenn man superordentlich schreibt,
kann der Stift sogar Handschrift lesen. Selbst Linkshänder müssen
nicht verzweifeln: Ein Knopfdruck, und alles funktioniert andersrum.
Und weil der Stift gerade mal 130 Gramm wiegt und mit seinen 16,6
Zentimetern nur unwesentlich größer ist als so mancher Angeberfüller,
kann man ihn schnell verschwinden lassen, wenn einem der Lehrer
über die Schulter guckt. Wer jetzt meint, er könnte seine Englischnoten
bis zum Zeugnis noch verbessern, wird enttäuscht sein - den Quicktionary
gibt's erst in ein paar Monaten zu kaufen. Und wirklich perfekt
ist er sowieso erst dann, wenn er nicht nur Englisch, sondern
auch Latein und Französisch kann. Oder am besten gleich den ganzen
De bello Gallico.
CLAUDIA MAYER |
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