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Achtung, Viren!
Dieser gelbe Marshmallowman
heißt Petra Emmerich. Sie hat einen der gefährlichsten Berufe Deutschlands:
Die Virologin forscht im Hochsicherheitslabor des Tropeninstituts in Hamburg
an den gefährlichsten Viren, die die Menscheit kennt.
Petra Emmerich darf bei ihrer Arbeit
nie allein sein: Zwei Kameras überwachen jeden ihrer Handgriffe und mindestens
zwei Kollegen stehen ständig auf Abruf bereit. Nicht, dass sie ihr misstrauen
würden, es ist schlicht eine Vorsichtsmaßnahme. Denn Petra Emmerich hat
einen der gefährlichsten Jobs in Deutschland.
Im bundesweit einzigen Hochsicherheitslabor arbeitet die Virologin an
den tödlichsten Krankheitserregern, die die Natur kennt. Ebola, Lassa,
Krim-Kongo - schon die Namen der Viren klingen nach Gefahr. "Das
sind alles hochansteckende, tödliche Erreger, bei denen man den Übertragungsweg
nicht genau kennt", sagt die Mikrobiologin, "Und weil es natürlich
auch sein kann, dass sie über die Luft übertragen werden, muss man diese
extremen Sicherheitsmaßnahmen treffen."
Petra Emmerichs Arbeitsplatz liegt im Keller des Hamburger Tropeninstituts
und außer ein paar "Biohazard"-Warnschildern weist zunächst
nichts darauf hin, dass sich hinter der Stahltür der unsichtbare Tod verbirgt.
Bevor sie das Labor betritt, steigt die drahtige Frau in einen knallgelben
Sicherheitsanzug, der direkt aus der Requisite von Wolfgang Petersens
Virenthriller"Outbreak" entliehen sein könnte. Im Labor schließt
sie sich mit einem Schlauch an ein Sauerstoffsystem an, das den Anzug
wie einen Luftballon aufpustet. "Den Luftanschluss haben wir selbst
gebastelt - das ist einfach ein Gartenschlauchsystem mit einem Spezialfilter",
sagt die Forscherin. Eine Innenweste sorgt dafür, dass die Luft im ganzen
Anzug verteilt wird. So kommt Petra Emmerich mit der Außenluft des Labors
nicht in Berührung - und sieht in ihrem Anzug aus wie ein gelblackierter
Marshmallowman. Das Labor kann sie nur durch eine Sicherheitsschleuse
betreten. Extradicke Wände und schusssichere Panzerglasfenster sorgen
dafür, dass kein Virus entfleucht - und dass kein Einbrecher versehentlich
ein paar Ebola-Kulturen mitgehen lässt. Alle Gegenstände, die das Labor
verlassen, müssen durch eine Sicherheitsschleuse, wo sie bei hohem Druck
und 130 Grad Hitze desinfiziert werden.
Auf den ersten Blick sieht das Labor ein bisschen aus wie eine Küche:
Durch das Panzerglasfenster erkennt man Kühlschränke, Tiefkühltruhen und
weiße Hängeschränke. Die Viren selbst lagern in ölfassgroßen Stahlbehältern
- in minus 190 Grad kaltem Stickstoff. Bei diesen Temperaturen fühlen
sie sich am wohlsten und bleiben im Prinzip ewig hochansteckend. Dampfwolken
steigen auf, wenn die Forscherin die Röhrchen mit den tödlichen Erregern
aus dem Behälter nimmt.
Petra Emmerich arbeitet vor allem an der Diagnose tropischer Virenkrankheiten:
Immer wenn Deutsche nach einer Reise in die Tropen mysteriöse Symptome
zeigen, die auf eine schwere Virusinfektion hindeuten, wird die Hamburger
Expertin eingeschaltet. Auch die beiden Krankheitsfälle, die in den vergangenen
Monaten durch die Medien gingen, hat Petra Emmerich diagnostiziert: Der
vermeintliche Ebola-Fall des Kameramannes Olaf U. stellte sich im vergangenen
Sommer erst nach längeren Tests als Gelbfieber-Erkrankung heraus. Anders
war es mit dem Lassa-Fall der 23jährigen Studentin aus Schwäbisch Hall,
die nach einer Reise durch Ghana und Elfenbeinküste Anfang Januar mit
dem Verdacht auf Lassa-Fieber in eine Würzburger Klinik eingeliefert wurde:
"Wenn wir einen konkreten Krankheitsverdacht haben, können wir dem
natürlich auch ganz gezielt nachgehen."
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zweiten Teil
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