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VON HAND AUFLEGEN


Eins Zwo singen: "Das Geheimnis scheint im Mix zu sein." Aber wie kriegt man den richtigen Mix hin? Erstmal braucht man einen guten Lehrer. Der 18-jährige Jan "Mr. Burnz" Wagner, eben zum besten deutschen Hip-Hop-DJ gewählt, erklärt entscheidende Handgriffe.
 
 
 
1. Lektion: "Crate diggen." Der beste DJ ist nichts ohne die richtigen Platten. Deshalb treibt sich Mr. Burnz einmal im Monat in seinem Nürnberger Stammladen "Hot Spot" herum - immer auf der Suche nach dem knusprigsten Beat.

2. Lektion: "Anstöpseln." Da kann Jay-Z noch so oft bei MTV "Unplugged" aufkreuzen: echter HipHop braucht Strom. Und einen Mixer. Zwei Turntables, am besten Technics 1210er. Dann: das Rote ins Rote, das Schwarze ins Schwarze, Plattenspieler erden, los geht's.

3. Lektion: "Auflegen." Die richtige Platte zur richtigen Zeit kann Abende und Leben retten. Gerne spielt Burnz "Get This Money" von Jay-Z und R. Kelly. Und "MCs Come And Go" von Cronite.

 
4. Lektion: "Grip bekommen." Was dem Reckturner sein Magnesium, ist Burnz sein Speichel. Zwar ist das Fingerlecken eine Eigenheit von Burnz, aber den richtigen Grip braucht jeder DJ. Ein Handtuch zum Schweißabtrocknen gehört deshalb zur Grundausstattung. Und sieht außerdem cool aus.

5. Lektion: "Vorhören." Nichts ist langweiliger als ein DJ, der Songs von Anfang bis Ende ausspielt. Noch schlimmer: DJs, die die letzten fünf Sekunden des einen und die ersten fünf des nächsten Liedes übereinander legen. Ein Profi sucht sich die richtige Stelle der nächsten Platte, ehe er sie reindreht.

6. Lektion: "Pitchen." Tempowechsel können einen zu später Stunde schon mal überfordern. Deshalb werden die Geschwindigkeiten aufeinander folgender Beats einander angeglichen - eben "gepitcht".

7. Lektion: "Scratchen." Vor 20 Jahren saß der kleine Theo in seinem Zimmer und hörte laut Musik. Als sich seine Mutter beschwerte, hielt er mit den Fingern die Platte an und entdeckte so das wichtigste Geräusch des Hip-Hop. Heute heißt Theo "Grandwizzard Theodore". Und das Geräusch: "Scratch."

8. Lektion: "Faden ." Die eigentliche Arbeit. Während die Platte mit der einen Hand vor- und zurückgedreht wird, wechselt der DJ mit der anderen Hand zwischen den beiden Ton-Kanälen und erzeugt so unterschiedliche Sounds.

9. Lektion: "Posen ." Deine Pose muss sagen: "Ich bin der Derbste." Durch die richtigen Gesten kapiert jeder, wer hier die nötigen Skillz hat und wo die Models später klingeln müssen.
 

Text: Davide Bortot; Fotos: Stephan Minx