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Wir sind die Geduldeten:
Drei Flüchtlinge über den Alltag des Wartens


Aufgabe nach dem Lesen - Beitrag ins Forum schreiben


Nun kennst du die Geschichten von Howik, Ismael, Soumaila und hast etwas erfahren über die schwierige Situation von geduldeten Flüchtlingen in Deutschland.

Aufgabe: Schreibe einen Beitrag für das Forum "Interkulturell":

  • Wähle A, B oder C aus (oder kombiniere sie) und schreibe einen Text, in dem du auf die unten formulierten Fragen eingehst.
  • Und: Teilst du die Meinung der anderen Lernenden im Forum? Beziehe dich in deinem Text auch auf ihre Beiträge!

A. Deine Reaktion auf den Text
Wie schätzt du die Problematik der Flüchtlinge in Deutschland ein? Welche Meinung hast du dazu?

B. Deine Reaktion auf die jetzt.de-Leserkommentare
Lies auch die Kommentare (siehe unten) einiger jetzt.de-Leser zu dem Text. Teilst du die Meinung des einen oder anderen? Beziehe dich auf sie und argumentiere!

C. Situation in deinem Land
Gibt es Flüchtlinge in deinem Land? Was weißt du über eure Gesetze und die Situation der Flüchtlinge bei euch? Erzähl den anderen Lernenden davon!


Ausgesuchte Kommentare der jetzt.de-Leser/-innen im Original:

HerrIrgendwoAnders 12.11.2006 | 19:40

schon krass scheiße, wie der deutsche staat mit ausländern umgeht. elendiger institutioneller rassismus.

maggiesimpson 12.11.2006 | 23:28

Oh man. Da sieht man eben, was viele Leute, die nur ihren Job machen und Kreuzchen setzen, gerne einmal vergessen: dass hinter all den kalten, nackten Zahlen in den Behördenformularen letztlich menschliche Einzelschicksale stehen.

Alienbiber 13.11.2006 | 08:37

Aber auch menschliche Einzelschicksale müssen irgendwie bearbeitet werden. Es nützt ja auch nichts, jeden der angesprochenen 190000 Fälle individuell zu bearbeiten. So lässt sich auch keine Rechtssicherheit garantieren, vielleicht eher noch verhindern.
Sinnvoller wäre es da meiner Meinung nach aber tatsächlich, dass sich die Ausländerbehörden stärker mit den tatsächlichen Gegebenheiten in den Ländern auseinandersetzen, in welche die Flüchtlinge abgeschoben werden sollen. Auch wenn Staaten formal Demokratien sind, sei es Ghana, Gambia oder die Türkei, kann es immer noch zu folter und verfolgung kommen, was aber oft nicht beachtet wird. Dass also ein dort Verfolgter nicht genau in die Arme der Verfolger abgeschoben wird, sollte ja auf der Hand liegen...

polar 14.11.2006 | 12:26

diese flüchtlingsheime, die "eigentlich" nur als zwischenstation dienen sollen, sind oft unterbringungen für jahrzehnte für ganze familien. die befinden sich außerhalb der zivilisation, oft muss man stundenlang laufen, um überhaupt die bushaltestelle zu erreichen. das geld, was ein ausländer bekommt, liegt unter der existenzbasis - und dann müssen sie noch 10 euro zahlen, um überhaupt ihr "gebiet" verlassen dürfen - täten sie das einfach so, wäre das ein grund, sie direkt abzuschieben.
das sind alles menschen, die nichts für ihr schicksal können oder dafür, was in ihrem land passiert. viele wollen ein teil der gemeinschaft werden, aber durch solche sachen wie oben beschrieben wird der integration nach kräften entgegengewirkt.
klar machen beamte nur ihre arbeit. aber ein paar instanzen höher kann auch mal verstand benutzt werden.

milliner 15.11.2006 | 23:39

Ich bin zur Zeit Sozialarbeitsprakti in einer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und habe deren Lebenslagen jetzt auch hautnah kennen gelernt. Bis zur Volljährigkeit und einem dann folgenden Asylantrag fallen sie unter das KJHG. Was danach kommt ist offen. In den meisten Fällen wird ein Asylgesuch, so es denn gestellt wird, als offensichtlich unbegründet abgelehnt. Das Problem ist, dass sich die meisten Jugendlichen dann aber schon drei oder vier Jahre in der BRD aufgehalten haben. Also wohin?

Die Kinder und Jugendlichen sind schulpflichtig. Aber es ist schwierig sie zum regelmäßigen Schulbesuch zu motivieren, wenn völlig unklar ist, ob ihnen ein Schulabschluß bezüglich ihres weiteren Aufenthaltes irgendetwas nützt. Also gibt es einige, die versacken, die Schule schwänzen und sich anderweitig beschäftigen, eventuell auch illlegal, und andere, die glauben mit einem regelmäßigen Schulbesuch, guten Noten und einem vernünftigen Abschluß bei der Ausländerbehörde irgendwelche Vorteile bezüglich ihres Aufenthaltsstatus zu erreichen.
Ich war neulich mit einer mittlerweile 18jährigen Algerierin bei der Ausländerbehörde, da sie einen Bescheid bekommen hat um ihre Paßersatzpapiere bei der algerischen Botschaft zu beantragen (sog. Mitwirkungspflicht zur Beschaffung von Ersatzpapieren, da eigentlich alle ihre Pässe nach der Einreise vernichten). Dort hat sie unter Tränen ihre Fingerabdrücke abgeben müssen, um sich eindeutig zu identifizieren. Nachher hat sie mich gefragt was sie denn hätte anders machen sollen, sie wäre doch immer zur Schule gegangen, nicht straffällig geworden usw.
Ich hätte ihr eigentlich nur die Wahrheit sagen können: Dass ihre Schonfrist mit ihrer Volljährigkeit abgelaufen ist, dass sie hier nicht gewollt ist und sich keine Hoffnung auf Bleiberecht oder Arbeiterlaubnis machen solle.
Hab ich aber nicht.
Ich habe ihr geraten weiter zur Schule zu gehen und so eventuell eine Verlängerung ihrer Duldung zu erwirken und vor allem weiteres Wissen und noch mehr Sprachkenntnisse zu erwerben. Das sind Dinge, die ihr unter allen Umständen erhalten bleiben, egal wo sie sich befindet. Manchmal hat man bei der Zentralen Ausländerbehörde Erfolg und kann dann die Duldung verlängern (hängt aber von der Kommune ab). Die Jugendlichen hoffen auf die Entscheidung am Donnerstag. Leider übersehen sie dabei, dass es sie wohl eher nicht betrifft, da sie sich fast ausschließlich weniger als sechs bzw. acht Jahre in Deutschland befinden. Trotzdem bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf irgendetwas zu hoffen, dass ihnen erlauben wird hier zu bleiben.

Die Algerierin wird sich darauf einlassen weiter die Schule zu besuchen, wohlwissend, dass sie ihre intransparente Lebenssituation damit auch verlängert, verbunden mit massiven Zukunftsängsten und einem nicht planbaren Weg.

Bei den unbegleiteten Flüchtlingen handelt es sich vorwiegend nicht um politisch Verfolgte im engeren Sinne, sondern größtenteils um echte Elendsflüchtlinge, die keine Chance auf Asyl nach unseren Maßstäben haben. Ich halte es auch für entscheidend, wie Alienbiber) die Herkunfts- bzw. Abschiebeländer genauer unter die Lupe zu nehmen, aber welche politische Konsequenz würde das haben? Nach welchen Kriterien wäre ein solches Land dann annehmbar zu nennen?

(Alle Kommentare im Original)

 

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