Foto: Kai Wiedenhöfer

    Wissenschaft

    Über Fikrun

    Fikrun wa Fann war eine von 1963 bis 2016 vom Goethe-Institut herausgegebene Kulturzeitschrift, die den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den islamisch geprägten Ländern gefördert und mitgestaltet hat. Mit dem Erscheinen der letzten Ausgabe „Flucht und Vertreibung“ (Heft 105) im Herbst 2016 wurde auch die Pflege und Aktualisierung dieses Online-Portals eingestellt.

    Der tiefste Blick: Tunnelfahrten zum Large Hadron Collider

    Die Geheimorganisation – Zahlen und Fakten

    "If predictions come true". So lautete eine der Werbetextunterschriften für den DELPHI-Detektor in den CERN-Broschüren, die ich in den neunziger Jahren bei Recherchen für meinen Roman „42“ gesammelt hatte.

    Als ich im März 2006 noch einmal zum CERN fuhr, musste ich mich doch eines unheimlichen Gefühls erwehren. Freilich haben wir es nun nicht mehr mit dem von mir beschriebenen Großen Elektronen-Positronen-Beschleuniger LEP zu tun, den man (wirklich ohne mein Verschulden) im Jahre 2000 still legte, sondern mit dem Large Hadron Collider, dem LHC, der kostensparend im bereits vorhandenen 27 Kilometer langen unterirdischen Kreistunnel des Vorgängers errichtet wird.

    Maximilian Metzger, der Generalsekretär des CERN, empfängt uns zu Beginn des Rundgangs in der von blinkenden Computeranimationen erzeugten Spielhöllenatmosphäre des Besucherpavillons Microcosm. Würde er einen Roman über das CERN schreiben, erklärt der gewandte Manager im Nadelstreifenanzug, dann würde er es als Geheimorganisation darstellen, als eine Art Illuminatenorden.

    Wir unterdrücken hier die sensationshascherische Frage nach dem Ziel des Geheimbundes und konzentrieren uns auf die rein formale Seite der Idee. Sie ist ein Produkt der Mühe, so vielen Besuchern und erst recht auch den Politikern und Bankiers beizubringen, was das CERN eigentlich tut und weshalb es dafür jedes Jahr über eine Milliarde Schweizer Franken verschlingt.

    Download SymbolThomas Lehr: Der tiefste Blick (pdf, 336 KB)

    Thomas Lehr, geb. 1957, gehört zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern seiner Generation. In seinem jüngsten Roman, "42" erschienen 2005 im Aufbau Verlag Berlin, spielt das CERN in Genf eine Hauptrolle. Das Buch schildert das Schicksal einer Gruppe von Besuchern, als nach einem rätselhaften Unfall am CERN auf einmal die Zeit stehen bleibt.