Gesellschaftspolitischer Kontext

Rudi Dutschke (Mitte) Cop: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

40 Jahre 1968

Vierzig Jahre nach 1968 erhält die damalige Protestbewegung den Rang eines nationalen Gedenkdatums. Das Selbstverständnis der Bundesrepublik ist eng verbunden mit den Impulsen, die von der antiautoritären Bewegung ausgingen. Der Blick zurück ist allerdings verstellt von heutigen Legitimationsbedürfnissen, die immer in die Diskussion mit einfließen. Von Marcus Hawel und Gregor KritidisMehr ...
Professor Wolfgang Abendroth, am 20. März 1970 in der Frankfurter Paulskirche

Wolfgang Abendroth

„Partisanenprofessor im Lande der Mitläufer“

Wolfgang Abendroth gehörte zu den Begründern der westdeutschen politischen Wissenschaft. Als einer der wenigen sich offen zum Marxismus bekennenden Professoren avancierte er in den 50er Jahren zum bedeutendsten sozialistischen Intellektuellen der Bundesrepublik. Von Gregor KritidisMehr ...
Theodor W. Adorno Cop: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Theodor W. Adorno

Radikaler Denker des Nicht-Identischen

Der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno ist neben Max Horkheimer und Herbert Marcuse der Hauptvertreter der Kritischen Theorie. Mit seinen gesellschaftskritischen Positionen beeinflusste er die studentischen Proteste der späten 60er Jahre maßgeblich. Er selbst hatte zwar große Sympathien für die Proteste, aber zugleich eine große Skepsis. Von Marcus HawelMehr ...
Johannes Agnoli (links) auf der Internationalen Vietnam-Konferenz in der Berliner TU am 17.02.1968 Cop: picture-alliance / dpa

Johannes Agnoli

Anarchistischer Marxist und Meister des Subversiven

Johannes Agnoli war einer der undogmatischen, sich am Schnittpunkt von Anarchismus und Marxismus bewegenden Vordenker des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) und der Außerparlamentarischen Opposition (APO) der 60er Jahre. Zusammen mit Peter Brückner legte er im Berliner Voltaire Verlag 1967 die Analyse Die Transformation der Demokratie vor, die einflussreichste Staats- und Parlamentarismuskritik, die im Kontext der APO entstanden ist. Von Gregor KritidisMehr ...
Der deutsche Philosoph und Schriftsteller Ernst Bloch fordert am 3.4.1968 während einer Vietnam-Demonstration in Stuttgart einen 'strikten und klaren Abzug' der US-Streitkräft aus Vietnam. Cop: picture-alliance / dpa

Ernst Bloch

Undogmatischster Marxist des vergangenen Jahrhunderts

Der Sozialphilosoph Ernst Bloch übte auf die Studentenbewegung der späten 60er Jahre nur in Teilen einen großen Reiz aus. Aber dort, wo er rezipiert wurde, verhalf er den oppositionellen Studenten, sich in der bipolaren Welt zu orientieren und gleichermaßen gegen den Sowjetmarxismus wie auch gegen den Kapitalismus abzugrenzen. Rudi Dutschke, Sprecher des Berliner SDS, stand in einem freundschaftlichen Austausch mit Bloch, der Bundesgenosse im politischen Kampf war. Von Joachim PerelsMehr ...
Professor Dr. Peter Brückner während seiner Ansprache am 2.2.1972 vor Studenten der Ruhr-Universität Bochum. Cop: picture-alliance / dpa

Peter Brückner

Politischer Psychologe und Lehrer des öffentlichen Denkens

Der Sozialpsychologe Peter Brückner lehrte und forschte von 1967 bis zu seinem Tod 1982 an der Universität Hannover. Nicht zuletzt aufgrund seiner eindeutigen Solidarität mit den protestierenden Studenten erschien er als Symbolfigur des linken Professors. Das trug ihm Schwierigkeiten mit der Staatsmacht ein. Seine Schriften sind auch heute noch von Relevanz. Von Theo BeckerMehr ...
Max Horkheimer / Foto 1968 Cop: picture-alliance / akg-images

Max Horkheimer

Vom Versuch, Vernunft in die Welt zu bringen

Max Horkheimer ist einer er bekanntesten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main zum Zentrum für Sozialphilosophie in Deutschland. Auf ihn geht die Kritische Theorie zurück, zusammen mit Theodor W. Adorno steht sein Name für das, was als Frankfurter Schule das geistige Klima der jungen Bundesrepublik prägte. Von Volker Maria NeumannMehr ...
Diskussion des Manifests, moderiert von Alexander Kluge (am Pult), 1962, Oberhausen Cop: Aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

Alexander Kluge

Praktiker des Eigensinns

Der Rezeptionskünstler Alexander Kluge nimmt im Unterschied zu seinem Lehrer Th. W. Adorno eine optimistische Haltung gegenüber der Möglichkeit einer gesellschaftsverändernden Praxis ein und setzt auf gesellschaftliche Teilhabe in Anknüpfung an die Tradition von Bertolt Brecht und Walter Benjamin. Kluge hat sich allerdings zu keiner Zeit im Gegensatz zu vielen 68ern der Illusion hingegeben, dass sich gesellschaftliche Strukturen kurzfristig und abrupt nachhaltig verändern lassen. Von Christian SchulteMehr ...
Herbert Marcuse in der FU Berlin, 1968 Cop: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Herbert Marcuse

Die drei gefährlichen M: Marx, Mao und Marcuse

Herbert Marcuse galt als der "Guru der Studentenbewegung". In der Aufbruch- stimmung Ende der 1960er Jahre stand er im Rampenlicht der Medien. "Mao, Marx, Marcuse" – lautete eine Headline in diesen Jahren. Von Peter-Erwin JansenMehr ...
Negt Autorenfoto: Oskar Negt Cop: Steidl Verlag

Oskar Negt

Maulwurf und Mentor

Oskar Negt verschaffte sich in den 60er Jahren mit seiner öffentlichen Parteinahme für die rebellierenden Studenten die Autorität, die es ihm erlaubte, Reflexion und Handlung der sich abzeichnenden Protestbewegung kritisch zu begleiten und jene Distanz zu bewahren, die es ihm auch heute noch erlaubt, den Utopiegehalt von 1968 ohne Abstriche anzuerkennen und zu verteidigen. Von Tatjana FreytagMehr ...
Wilhelm Reich, 1928 Cop: Wilhelm-Reich-Gesellschaft, mit freundlicher Genehmigung von Renata Reich Moise, Enkelin von Wilhelm Reich

Wilhelm Reich

Freudomarxist und Revolutionär des Sexuellen

„Lest Wilhelm Reich und handelt danach!“ – so lautete eine Parole, die 1968 an der Außenwand der Mensa der Universität Frankfurt stand. Sie zeugt von der großen Bedeutung, die die Studentenbewegung von 1968 dem Psychoanalytiker und Marxisten beimaß. Von Christin SagerMehr ...