„kulturweit“ – der neue Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes

Einen kulturellen Freiwilligendienst im Ausland können Jugendliche ab September absolvieren. Interessenten zwischen 18 und 26 Jahren haben die Möglichkeit sich für einen sechs- oder zwölfmonatigen Aufenthalt zu bewerben. Die Kosten übernimmt das Auswärtige Amt.
„Interkulturelle Kompetenz und Weltoffenheit sind Schlüsselkompetenzen in unserer globalisierten Welt“, sagte Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, anlässlich der ersten öffentlichen Präsentation des neuen Freiwilligendienstes. Junge Leute zwischen 18 und 26 Jahren, die sich für Kultur im internationalen Rahmen interessieren, sind bei der im Februar 2009 aus der Taufe gehobenen Initiative kulturweit deshalb bestens aufgehoben.
Neben dem Auswärtigen Amt als Hauptförderer und der deutschen UNESCO-Kommission als Initiatorin sind verschiedene Partner der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik an dem Projekt beteiligt: der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD), das Deutsche Archäologische Institut, das Goethe-Institut, der Pädagogische Austauschdienst (PAD) und die Zentralstelle für das Auslandschulwesen (ZfA). Die Initiative soll das bürgerschaftliche Engagement, die interkulturelle Kompetenz und die Weltoffenheit der jungen Menschen fördern und die Arbeit der deutschen Kulturmittler im Ausland unterstützen.
Von der Ausgrabung ins Klassenzimmer
Zum Einsatz kommen die Freiwilligen in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa. Das Spektrum der möglichen Aufgaben ist groß: Beim DAAD können die Teilnehmer beispielsweise dessen Kultur-Veranstaltungen mitbetreuen oder die DAAD-Außenstellen bei der Material- und Publikationserstellung unterstützen. Einsatzorte dafür können Jakarta, Mexico City oder Rio de Janeiro sein. „Die Freiwilligen werden bei uns fest in die Programmarbeit eingebunden. Allein durch die Länge des Einsatzes, sechs oder zwölf Monate, ist der Freiwilligendienst intensiver als jedes Praktikum“, sagt Nina Lemmens, Leiterin der Gruppe Asien-Pazifik im DAAD.
Das Deutsche Archäologische Institut bietet Freiwilligen zum Beispiel die Möglichkeit, in Istanbul eine Fachbibliothek mitzubetreuen oder in Damaskus bei Ausgrabungen mitzuhelfen. Das Goethe-Institut setzt Freiwillige weltweit in den Bereichen Kulturprogramm, Spracharbeit, Bibliothek und Verwaltung ein. Wer seine freiwillige Tätigkeit beim Pädagogischen Austauschdienst aufnehmen möchte, kann an Schulen den deutschsprachigen Unterricht, die Sport-, Kunst- oder Musikangebote verstärken, das Computernetzwerk pflegen oder Klassenfahrten betreuen. Auch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen ermöglicht die tätige Mitarbeit an Schulen – neben pädagogischen Neigungen sind dabei auch handwerkliche Fähigkeiten gefragt.
Anerkennung als Zivildienst
Der Freiwilligendienst ist dem Freiwilligen Sozialen Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstgesetzes (JFDG) gleichgestellt. Er kann als Zivildienst anerkannt werden, wenn der Freiwillige nach Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer den freiwilligen Dienst mindestens zwölf zusammenhängende Monate leistet.
„Das Freiwilligenprogramm bietet jungen Menschen Einblicke in die verschiedenen Lebenswelten und die jeweilige kulturelle Prägung, es ermöglicht die Mitarbeit bei Kulturprojekten, Spracharbeit und Informationsvermittlung. Das Kennenlernen der Menschen in ihrem sozialen, kulturellen und politischen Umfeld und der Dialog mit den Partnereinrichtungen vor Ort vermittelt Erfahrungen und Kenntnisse, die zum Verständnis und zur Persönlichkeitsbildung entscheidend beitragen können. Erwartet werden Neugier und die Bereitschaft für Kulturarbeit, Übernahme von Verantwortung, Sensibilität, Offenheit und soziale Kompetenz“, beschreibt Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, das neue Programm und das Anforderungsprofil für Bewerber.
Kosten übernimmt das Auswärtige Amt
Im September 2009 werden die ersten Jugendlichen mit kulturweit ins Ausland gehen. Ungefähr 40 von ihnen kommen an Goethe-Instituten zum Einsatz. In einem zehntägigen Vorbereitungskurs in der Nähe von Berlin erhalten die Jugendlichen erste Informationen über das Einsatzland und seine Kultur. Im Gastland schließt sich daran ein Sprachkurs an. Für Versicherung, Schulung und entstehende Kosten hat das Auswärtige Amt ein Unterstützungspaket geschnürt.
Monatlich erhalten die Teilnehmer des Programms, das den Dienst Weltwärts des Bundesentwicklungsministeriums ergänzt, 200 Euro für Kost und Logis sowie 150 Euro Taschengeld. Für Reisekosten gibt es einen einmaligen Zuschuss. In einem zehntägigen Vorbereitungskurs in der Nähe von Berlin erhalten die Jugendlichen erste Informationen über das Einsatzland und seine Kultur. Im Gastland schließt sich daran ein Sprachkurs an. Auslandskranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung sowie Sozialversicherung in Deutschland übernimmt ebenfalls das Auswärtige Amt.
arbeitet nach seinem Studium der Geschichte und Germanistik als freier Journalist für die Ressorts Zeitgeschichte, Geschichte, Wirtschaft, Religion und Philosophie in Köln.
Copyright: Goethe-Institut e. V., Online-Redaktion
Mai 2009
Haben Sie noch Fragen zu diesem Artikel? Schreiben Sie uns!
online-redaktion@goethe.de
Links zum Thema
- „kulturweit“ – Der Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes

- Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD)



- Deutsches Archäologisches Institut (DAI)


- Pädagogischer Austauschdienst (PAD)

- Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

- Deutsche UNESCO-Kommission e. V. (DUK)



- Weltwärts – Der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung











