Film

Deutschland

Das Leben der Anderen

Kinofilm 2005
Regie und Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck
132 Min.


Foto: Buena VistaDie Geschichte spielt in der untergehenden kommunistischen DDR (heute: neue Bundesländer). Der Film zeigt den Fall eines Geheimdienstlers, der bei der Überwachung eines Schriftstellers die Unmenschlichkeit und Absurdität des Systems erkennt und den Künstler deshalb heimlich schützt.

Slowakei

Kinožurnál 7/90 - Masmédia v roku nula
[Kinojournal 7/90 – Die Massenmedien im Jahr 0]

1990, 10 Min.
Rudolf Ferko
Eine "Wochenschau" über die Deformation der Massenmedien im Jahr 1968 und die Ankunft der Demokratie im Jahr 1989.

Krajina po výprasku
[Das Land nach der Tracht Prügel]

Dokumentarischer Videofilm, 1993, 40 Min.
Marián Urban
Dokumentarischer Videofilm, der den Opfern der Okkupation der Tschechoslowakei zwischen 1968 und 1989 gewidmet ist und auch den Zustand der Bauobjekte nach Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus der Slowakei nachzeichnet.

Roky prísľubov a nádejí
[Jahre der Versprechungen und Hoffnungen]

Dokumentarschnittfilm, 1993, 40 Min.
Verarbeitet die Geschichte der 1960er-Jahren und Aussagen über die Zeitverhältnisse, welche die Kultur und die gesellschaftliche Situation prägten.

Papierové hlavy
[Papierköpfe]

Dokumentarschnittfilm, 1995, 96 Min.
Dušan Hanák
Dokumentarschnittfilm über das Verhältnis zwischen Bürger und  Staatsmacht und verschiedene Arten von Menschenrechtsverletzungen in der Tschechoslowakei von 1945 bis 1989.

Keď hviezdy boli červené
[Als die Sterne rot waren]

1990, 84 Min.
Dušan Trančík
Der Film überspannt die Zeitperiode vom Ende der 1940er-Jahre bis zur Okkupation der Tschechoslowakei im August 1968. In der Geschichte vom zaghaften und kleinmütigen Jožko Brezík zeichnet er Menschenschicksale nach – Mitverursacher und Opfer des moralischen Klimas, das sich in der Tschechoslowakei in den 1950er-Jahren breitmachte, um nach einem hoffnungsvollen Ausblick im Jahr 1968 von Neuem die zwischenmenschlichen Beziehungen zu dominieren.

Skús ma objať
[Versuch mich zu umarmen]

1991, 117 Min.
Miloslav Luther
Die Geschichte vom wenig tatkräftigen, durch Zeitverhältnisse, Familie und Arbeit drangsalierten Soziologen Oskar schildert das stereotype, provisorische und ausweglose Leben eines gewöhnlichen Menschen in der stressreichen Atmosphäre des zu Ende gehenden totalitären Regimes.

Tábor padlých žien
[Das Lager der gefallenen Frauen]

1997, 99 Min.
Laco Halama
Die Handlung spielt in einem Lager, das zur Umerziehung der Prostituierten Bratislavas diente. Kurz nach den Ereignissen vom Februar 1948 entschließt sich der Volksbeauftragte des Innenministeriums, die Stadt von „destruktiven und unverlässlichen Elementen“ zu säubern. Nach einer Polizeirazzia werden alle Prostituierten zu Zwangsarbeit genötigt, damit aus ihnen „bewusste Bürgerinnen“ werden. Über die Hauptfiguren reflektieren die Schöpfer des Films die Paradoxien jener Zeit. Der jüdische Lagerarzt Zigmund glossiert mit seinen ironischen Bemerkungen die Gesamtverhältnisse nach dem Umsturz.

Nepochovaný mŕtvy
[Der unbestattete Tote]

2004, 127 Min.
Márta Mészáros
Die Biographie von Imre Nagy – des Mannes, der zum Symbol für den nationalen Widerstand gegen die Unterdrückung wurde, des Ministerpräsidenten, der den Warschauer Pakt kündigte und in seiner Zeit den Mut hatte, ein demokratisches Mehrparteiensystem zu proklamieren. Viele sind sich bewusst, dass die Rolle, die er im Jahr 1956 spielte, nicht nur das Bild der Treue gegenüber den Ideen der Revolution war, die er bis zu seinem tragischen Tod verteidigte, dass sie nicht nur die Folge seines Lebensweges war, seiner kommunistischen Überzeugung oder Moskauer Vergangenheit, sondern dass er zu diesem Verständnis erst allmählich kam, durch eine eigenartige Katharsis. Imre Nagys Märtyrerschicksal, das er sich letztendlich selbst wählte, entsprang aus seinem tiefsten Inneren, aus der ehrlichen Haltung eines Menschen, der sich auf die intensivste Weise mit dem Schicksal seines Volkes identifizierte.

Muzika
[Musik]

2007, 105 Min.
Juraj Nvota
Alltägliches Leben von drei jungen Musikanten in einem kleinen Dorf am Ende der 7o-er Jahre, während der Zeit der Normalisierung in der Tschechoslowakei. Der Film hat bereits einige slowakische  Filmpreise  gewonnen.

Slowenien

Moj ata, socialistični kulak
[Mein Vater der sozialistische Kulak]

1987, 100 Min.
Regie: Matjaž Klopčič
Eine Verfilmung der gleichnamigen Komödie von Tone Partljič. Der Film spielt auf dem Land kurz nach dem zweiten Weltkrieg zur Zeit der Agrarreform. Die Komödie bietet einen Blick auf die revolutionären Ereignisse nach dem Krieg und zu Zeiten der Konflikte der jugoslawischen Parteigenossen mit der russischen Führung und zeigt, wie sich die Situation auf den kleinen Mann auswirkt.
Viba film ljubljana

Outsider
1996, 104 Min.
Regie: Andrej Košak
Der Film beschreibt das Erwachsenwerden und die Beziehungen zwischen den verschiedenen jugoslawischen Völkern kurz vor Titos Tod. Hintergrund der geschichrte ist die aufkommende Punkbewegung in Slowenien. Outsider beschreibt das Lebensgefühl Jugendlicher in einer Zeit, als sich der Zerfall Jugoslawiens bereits abzeichnete.
TV Slovenija

Rdeči boogie
[Roter Boogie]
1982, 85 Min
Regie: Karpo Godina
In der Zeit der ersten Nachkriegsjahre, sendet eine Radiostation per Lastwagen eine Gruppe junger Musiker aus, um die Moral der Jugendlichen in Arbeiterbrigaden und landwirstchaftlichen Kooperativen, einmal anders als üblich, mittels Unterhaltung zu stärken, ohne die politische Erziehung zu kurz kommen zu lassen.
VIBA FILM

Sladke sanje
[Süße Träume]
2001, 110 Min.
Regie: Sašo Podgoršek
Egon Vittori ist dreizehn und hat noch keinen Plattenspieler. Im Jugoslawien am Anfang der Siebziger scheint aber alles möglich zu sein. Luxusgüter, wie amerikanische Musik, Filme und die neueste Mode werden importiert. Alle haben einen Plattenspieler, nur Egon hat keinen. Der Film beschreibt die Verwirklichung seines Plans, einen Plattenspieler zu beschaffen.

Zvenenje v glavi
[Rauschen im Kopf]

2002, 90 Min.
Regie: Andrej Košak
In der Livada einem Gefängnis ist Keber inhaftiert. Das Rauschen im Kopf überfällt ihn, als ein Aufseher, nur um seine Macht zu demonstrieren, die Häftlinge daran hindern will, die Übertragung eines Basketballspiels im Fernsehen zu verfolgen. Keber wird daraufhin zum Anführer einer großen Gefängnisrevolte. Parallel zu dieser Geschichte ist eine Erzählung über den Aufstand von Masada geschaltet. Masada, der letzte Stützpunkt der Juden im Krieg gegen Rom fiel im Jahre 73 n. Chr. Die Belagerten hatten kollektiven Selbstmord begangen. Anhand der beiden Ebenen des Romans zeigt Jančar ein pessimistisches Szenario der Dynamik von Revolutionen und ihrem Scheitern.
Novi val Ljubljana

Lettland

Bereits während der Sowjetzeit setzten sich - wenn auch nicht öffentlich - Künstler mit der kommunistischen Repression, namentlich mit der Verschleppungspolitik der 40er Jahre (Stichwort: GULAG) in ihren Werken auseinander. Nach dem Wiedererlangen der lettischen Unabhängigkeit und dem Verschwinden der Zensur ab 1991 fand eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema statt.

copyright: Platforma Filma Baigā vasara
[Der schreckliche Sommer]

Spielfilm, 2000, 110 Min.
Regie: Aigars Grauba
Produzent: Andrejs Ekis
Platforma Filma
www.cinevilla.lv

Sommer 1940: Beginn der sowjetischen Okkupation, Einmarsch der Truppen der UdSSR, Verschwinden der lettischen Staatlichkeit.


copyright: Film Studio DEVINI Latviešu leģions
[Die lettische Legion]

Dokumentarfilm, 2000, 40 Min.
Inara Kolmane
Produzent: Zanete Ascuka
Film Studio DEVINI, Riga
Premiere: 11.09.2000
http://www.latfilma.lv

Der Film über die lettische Legion ist eine Auseinandersetzung mit den nichtdeutschen Waffenverbänden, die nach der deutschen Niederlage in Stalingrad 1942/3 verstärkt vor allem in Osteuropa von deutscher Seite für die Kriegsführung herangezogen wurden. Inwieweit die Mitglieder der lettischen Verbände freiwillig, unter Druck, gezwungenermaßen mitmachten, ist bis heute ein Streitpunkt. Der Widerstand vieler dieser Kämpfer nach dem Krieg noch weit bis in die 50er Jahre gegen die Sowjetmacht im Lande hat ihnen in weiten Bevölkerungskreisen hohe Achtung eingebracht.


Foto: Romualds Pipars, Olegs Kotovics; copyright: Gilde film studio Septiņas dienas augustā
[7 Tage im August]

Dokumentarfilm, 1992, 27 Min.
Romualds Pipars
Produzent: Noritis Kruzitis
Riga Documentary Film Studio
Premiere: 1992
www.gilde.lv
Distributor: Gilde film studio Mail Symbollatfilma@erseta.lv

In diesem Film geht´s um die Tage des Moskauer Putsches August 1991, als alte Sowjetgarden versuchten, das Rad der Geschichte noch einmal herumzureißen. Diese Ereignisse finden ihren Fortgang in Riga, wo zeitgleich kommunistische Sondereinheiten versuchen, den im Gang befindlichen lettischen Unabhängigkeitsprozess gewalttätig zum Stoppen zu bringen. Dieses historische Filmdokument schließt mit einer Passage über das Schleifen der am prominentesten platzierten Lenin-Skulptur in Riga und Lettland.


Sibirische Tagebücher I-IV
Dokumentarfilm, 2002-2003, 52’ x 4 Min.
Produzent: Dzintra Geka
studio SB, Riga
Premiere: 13.06.2003
http://www.latfilma.lv

Interviews mit den Überlebenden der ca. 4000 Kinder, die 1941 von den Sowjets deportiert wurden (nur ca. 10% überlebten).
Rudolf de Baey
www.goethe.de/riga

    Litauen

    Duburys [Das Strudelloch]

    Spielfilm, 2009
    Regie: Gytis Lukšas
    140 Min.


    Die Lebensgeschichte eines durch die öde Sowjetzeit gebrochenen Menschen, dessen Schicksal unbeachtet geblieben ist. Der Film erzählt vom bescheidenen und zugleich sehr herzlichen Alltag der Sowjetzeit.

    Vaikai iš Amerikos viešbučio [Kinder aus dem Hotel „Amerika“]

    Spielfilm, 1990
    Regie: Raimundas Banionis
    92 Min.


    Der Film erzählt vom Leben in der jungen, aber für die Jugend von heute schon unvorstellbaren Vergangenheit – von den sog. Sowjetjahren, wo jeder Traum auf einem Polizeirevier enden konnte.

    Vienui vieni [Ganz allein]

    Spielfilm, 2004
    Regie: Jonas Vaitkus
    100 Min.


    Auf realen Ereignissen basierendes historisches Drama über die Partisanenkämpfe, eine komplizierte und blutige Resistenzzeit in Litauen (1944-1953).

    Polen

    In der Filmkunst wurde bisher kein ernsthafter Versuch unternommen, das Thema der Informellen Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes aufzugreifen.

    Przesłuchanie
    [Verhör]

    1982
    Ryszard Bugajski
    Über die Verbrechen des Kommunismus informiert dieser Spielfilm mit Krystyna Janda in der Hauptrolle.

    Tschechien

    Sozialistische Vergangenheit im tschechischen Film und Fernsehen nach 1989 (Auswahl)

    Pelíšky
    [Gemütliche Nischen]

    1993
    Jan Hřebejk
    Einer der populärsten tschechischen Filme der 90-er Jahre. Ein typisches und gut inszeniertes Produkt der Ostalgie- Welle. Zwei Familiengeschichten vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse 1968. Viel Humor, viel Versöhnliches, Musik dazu.

    Kolja
    [Kolja]

    1998
    Jan Svěrák
    Komödie über den Zusammenstoß zweiter Welten – ein egoistischer tschechischer Mann im besten Alter und ein russisches Kind, das sein Leben bestimmt. Einer der erfolgreichsten tschechischen Filme nach 1989, sowohl im Lande als auch weltweit (Oscargewinner)

    Zapomenuté světlo
    [Das vergessene Licht]
    1996
    Vladimir Michálek
    Eine gefühlvolle und doch unpathetische Geschichte, deren Hauptfigur ein katholischer Pfarrer in einem Dorf in den 80-er Jahren. Ein Film über die Hoffnungslosigkeit in dieser Zeit und über die Hoffnung und den Glauben.

    Tmavomodrý svět
    [Die dunkelblaue Welt]

    2001
    Jan Svěrák
    Die einzige Big-Budget-Coproduktion der tschechischen Filmgeschichte erzählt die Geschichte der tschechischen Piloten in der Royal Airforce im Zweiten Weltkrieg.. Und die tragische Geschichte dieser Menschen, dieser Helden, wie sie genannt wurden, in den kommunistischen Gefängnissen der 50-er Jahre

    Fernsehprojekte


    Zdivočelá země
    [Verwildertes Land]

    1997
    Hynek Bočan

    Zdivočelá země II
    [Verwildertes Land II]

    Fernsehserie, 2001
    Hynek Bočan
    Die Hauptfigur ist ein ehemaliger tschechischer Soldat, der in der Royal Airforce kämpfte. Seinem Streben, ein neues Leben mit den Freunden und der Familie im Grenzgebiet aufzubauen, steht die nun kommunistische Welt immer mehr entgegen.

    Klíč k určování trpaslíků podle deníků Pavla Juráčka
    [Der Schlüssel zur Bestimmung der Zwerge nach den Tagebüchern von Pavel Juracek]

    2002
    Martin Šulík
    Ein Dokudrama, ein interessantes Experiment, gedreht nach den Tagebüchern von Pavel Juraček, einer der wichtigsten Persönlichkeiten der tschechoslowakischen Neuen Welle im Film. Da Juracek ein sehr politisch reflektierender Mensch war, beschreibt der Film sehr originell und einfühlsam die Situation in der tschechischen Kultur und Kulturpolitik der 60-er Jahre.

    PF 77
    [Schönes Neues Jahr 77]

    2003
    Jaroslav Brabec
    Ganz offensichtlich haben die beiden Autoren, Jelena Masinová und Pavel Kohout die Hauptrolle der Schauspielerin und kommunistische Widerstandskämpferin Vlasta Chramoslová ,die die Charta 77 unterschrieben hatte, gewidmet, die ein ähnliches Schicksal wie die fiktive Heldin in diesem Fernsehdrama erleiden mußte.
    Zusammengestellt von
    Tereza Dvořáková
    Assistentin an Lehrstuhl für Filmwissenschaft, Karls-Universität Prag

      Ungarn

      Über die Zeit zwischen dem II. Weltkrieg und der Wende 1989 sind zahlreiche Filme gedreht worden, die sich vor allem mit den 1950er Jahren, dem Aufstand 1956 und den Jahren der Retorsion beschäftigen. Komödien über die Kádár-Ära fanden grossen Beifall beim Publikum. Die kritische Auseinandersetzung mit jener Zeit hingegen ist eine Aufgabe, die die ungarische Filmkunst der letzten 20 Jahre weitgehend versäumte.

      Napló apámnak, anyámnak
      [Tagebuch für meinen Vater, meine Mutter]

      1990.
      Drehbuch-Regie: Márta Mészáros
      Die 56er Episode der Tagebuchreihe: Juli kehrt gleichzeitig mit dem Ankommen der sowjetischen Truppen aus Moskau zurück nach Hause. János hat aber in der Zwischenzeit aktiv an den Ereignissen zu Hause teilgenommen. Bleiben oder gehen? Juli und János machen sich auf den Weg nach Österreich, trotzdem kehren sie wieder zurück. Im neuen Jahr fangen die Verhaftungen an.

      Csinibaba
      [Zuckerpuppe]

      1997
      Drehbuch-Regie: Péter Tímár
      1962: Der Ungarisch Kommunistische Jugendverband organisiert ein Quiz. Hauptgewinn ist eine Reise nach Helsinki zur VIT. Mehrere bewerben sich mit der Hoffnung nach Westen zu kommen. Eine absurde Komödie unter Aufbereitung der modernen Musik dieser Ära.

      6:3, avagy játsszd újra Tutti
      [6:3 – Tuttis Traum]

      1998
      Drehbuch-Regie: Péter Tímár
      Die Komödie ist im Gedenken an dem englisch-ungarischen weltberühmten Fußball-Wettkampf aus 1953 entstanden. Im Bezirk Ferencváros, am Bakáts-Platz, taucht ein Mann auf (er kommt aus der Zukunft), dessen Lebenstraum es ist, diesen Fußball-Wettkampf zu sehen. Nachdem er die Tore immer schon im Voraus prophezeit und später noch mit einem zehntausender Schein bezahlen will, werden alle auf ihn aufmerksam. Helen, die aus der Zwangsaussiedlung zurückkehrende Straßenfegerin hilft ihm, da die Staatsicherheit ihn schon beobachtet.

      A napfény ízeí
      [Ein Hauch von Sonnenschein]

      1999
      Drehbuch-Regie: István Szabó
      Der Film zeichnet die Geschichte einer jüdischen Familie mit ihren vier Generationen auf. Parallel werden auch die großen Ereignisse der ungarischen Geschichte gezeigt. Der Sohn eines dörflichen Kneipenwirts wird ein berühmter Budapester Likörfabrikant. Seine Kinder wechseln den Familiennamen in einen Ungarischen; einer der Jungs tritt sogar aus der jüdischen Gemeinde aus, damit er in der ungarischen Nationalmannschaft fechten kann. Bei den Olympischen Spielen gelingt es ihm die Goldmedaille zu gewinnen. Das Enkelkind arbeitet für die Staatssicherheit bis es realisiert, dass es eigentlich einem unmenschlichen System dient. 2006 kam heraus, dass der Regisseur István Szabó unter dem Namen Endre Képesi Agent der Staatsicherheit war und zwischen 1957 und 1963 48 Berichte geschrieben hat, die meisten davon in der Zeit der Vergeltung.

      Szabadság, szerelem
      [Freiheit, Liebe]

      2006
      Regie: Krisztina Goda
      Wasserball und Revolution. In Melbourne fangen die Olympischen Spiele an und gleichzeitig beginnt in Ungarn die Revolution. Unter den Ausreisenden sind viele, die am Aufstand teilgenommen haben. Im Halbfinale vermischen sich Sport und Geschichte: die Ungarn spielen mit den Russen. Andrew Vajna, amerikanisch- ungarischer Produzent (u. a. verbindet man mit seinem Namen die Serie Terminator) hat lange Zeit davon geträumt einen Film über die 56er Revolution zu machen. Der Traum ist Wirklichkeit geworden!

      Utolsó jelentés Annáról
      [Letzter Bericht über Anna]

      2009
      Regie: Márta Mészáros
      Fiktive Ausgangssituation mit realen Darstellern: Anna Kéthly gehört zu den Pfeilkreuzlern. Nachdem sie von Kommunisten verfolgt wird, gründet sie 1956 die Sozialdemokratische Partei wieder, wodurch sie in die Illegalität gerät. Der Film beginnt in dem Moment, als sie 1973 in Brüssel Besuch vom Neffen ihres ehemaligen Geliebten bekommt, der sie im Auftrag der Staatsicherheit aufsucht. Er versucht sie zu überzeugen nach Ungarn zurückzukehren. Fragen der Prinzipientreue und Ehre, die auf Bestechlichkeit und Resignation basieren, werden den Entscheidungen der Opfer des Kadar-Regimes gegenüber gestellt.

      A tanú
      [Der Zeuge]

      1969, 112 Min.
      Péter Bacsó

      Tragikomödie, Parabel, politische Satire über den kleinen Mann und seinen Widerstand gegen die diktatorische Macht.

      After the Fall – Europa nach 1989

      Theaterprojekt des Goethe-Instituts über die Auswirkungen des Mauerfalls in 15 europäischen Ländern