„Illusion der Nähe? Ausblicke auf die europäische Nachbarschaft von morgen“
Eine neue Agenda nachbarschaftlicher Beziehungen in Europa will das Goethe-Institut mit dem Forum „Illusion der Nähe? Ausblicke auf die europäische Nachbarschaft von morgen“ formulieren. Vom 27. bis 29. Oktober 2010 lädt es in Partnerschaft mit dem Polnischen Institut Berlin und dem Deutsch-Französischen Institut in den ehemaligen Flughafen Tempelhof nach Berlin ein.
Das Goethe-Institut ist mit Erfolg in Indien und China tätig, man findet es am Golf und neuerdings verstärkt in Afrika. Begonnen hat seine Geschichte aber vor bald sechzig Jahren in (West-)Europa, und noch immer ist sein Netz dort enger als irgendwo sonst. Warum? Ist der Versöhnungsauftrag der Nachkriegsjahre nicht längst erledigt, in Westeuropa ohnehin, und nach zwanzig Jahren Präsenz in Warschau, Prag oder Moskau allmählich auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas? Wie heißt der Anschlussauftrag, nachdem das einstmals unter dem Schlagwort „Völkerfreundschaft“ angetretene Projekt abgeschlossen scheint?
Die Rhetorik vom „guten Nachbarn“ versucht seit jeher, die Verhältnisse zu beschönigen – doch der Nachbar ist und bleibt in vielen Fällen Quelle des Verdrusses. Das beginnt mit dem Nachbarschaftsstreit um den Verlauf eines Zauns und hört mit dem Streit zwischen Nationen um Ländergrenzen oder Nutzungsrechte an Rohstoffen nicht auf. „Illusion der Nähe?“ meint genau dies: die geographische oder physische Nähe suggeriert eine Nähe auch in den alltäglichen Beziehungen, eine Suggestion, von der man sich allzu leicht täuschen lässt. In Krisenzeiten, wie wir sie im Moment erleben, wird deutlich: schon leichte Erschütterungen reißen schnell wieder Gräben auf und lassen die eine oder andere offene Rechnung zum Vorschein kommen. Wenngleich das gemeinsame Ziel klar ist, müssen die Wege dorthin immer wieder neu festgelegt und markiert werden. Hier ist jeder einzelne gefordert, zum Gelingen der Beziehungen beizutragen. Doch der Einzelne braucht Unterstützung – durch eine europäische Kulturpolitik, die als Seismograph schon die kleinsten Erschütterungen wahrnimmt und über geeignete Mittel verfügt, durch sensible und gewissenhafte Kulturvermittlung zur europäischen Stabilität beizutragen.
Wie steht es um die aktuellen nachbarschaftlichen Beziehungen in Europa und was wollen wir hier erreichen? Wie lässt sich eine Nachbarschaftskultur der Erinnerung etablieren? Was bedeutet Nachbarschaft in Städten, die im Wandel zu transnationalen urbanen Räumen begriffen sind? Welche Herausforderungen kommen hier auf die Kulturpolitik(en) in Europa zu?
Diese und viele weitere Fragen werden im Laufe des Forums „Illusion der Nähe?“ zur Sprache kommen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den beiden wohl wichtigsten deutschen Nachbarschaftsverhältnissen, denen zu Frankreich und Polen. Philosophen und Historiker, Ethnologen, Künstler und Schriftsteller, werden miteinander über den Geist und die Geister der Nachbarschaft – gestern, heute und morgen – sprechen. Weitere Foren an anderen Orten in Europa und Außereuropa werden sich in ähnlicher Weise mit den jeweils regional bedeutsamen Nachbarschafts-Konstellationen beschäftigen.
Die Eröffnung findet am 27. Oktober 2010 um 19.30 Uhr statt. Zum Auftakt spricht am 28. Oktober 2010 um 9.30 Uhr der Politologe und Philosoph Herfried Münkler, und am 29. Oktober 2010 wird um 16 Uhr der ungarische Autor Péter Esterházy lesen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle wird im Anschluss am 29. Oktober 2010 eine Rede halten.
Veranstaltungsort: Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke, 12101 Berlin
Das Goethe-Institut ist mit Erfolg in Indien und China tätig, man findet es am Golf und neuerdings verstärkt in Afrika. Begonnen hat seine Geschichte aber vor bald sechzig Jahren in (West-)Europa, und noch immer ist sein Netz dort enger als irgendwo sonst. Warum? Ist der Versöhnungsauftrag der Nachkriegsjahre nicht längst erledigt, in Westeuropa ohnehin, und nach zwanzig Jahren Präsenz in Warschau, Prag oder Moskau allmählich auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas? Wie heißt der Anschlussauftrag, nachdem das einstmals unter dem Schlagwort „Völkerfreundschaft“ angetretene Projekt abgeschlossen scheint?
Die Rhetorik vom „guten Nachbarn“ versucht seit jeher, die Verhältnisse zu beschönigen – doch der Nachbar ist und bleibt in vielen Fällen Quelle des Verdrusses. Das beginnt mit dem Nachbarschaftsstreit um den Verlauf eines Zauns und hört mit dem Streit zwischen Nationen um Ländergrenzen oder Nutzungsrechte an Rohstoffen nicht auf. „Illusion der Nähe?“ meint genau dies: die geographische oder physische Nähe suggeriert eine Nähe auch in den alltäglichen Beziehungen, eine Suggestion, von der man sich allzu leicht täuschen lässt. In Krisenzeiten, wie wir sie im Moment erleben, wird deutlich: schon leichte Erschütterungen reißen schnell wieder Gräben auf und lassen die eine oder andere offene Rechnung zum Vorschein kommen. Wenngleich das gemeinsame Ziel klar ist, müssen die Wege dorthin immer wieder neu festgelegt und markiert werden. Hier ist jeder einzelne gefordert, zum Gelingen der Beziehungen beizutragen. Doch der Einzelne braucht Unterstützung – durch eine europäische Kulturpolitik, die als Seismograph schon die kleinsten Erschütterungen wahrnimmt und über geeignete Mittel verfügt, durch sensible und gewissenhafte Kulturvermittlung zur europäischen Stabilität beizutragen.
Wie steht es um die aktuellen nachbarschaftlichen Beziehungen in Europa und was wollen wir hier erreichen? Wie lässt sich eine Nachbarschaftskultur der Erinnerung etablieren? Was bedeutet Nachbarschaft in Städten, die im Wandel zu transnationalen urbanen Räumen begriffen sind? Welche Herausforderungen kommen hier auf die Kulturpolitik(en) in Europa zu?
Diese und viele weitere Fragen werden im Laufe des Forums „Illusion der Nähe?“ zur Sprache kommen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den beiden wohl wichtigsten deutschen Nachbarschaftsverhältnissen, denen zu Frankreich und Polen. Philosophen und Historiker, Ethnologen, Künstler und Schriftsteller, werden miteinander über den Geist und die Geister der Nachbarschaft – gestern, heute und morgen – sprechen. Weitere Foren an anderen Orten in Europa und Außereuropa werden sich in ähnlicher Weise mit den jeweils regional bedeutsamen Nachbarschafts-Konstellationen beschäftigen.
Die Eröffnung findet am 27. Oktober 2010 um 19.30 Uhr statt. Zum Auftakt spricht am 28. Oktober 2010 um 9.30 Uhr der Politologe und Philosoph Herfried Münkler, und am 29. Oktober 2010 wird um 16 Uhr der ungarische Autor Péter Esterházy lesen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle wird im Anschluss am 29. Oktober 2010 eine Rede halten.
Veranstaltungsort: Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke, 12101 Berlin
„Illusion der Nähe? Ausblicke auf die europäische Nachbarschaft von morgen“
Ein Forum des Goethe-Instituts
Partner: Polnisches Institut Berlin, Deutsch-Französisches Institut und andere
Partner: Polnisches Institut Berlin, Deutsch-Französisches Institut und andere








