Kali-Kalisu – eine Initiative für Kunstlehrerinnen und -lehrer an indischen Schulen


Das Weiterbildungsprogramm „Kali-Kalisu“ (Lernen und Lehren), initiiert vom Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan Bangalore in Zusammenarbeit mit der India Foundation for the Arts (IFA), engagiert sich für die Förderung der kulturellen Bildung, insbesondere der Kunsterziehung, an indischen Schulen. In insgesamt 20 Workshops werden Kunstlehrerinnen und -lehrer im südindischen Bundesstaat Karnataka in kunstpädagogischen und kreativen Methoden fortgebildet.
Das Bildungssystem in Indien ist durch einen hohen Erfolgsdruck bei Prüfungen gekennzeichnet. So wichtig die Kunsterziehung für eine ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist – in den Lehrplänen wurde sie bislang kaum berücksichtigt. In einer Studie des nationalen schulpolitischen Beirats NCERT (National Council of Research and Training) heißt es: „Es muss nun dringend dafür gesorgt werden, dass die Kunsterziehung in die formale Schulausbildung unserer Schüler eingebunden wird, wenn wir unsere einzigartige kulturelle Identität in ihrer ganzen Vielfalt und ihrem Reichtum erhalten möchten.“ Obwohl die Regierung die Bedeutung der Kunst im Rahmen der Allgemeinbildung anerkennt, gab es bislang noch nicht viele Fortschritte in diese Richtung.
Im Rahmen der Initiative „Kultur und Entwicklung“ hat nun das Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan Bangalore in Zusammenarbeit mit der India Foundation for the Arts (IFA) im südindischen Bundesstaat Karnataka das Projekt „Kali-Kalisu – eine Initiative für Kunstlehrerinnen und –lehrer an indischen Schulen“ ins Leben gerufen. IFA, eine unabhängige philanthropische Organisation mit Sitz in Bangalore, unterstützt bereits landesweit Projekte im Bereich der Kunstwissenschaft, der darstellenden Künste und der Kunsterziehung.
„Kali-Kalisu“ will Lehrerinnen und Lehrern ganzheitliche kunstpädagogische Ansätze und Methoden vermitteln und damit die Erziehungspraxis in den ländlich gelegenen Primar- und Sekundarschulen im Bundesstaat Karnataka fördern. Die erste Projektphase im Jahr 2009 beinhaltet 20 Workshops. Hier sollen die Lehrkräfte die Möglichkeit erhalten, kreative Mittel und kunstorientierte Ansätze für die tägliche pädagogische Arbeit auszuprobieren. Mit den Schwerpunkten Musik, Tanz, Puppenspiel, Theater und bildende Kunst wird das ganze kulturpädagogische Spektrum für Lehramt und Referendariat abgedeckt. Mit ihren frisch erworbenen Kenntnissen können, so das Ziel der Initiative, die Lehrenden dann die Unterrichtspraxis in vielen Schulen des Bundesstaates bereichern.
Durchgeführt werden die Workshops von fünf Kunstinstitutionen aus Karnataka, die im Rahmen anderer Projekte bereits eng mit der IFA zusammengearbeitet haben: Ananya (Musik), Attakkalari Centre for the Movement Arts (Tanz), Bharath Gyan Vigyan Samithi (Kunst), Gombe Mane (Puppenspiel) und Ninasam (Theater). Alle Partnerorganisationen setzen sich für ein gemeinsames Ziel ein – die Überwindung der Grenze zwischen Kunst und Bildung. Auch deswegen bieten die Workshops den Lehrkräften weit mehr als Techniken und Methoden: Sie wollen ein breit gefächertes Kunstverständnis vermitteln und zur intellektuellen Auseinandersetzung anregen.
Der erste Zyklus aus fünf Workshops ist bereits erfolgreich zu Ende gegangen. 37 junge Lehrerinnen und Lehrer aus dem Bundesstaat Karnataka nahmen an der 15-tägigen Fortbildung in Ninasam, Heggodu, teil. Es folgten Workshops in Dharwad und Bidar, die in Zusammenarbeit mit dem District Institute for Education and Training (DIET) durchgeführt wurden. Weitere Fortbildungen sind auf Anfrage anderer Bildungsorganisationen erneut in Bidar und zudem in Gulbarga geplant. Gegen Jahresende wird eine Konferenz allen wichtigen Akteuren die Möglichkeit eines Gedanken- und Erfahrungsaustauschs bieten. Auch Kunstpädagogen aus Deutschland und anderen Ländern sollen eingeladen werden, um ihr Fachwissen zu vertiefen und mögliche Perspektiven für die Fortführung des Projekts auszuloten.
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Video: Kali-Kalisu: Dokumentation (engl.); Regie: Gautam Sonti







