Kulturmanagement in Osteuropa/Zentralasien

Kompetenzzentrum Kulturmanager in Osteuropa/Zentralasien

Workshop in Berlin (© Goethe-Institut)
Workshop in Berlin (© Goethe-Institut)
Das erfolgreiche Pilotprojekt „Kompetenzzentrum Kulturmanager“ des Goethe-Instituts wird 2011 fortgeführt. Zum zweiten Mal nehmen zehn Kulturschaffende aus Osteuropa, Zentralasien und dem Südkaukasus das Weiterbildungsangebot in Deutschland wahr. Ab Februar absolvieren sie jeweils vierwöchige Hospitationen in deutschen Kulturinstitutionen wie dem Deutschen Historischen Museum in Berlin, dem Kölner Netzwerk ON-Neue Musik und dem Grips-Theater. Das Förderprogramm schließt mit der Realisierung eines eigenen Projekts im Herkunftsland, unterstützt vom Goethe-Institut vor Ort.

„In den kulturell-künstlerischen Szenen der Länder Osteuropas und Zentralasiens haben es Kulturmanager schwer. Oft fehlt es ihnen an Erfahrung, vor allem im Bereich der internationalen Kooperation. Hier setzt unser Programm an“, erläutert Katrin Ostwald-Richter, Projektleiterin des Fortbildungsprogramms „Kompetenzzentrum Kulturmanager“, das 2009 vom Goethe-Institut als Pilotprojekt ins Leben gerufen wurde und 2011 zum zweiten Mal stattfindet. Zielgruppe sind professionelle Kulturschaffende aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die in staatlichen wie nichtstaatlichen Institutionen oder freiberuflich arbeiten. Sie werden dabei unterstützt, zeitgemäße Strukturen der internationalen Zusammenarbeit im Kulturbereich zu entwickeln, Netzwerke aufzubauen und zugleich das eigene berufliche Profil zu schärfen.

Kompetenzzentrum Kulturmanagement OE/ZA - Workshop (Foto: Goethe-Institut)Die Fortbildung verläuft in drei Phasen: In Basisworkshops in Berlin erweitern die Teilnehmer zu Beginn ihr praktisches Rüstzeug im Kulturmanagement. Eine vierwöchige Hospitation in namhaften Kulturinstitutionen in Deutschland setzt den zweiten Schwerpunkt. Und schließlich realisieren sie im Herkunftsland ein eigenes Projekt, das vom jeweiligen Goethe-Institut vor Ort unterstützt wird. „Viele Leute kommen in den Westen, kehren dann in ihre Heimat zurück und versuchen, die westliche Kultur nachzuahmen. Dabei ist es nicht die Kultur, die wir adaptieren sollten. Es sind die gezielte Ausbildung und Förderung und die kreative Freiheit, die wir uns von Deutschland abgucken müssen“, so Tamar Janashia, Kulturmanagerin aus Tiflis und Teilnehmerin des ersten Jahrgangs.

Anfang 2011 haben die zehn Kulturmanager des zweiten Jahrgangs in Berlin ihre Fortbildung begonnen. Sie stammen wie zuvor aus der Ukraine, Belarus, Usbekistan, erstmals auch aus Kasachstan, Armenien, Tadschikistan und Aserbaidschan. Die sechs weiblichen und vier männlichen Teilnehmer arbeiten an Institutionen wie der Akademie der Künste Almaty (Kasachstan), im staatlichen Filmstudio „Tadschikfilm“ (Tadschikistan) oder sind als Kuratoren oder Festivalorganisatoren tätig, etwa für das Festival „Weißrussischer Frühling“ (Ukraine). „Nach dem großen Erfolg mit der ersten Gruppe sind auch die ‚Neuen’ hoch motiviert, die kulturellen Szenen in Berlin, München und Köln zu erkunden, Erfahrungen mit deutschen Experten auszutauschen und in Workshops neue Ideen, Techniken und Formate auszuprobieren“, unterstreicht Projektleiterin Katrin Ostwald-Richter, die auch das Goethe-Institut in Minsk leitet.

Über die theoretische Phase im Januar, in der unter anderem Projekt- und Budgetplanung, Kulturmarketing, Öffentlichkeitsarbeit und Präsentationstechniken trainiert wurden, sagt der Kurator Aleh Kursahou aus Gomel/Belarus: „Ich bin sehr beeindruckt von der großen Vielfalt der Methoden, die während des Trainings zum Tragen kamen. Die Theorie wird durch die permanente Verbindung zur Praxis anschaulich gemacht und umgekehrt“.

Von Februar bis April 2011 hospitieren die Kulturmanager nun für vier Wochen an deutschen Kultureinrichtungen. Einblicke in ihre Projekte und Arbeitsabläufe ermöglichen: ON-Neue Musik (Köln), Neue Gesellschaft für bildende Kunst (Berlin), Lothringer 13 Städtische Kunsthalle (München), Deutsches Historisches Museum (Berlin), Volksbühne (Berlin), Platform3 (München), Filmproduktion Blinker (Köln), Grips Theater (Berlin), Kunsthaus Tacheles (Berlin) und die Berlinische Galerie.

Von Mai bis Dezember 2011 werden die Kulturmanager/innen ihre eigenen Projekte umsetzen.

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