
„Demokratie definiert sich geradzu als eine „schwache“ Regierungsform, als ein Modell mit offenen Flanken (...)“
Paul Nolte diskutiert am 14. April 2013
in München zum Thema Demokratie in der Defensive
Paul Nolte,
Historiker
Historiker
„Demokratie ist aktuell wie kaum zuvor – und wirft Fragen auf. Am Anfang des 21. Jahrhunderts steht Euphorie unmittelbar neben tiefer Enttäuschung. Gerade für Deutsche stand die Demokratie, nach 1945, lange auf dem Sockel wie ein Denkmal, dem man mit Ehrfurcht begegnete. Aber die Herrschaft des Volkes, der Anspruch auf gleiche Freiheit und Selbstregierung sind voller Konflikte und Widersprüche. Die Geschichte der Demokratie handelt nicht nur von Wachstum, Fortschritt und Erfüllung, sondern ist einer immerwährenden Suche vergleichbar. Sie vollzog sich nie geradlinig, sondern geriet in schwere Krisen. Was ist, was war Demokratie? Geschichte und Gegenwart verschränken sich, und die Antworten können kaum eindeutig sein, sondern laden zum Nachdenken über die Zerrissenheit eines Versprechens ein.“
Biographie:
Seit 2005 Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität BerlinSeit 2008 Mitglied der Sachverständigenkommission für den ersten Gleichstellungsbereicht der Bundesregierung
Seit 2009 Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin
2010/11 Gastprofessur an der University of North Carolina, Chapel Hill, USA
Publikationen zum Thema:
Was ist Demokratie? Geschichte und Gegenwart, München 2012 (C.H. Beck)Riskante Moderne. Die Deutschen und der neue Kapitalismus, München 2006 (C.H. Beck)
Die Ordnung der deutschen Gesellschaft. Selbstentwurf und Selbstbeschreibung im 20. Jahrhundert, München 2000 (C.H. Beck)







