Antonis Liakos

© Antonis Liakos Antonis Liakos diskutiert am 24. Februar 2013
in Athen zum Thema Utopie und Erneuerung
Antonis Liakos,
Historiker

“Zunächst sollten wir definieren, was wir mit den Begriffen Modernisierung und Reform meinen. Die gängige Bedeutung ist die Anpassung an den Paradigmenwechsel (neoliberale Wirtschaft, new public management, Globalisierung des Finanz- und Kreditwesens, Umsturz der Beziehung Staat – Märkte). In diesem Sinn werden Sie vernehmen, dass auch in Frankreich und sogar in den USA von Modernisierung und Reform die Rede ist. Diese – ständig wechselnden – Reformen wurden in den letzten zwei Jahrzehnten den meisten Staaten oder allen Staaten zum größten Teil auferlegt. Die große Frage der modernen Krise ist nun folgende: Ist die Krise Ergebnis der nicht vollständigen Umsetzung dieser Reformen oder eben gerade dieser Reformen?“
Antonis Liakos im Interview mit Lettre International

Biographie:
Antonis Liakos, geboren 1947 in Athen, ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Athen, Herausgeber der Zeitschrift Historein und Mitglied in der International Commission for the History and Theory of Historiography. Er war Gastforscher in Princeton, New York University, Ecole Normale Superieure, European University Institute, University of Sydney und Peking University. In seinen Büchern und Artikel setzt er sich außeinander mit der Geschichte des Nationalismus, Sozialgeschichte und Geschichte der Geschichtsschreibung. Er schreibt regelmäßig für griechische Tageszeitungen und ist Mitglied in der Initiative for the Defence of Society and Democracy in Athen. Ein langes Interview zur griechischen Krise und ihrem Kontext ist zu lesen in: Lettre International, 95 (2011) 19-24.

Publikationen zum Thema:
Apocalypse, Utopia and History, Athen 2011.

How the past turns to history?, Athen 2007.

The nation and how it has been imagined by those preaching the change of the world, Athen 2005.

Labour and Politics in the Interwar Greece, Athen 1993.