Das Projekt Mauerreise im Jemen
Dem Deutschen Haus Sanaa & Aden fiel es als Organisator des Kunstateliers zur Gestaltung der Mauersteine leicht, insgesamt acht jemenitische Künstler für ein neuntägiges Atelier zu gewinnen – das Thema der Mauerreise hat in der aktuellen lokalen Betrachtung einen hohen Aktualitätswert. Vier der insgesamt acht Künstler und Künstlerinnen stammen aus dem ehemaligen Norden des Landes, vier aus dem Süden – Konflikte beim Teilen der vier Steine gab es keine: die Künstlergruppe wählte zwischen Einzelarbeiten und Paararbeiten.Die Steine der Mauerreise begleiteten die Deutschen Kulturwochen 2009: Vom Tag der Eröffnung am 24. Mai an wurden die Steine für die Dauer eines Monats im Nationalmuseum in Sanaa ausgestellt. Ab November 2009 sind sie in deutschen Museen zu sehen.
Die Künstler und Künstlerinnen des Ateliers Dr. Amnah Al-Nasiri , Mazher Nizar, Reema Qasim und Abdallah al-Mujahed aus Sanaa, Farid Samed, Ahmed Abdulaziz, Kamal Makrami aus Aden und Mohamed Mohsen Sheikh aus Abyan haben die Mauersteine in einem Workshop, der vom 16.–21. Mai stattfand, gestaltet. Die Ausstellung der gestalteten Mauersteine war bis zum 25. Juni zu sehen.
Im Rahmen eines Mauerreise-Essaywettbewerbs, der begleitend zum Atelier stattfand, bezog das Deutsche Haus die angesehene Jemenitische Geschichtenvereinigung (Al-Nadi Al-Qissas) ein. Die beiden Gewinner des Wettbewerbs, Najat Bahakim und Mohamed Al-Gharbi Amran, geben in ihren Texten einen Rück- und Ausblick auf Trennung und Einheit aus gesellschaftlicher Perspektive. Aufgrund der guten Zusammenarbeit auf literarischem Gebiet (zum Beispiel bei der diesjährigen Literaturkonferenz in Sanaa) wird derzeit eine Partnerschaft zwischen dem Nadi Al-Qissas und dem Deutschen Haus begründet, auf deren Basis eine jährliche literarische Begegnung zwischen einem deutschen und einem jemenitischen Autor stattfinden soll.













