Comic Dossier

Ein Tag an der Somme

Sacco DER ERSTE WELTKRIEG – 1. Juli 1916: Die Schlacht an der Somme, © Edition Moderne 2014
Sacco DER ERSTE WELTKRIEG – 1. Juli 1916: Die Schlacht an der Somme, © Edition Moderne 2014
Szene aus „Der Erste Weltkrieg – 1. Juli 1916: Die Schlacht an der Somme“


Der US-amerikanische Zeichner Joe Sacco gilt als Erfinder der Comicreportage. Mit seinen Kriegsreportagen, die er auch als einen journalistischen Beitrag versteht, sorgt er für kontroverse Diskussionen. Jetzt erschien „Der Erste Weltkrieg – 1. Juli 1916: Die Schlacht an der Somme“.

Seit Anfang der 1990er-Jahre tritt Joe Sacco mit Bänden aus Krisenregionen in Erscheinung (etwa Palestine, Footnotes in Gaza, War's End: Profiles from Bosnia 1995-1996), die immer wieder in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden und Debatten anstoßen. Zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs im Jahr 2014 hat er ein sieben Meter langes Leporello, gewissermaßen ein Buch-Fresko, geschaffen, das den ersten Tag der Schlacht an der Somme rekonstruiert. An diesem 1. Juli 1916 fielen etwa 20 000 Soldaten. Die Schlacht, die bis zum 18. November 1916 andauerte, gilt als die verlustreichste des gesamten Ersten Weltkriegs. Am Ende standen über 700 000 Tote und Verwundete auf deutscher und über 400 000 auf alliierter Seite. Treffend hat Joe Sacco in Interviews von der „Hölle auf Erden“ gesprochen. Auf über 100 Meter ausgedehnt findet sich das Leporello zudem in der Pariser Metrostation Montparnasse und wird so zu einem sequenziellen Mahnmal.


Lorenz Wesemann
studierte Literaturwissenschaft und Geschichte, arbeitet als freier Redakteur und lebt in Offenbach am Main.

Copyright: Goethe-Institut e.V.
Dezember 2014

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    Joe Sacco

    wurde 1960 auf Malta geboren. Nach Anfängen als Cartoonist, begründete er in den 1990er-Jahren das Genre der Comicreportage mit Arbeiten über die Westbank. Er sieht sich selbst als zeichnenden Journalisten. Weitere Arbeiten zu aktuellen politischen Themen folgten. Im Jahr 2001 wurde ihm der Eisner-Award verliehen.