Paradoxien

Nachrichten vom Großen Krieg 1914 – 1918

Prof. Dr. Bernd Hüppauf © Hüppauf/Transcript used with permission

Sequenz: Jerusalem 1917 (Hannelore Hoger, 2:54) aus dem Filmprogramm von Alexander Kluge

Der Film, der für das Goethe Institut Paris hergestellt wurde, führt Szenen vor Augen, die meist unbekannt sind. Es geht um den Bruder der Mutter und den Bruder des Vaters des Autors, die in den ersten Tagen des Krieges fielen. Amerikanische Soldaten begegnen erstmals dem Gas. Zeppeline über London. Französische Nachschubkolonnen auf Eseln auf dem Weg in das Inferno von Verdun. In Kabul suchen deutsche Emissäre das Bündnis mit dem Emir, um die Kriegsentscheidung in Indien zu bewirken. Das Ende kommt dann 1918 von Saloniki her, vom Balkan, für den sich keine der Kriegsmächte wirklich interessierte, und wo der Krieg seinen makabren Ursprung hatte.

Mit Hannelore Hoger als Gräfin Ziegenhahn, Leiterin eines deutschen Lazaretts in Jerusalem 1917, mit Helge Schneider als Rittmeister Graf Wronski am 09. November 1918, Eintänzer im Hotel Adlon. Mit Beiträgen der Historiker Christopher Clark und Gerd Krumeich, die in ihren jüngsten Publikationen neues Licht auf den Großen Krieg warfen: Dieses „Laboratorium bitterer Erfahrungen“.

Der Große Krieg erweist sich heute, 100 Jahre nach seinen Ausbruch, als merkwürdig aktuell: Gleich ob man an Giftgas, an Assad, an die „Einkreisung der Mittelmacht China“ (und dessen Ausgreifen nach peripheren Inseln im südchinesischen Meer als ginge es um Sarajevo) denkt, oder an die europäische Schutztruppe, die in Zentralafrika eingreifen muss.

Ein Film in 33 Sequenzen. Mit viel Musik. Länge: 94 Minuten.

Mit freundlicher Genehmigung von KAIROS-FILM

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