Ernest Hemingway

In einem anderen Land 1

Ich finde, wir müssen durchhalten“, sagte ich. „Es würde den Krieg nicht beenden, wenn man auf einer Seite zu kämpfen aufhörte. Es würde nur noch schlimmer, wenn wir aufhörten.“ „Es könnte nicht schlimmer sein“, sage Passini respektvoll.
„Es gibt nichts Schlimmeres als Krieg.“
„Besiegt sein ist schlimmer.“
„Ich glaube nicht“, sagte Passini noch immer respektvoll.
„Was bedeutet besiegt sein? Daß man nach Hause kann.“
Mehr ...

In einem anderen Land 2

Die Italiener waren sicher, daß Amerika auch Österreich den Krieg erklären würde, und sie gaben schrecklich an, wenn irgendwelche Amerikaner herunterkamen, selbst wenn sie nur zum Roten Kreuz gehörten. Sie fragten mich, ob ich glaubte, daß Präsident Wilson Österreich den Krieg erklären werde, und ich sagte, es sei nur eine Frage von Tagen. Ich wußte nicht, was wir gegen die Österreicher hatten, aber es schien logisch, daß man Österreich den Krieg erklärte, da man mit Deutschland im Krieg war.
Mehr ...

In einem anderen Land 3

„Wir wollen nicht über verlieren reden. Es wird genug über verlieren gesprochen. Was diesen Sommer geschehen ist, kann nicht umsonst gewesen sein.“ Ich sagte nichts. Mich verwirrten immer Worte wie heilig, ruhmreich und Opfer und der Ausdruck umsonst.
Mehr ...

RETROSPEKTIVEN: Zurück zur Übersicht >>

Ernest Hemingway


Ernest Hemingway (*21. Juni 1899 in Oak Parks, Illinois †2. Juli 1961 in Ketchum, Idaho) meldete sich im Ersten Weltkriegs freiwillig als Ambulanzfahrer des Amerikanischen Roten Kreuzes. Nach zwei Monaten an der italienischen Front schwer verwundet, verbrachte er längere Zeit in einem Mailänder Militärkrankenhaus. Seine Kriegserfahrungen verarbeitete der spätere Nobelpreisträger zu seinem viel gepriesenen Roman In einem anderen Land (1929).