Bildende Kunst

Heinrich Manns französischer Traum

Ausstellung
28.02.–02.04. 2014
Goethe-Institut Paris
www.goethe.de/paris
© Deutsches Theatermuseum, München
© Deutsches Theatermuseum, München
Eine intensive, aber paradoxe Beziehung zu Frankreich bestimmte Leben, Denken und Schreiben des deutschen Schriftstellers Heinrich Mann (1871 - 1950). Das Land seiner Inspiration lernte er zunächst nur durch die Literatur und erst spät auf Reisen kennen, bis er schließlich siebeneinhalb Jahre dort im Exil verbrachte.

Die zweisprachige Ausstellung folgt den Etappen seines Lebens. Sie behandelt das Frankreichbild in der Lübecker Familie, die frühen literarischen Versuche nach französischen Beispielen, die Entwicklung des jungen Snobs und Reaktionärs zum aufgeklärten Anhänger einer Republik nach französischem Muster, seine Orientierung an der sozialen Rolle der französischen Autoren, den engagierten Intellektuellen im Kampf gegen das Deutsche Kaiserreich, den Pazifisten von 1914, die Entdeckung des realen Frankreichs ab 1923, die hochpolitischen Jahre im französischen Exil zwischen 1933 und 1940, aber auch den fortdauernden Frankreich-Traum in seinen letzten Jahren in Los Angeles.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den von Frankreich inspirierten Werken (vom Drama Madame Legros bis zum Roman über Henri Quatre), dem Bruderstreit mit Thomas Mann, der sich an Heinrichs Zola-Essay von 1915 entzündete, sowie seinem Alltagsleben im Exil an der Côte d'Azur. Erstmals werden die Umstände der Flucht aus Deutschland 1933 sowie der Flucht aus Frankreich 1940 dargestellt.

Von bleibender Bedeutung ist die Rolle Heinrich Manns als engagierter Vorkämpfer für die deutsch-französische Verständigung, als diese noch utopisch schien.

Die Ausstellung wurde konzipiert von dem Berliner Schriftsteller Manfred Flügge, der im Februar 2014 einen Essay herausbringt unter dem Titel Le bleu des anges. Le rêve français de Heinrich Mann (Grasset).
2012 erschien von ihm der Essay: Traumland und Zuflucht. Heinrich Mann und Frankreich (Insel Taschenbuch).

Vernissage : 27. Februar, 19 Uhr
In Anwesenheit des Kurators Manfred Flügge



www.goethe.de/paris

    1914/2014 – Schlachtfeld Erinnerung: Den Ersten Weltkrieg anders denken.

    Foto: Regine Dura

    100 Jahre Erster Weltkrieg: Jubiläumsausgabe Fikrun wa Fann

    Otto Dix, Selbstporträt als Mars, 1915, Öl auf Leinwand ©Städtische Sammlungen Freital