Bildende Kunst

Hundertjähriges Jubiläum der Tunisreise der Maler Paul Klee, August Macke und Lo

Film, Ausstellung
10.-11.04.2014
Goethe-Institut Tunesien
Mit einem künstlerischen und einem kulturellen Programm von März bis Dezember 2014 erkennen das Goethe-Institut, die Deutsche und die Schweizer Botschaft, die Galerie Sadika und der DAAD – der Deutsche Akademische Austauschdienst –den Beitrag Tunesiens zur Inspiration der drei Maler und der Entwicklung der modernen Kunst an.

Nordafrika hat immer eine besondere Faszination auf die europäischen Künstler ausgeübt. Claude Monet und Auguste Renoir haben Algerien besucht. Henri Matisse hat lange in Marokko gelebt, wo einige seiner Werke entstanden sind. Die Reise nach Tunis aber kann als einer der entscheidenden Momente der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts angesehen werden. Im April 1914 unternahmen die Maler Paul Klee, August Macke et Louis Moilliet eine Reise nach Tunesien, die die moderne Kunst dauerhaft beeinflusst hat.

Paul Klee

Die Moderne ist ohne Klee kaum vorstellbar, der während dieser Reise von den Formen und Farben zu seinen auf Abstraktion basierenden Kompositionen inspiriert wurde. Vor allem die Architektur, die Kunst der Kalligraphie, Buchstaben und Arabesken, ebenso wie Motive auf Teppichwebereien, haben Klee fasziniert und Spuren in seinem Werk hinterlassen. Seine Devise lautete: «Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar».

Eine ganze Generation von Künstlern ist von ihm beeinflusst worden. Licht und Farben wurden zu einem zentralen Thema der Malerei des 20. Jahrhunderts. Und die abstrakte Kunst hat bis heute großen Einfluss auf das künstlerische Schaffen weltweit.

August Macke

Mit der Malerei August Mackes werden Fröhlichkeit und Leichtigkeit assoziiert, da sie sich über Farben und Licht ausdrückt. «Die Natur soll in uns wiedergeboren werden» sagte er. Macke war Mitglied der expressionistischen Künstlergruppe «Der blaue Reiter». Im Laufe der wenigen Tage, die die Maler in Tunis verbrachten, erreichte der Maler in seinen Aquarellen ein hohes Maß an farblicher Klarheit und Transparenz. Diese Reise stellt den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens dar. Wenige Monate nach seiner Rückkehr fällt er auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs.

Louis Moilliet

Der Schweizer Maler Louis Moilliet, der am wenigsten bekannte der drei Freunde, hatte zunächst eine Handwerkerausbildung gemacht, dann in der Künstlerkolonie Worpswede gelebt, bevor er in Bern mit Paul Klee zusammen arbeitete. Macke machte ihn mit der Technik von Robert Delaunay bekannt. Bevor er die Künstler des Blauen Reiter traf, vor allem August Macke, Wassily Kandinsky und Franz Marc, hatte Moilliet bereits Ausflüge nach Tunesien unternommen.

Veranstaltungen im April 2014

10.04.2014: 14.00 Uhr
Colloquium "Paul Klees Tunesien", Zeigen des Films "Paul Klee, voyage à Tunis" von Bruno Moll, mit Naceur Khemir, Kino Le Mondial, Tunis.
11.04.2014: 18.00 Uhr
Vernissage der Ausstellung "Paul Klee und der tunesische Teppich", begleitet von der Vorstellung eines Bildbands von Jean Lancri und Alain Nadaud und der Ausstellung "Paul Klee, neu interpretiert von zeitgenössischen Künstlern". Espace Art Sadika, Gammarth.

1914/2014 – Schlachtfeld Erinnerung: Den Ersten Weltkrieg anders denken.

Foto: Regine Dura

100 Jahre Erster Weltkrieg: Jubiläumsausgabe Fikrun wa Fann

Otto Dix, Selbstporträt als Mars, 1915, Öl auf Leinwand ©Städtische Sammlungen Freital