Politik und Zeitgeschichte

1914. Krieg und Moderne

Internationale wissenschaftliche Konferenz

Konferenz
19.03.2014 / 10:00 – 18:00 Uhr
20.03.2014 / 11:00 – 15:00 Uhr
Goethe-Institut Riga, Torna iela 1, Eingang Klostera iela
Eintritt: frei
Veranstaltungssprache: Englisch, Lettisch mit Simultanübersetzung per Kopfhörer.

Das lettische Nationale Kunstmuseum veranstaltet zusammen mit dem Büro Riga 2014, dem Goethe-Institut Riga und dem Französischen Kulturinstitut in Lettland die internationale wissenschaftliche Konferenz „1914. Krieg und Moderne“. In der Konferenz werden Fragen über aktuelle historische Aspekte in Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg und der Entwicklung der Moderne als innovatorische Kunstrichtung in Mittelosteuropa diskutiert. Die Vorträge und Diskussionen bilden die informative Plattform für die Ausstellung „1914“, einer dem 100. Jahrestag seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges gewidmeten Veranstaltung der Europäischen Kulturhauptstadt Riga 2014.

Deutschland wird in der Konferenz mit dem Vortrag von Dr. phil. Kristiane Janeke zum Thema „Russlands Gedenken an den Ersten Weltkrieg. Anmerkungen zur Geschichtspolitik und Erinnerungskultur“ vertreten.

Abstract:
Russland begeht den 100. Jahrestag seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit zahlreichen Veranstaltungen, Konferenzen, Publikationen, Ausstellungen, Museumsgründungen und Denkmälern. Das verwundert insofern, als der Krieg während der Sowjetunion und darüber hinaus zunächst marginalisiert, dann zunehmend in Vergessenheit geraten war. Seit dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 kommt diese verdrängte Erinnerung zwar allmählich zurück, von einer tiefgreifenden Veränderung des kollektiven Gedächtnisses kann jedoch nicht die Rede sein. Vielmehr handelt es sich um ein von oben verordnete Erinnerung an die „vergessenen Helden“ mit dem Ziel der „patriotischen Erziehung der Staatsbürger“. Damit greift die Geschichtspolitik auf alt bekannte Muster des Gedenkens zurück, wie sie für den „Großen Vaterländischen Krieg“ gelten. Es geht bei der wiederbelebten Erinnerung an den Ersten ebenso wie beim Zweiten Weltkrieg nicht um individuelles Gedächtnis oder historische Aufarbeitung, sondern um die Stärkung des nationalen Selbstwertgefühls aus der Geschichte.

Dr. phil. Kristiane Janeke
Studium der Geschichte und Slawistik in Bonn, Berlin und Moskau, Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung; seit 2008 freiberuflich als Historikerin, Kuratorin, Museumsberaterin, Kulturmanagerin; davor bei internationalen Ausstellungen und Museen in Berlin, Karlsruhe, Dresden, USA und Russland, darunter Leiterin des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshost; Forschung zu interkultureller Kommunikation und deutsch-russischem Kulturaustausch.

Zum Herunterladen:
Download SymbolProgramm
(PDF-Dokument, 365 KB, Lettisch/Englisch)
Download SymbolZusammenfassung der Vorträge
(PDF-Dokument, 4MB, Englisch)

Information:
Frau Ginta Gerharde-Upeniece
Tel. +371 67 357519
Ginta.Gerharde@lnmm.lv

Links zum Thema

1914/2014 – Schlachtfeld Erinnerung: Den Ersten Weltkrieg anders denken.

Foto: Regine Dura

100 Jahre Erster Weltkrieg: Jubiläumsausgabe Fikrun wa Fann

Otto Dix, Selbstporträt als Mars, 1915, Öl auf Leinwand ©Städtische Sammlungen Freital