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„14-18 Brüssel tickt deutsch“

Ausstellung
21.08.2014-03.05.2015
Musée de la Ville de Bruxelles - Museum van de Stad Brussel | Maison du Roi, Grand'Place - Grote Markt | 1000 Brüssel
Sprache: FR, NL, DE, EN
Eintritt: 2-4 €
+32 2 279 43 50
musea@brucity.be
Les Archives de la Ville de Bruxelles
Mit der Ausstellung „14-18 Brüssel tickt deutsch“ zeigt das Museum der Stadt Brüssel dem Besucher 100 Jahre nach Beginn des Krieges die Alltagswelt der belgischen und deutschen Bürger während des Ersten Weltkriegs. Anhand von Alltagsdokumenten - Postkarten, Fotografien, Flugblättern und Gegenständen - und zahlreichen Karikaturen Brüsseler Künstler, die während der Besatzungsjahre heimlich kursierten, entstehen außergewöhnliche Einblicke in die Kriegsjahre 1914-1918 in Belgien und Deutschland.

1917, eine Brüsselerin berichtet: „Eine Sache, mit denen uns unsere neuen Herrscher schikanierten, war die deutsche Uhrzeit. Wir haben uns niemals danach gerichtet. (...) Die öffentlichen Uhren in Brüssel mussten sie aber anzeigen. Diese Maßnahme gab die Inspiration zu einem kleinen Lied, in dem es heißt, dass der Feind mit dem Vorstellen der Uhr nichts weiter erreicht hat, als die Stunde unseres Sieges eine Stunde näher heranzurücken.“

50 Monate lang versuchen die Brüsseler, weitab der Front, sich den Demütigungen und der Unterdrückung unter der Besatzungsmacht zu widersetzen und sie zu überleben. Sie leben nach deutscher Uhrzeit, der belgischen 60 Minuten voraus, und die Tage verlaufen im Takt der zahlreichen Befehle der Besatzer.

In Europa ist der Erste Weltkrieg gleichermaßen ein Krieg der Soldaten und der Bevölkerung. Letztere ist überall direkt vom Krieg betroffen, der ihr alltägliches Leben schwer erschüttert. Wie soll man diese außerordentliche Situation verkraften? Wovon soll man sich ernähren, womit sich kleiden, womit heizen? Aber auch, wie seinem Vaterland dienen? Das sind die größten Sorgen der Brüsseler und der Einwohner deutscher Städte in diesen vier Jahren, von denen sich schon sehr bald zeigt, dass sie einen tiefen Bruch in der Entwicklung der europäischen Gesellschaften bedeuten werden.

Das Goethe-Institut Brüssel bietet im Rahmen der Ausstellung ein Nebenprogramm mit zwei Filmabenden an. Am 25.11. und 02.12.2014 werden Episoden der arte-Filmreihe „14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ gezeigt. Mehr Infos hier.

Eine Ausstellung im Museum der Stadt Brüssel mit Unterstützung des Goethe-Instituts für die deutschsprachigen Begleittexte.
Links zum Thema

1914/2014 – Schlachtfeld Erinnerung: Den Ersten Weltkrieg anders denken.

Foto: Regine Dura

100 Jahre Erster Weltkrieg: Jubiläumsausgabe Fikrun wa Fann

Otto Dix, Selbstporträt als Mars, 1915, Öl auf Leinwand ©Städtische Sammlungen Freital