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Westfront 1918

Deutscher Filmclub

Filmvorführung
Donnerstag, 26.02.2015 / 19:00 Uhr
Splendid Palace, Elizabetes iela 61, Riga
Eintritt: EUR 3,50
Filmsprache: Deutsch; Untertitelung: Englisch;
Simultanübersetzung per Kopfhörer: Lettisch
© Deutsche Kinemathek
© Deutsche Kinemathek

Regie: Georg Wilhelm Pabst, s/w, 97 Min., 1930
Darsteller: Fritz Kampers, Gustav Dießl, Hans Joachim Moebis, Claus Clausen, Gustav Püttjer, Jackie Monnier

Nach dem Roman "Vier von der Infanterie" von Ernst Johannsen

1918, in Frankreich während des I. Weltkriegs: Vier deutsche Soldaten - sie kommen aus verschiedenen Landesteilen und aus unterschiedlichen sozialen Schichten - erleben eine kurze Ruhepause in der Etappe und kehren wieder an die Front zurück. Der heitere Bayer zeigt sich unerschütterlich und zuversichtlich. Karl aus Berlin hat noch einen kurzen Heimaturlaub, aber er findet zu Hause einen anderen Mann im Bett seiner Frau und ist glücklich, zu seinen Kameraden zurückkehren zu können. Der Leutnant unter ihnen kennt nur seine Pflichten und scheint außer ihnen nichts wahrnehmen zu wollen. Der vierte ist ein Student; er hat sich in eine junge Französin verliebt, von der er Abschied nehmen muß, als die Kompanie wieder abrückt.

Für alle vier Männer wird der Krieg ein grauenvolles Ende bringen. Der Student kommt im Niemandsland ums Leben; als ihn seine Kameraden sehen, ragt nur noch seine Hand aus dem Schlamm eines Granattrichters. Der Bayer wird bei einem Kundschaftergang schwer verletzt. Der Berliner stirbt in einem Lazarett mit den anklagenden Worten: "Wir sind alle schuld!" Der Leutnant, der lange auf Grund seiner strammen Haltung wie unverwundbar ausgesehen hatte, verliert Fassung und Verstand und wird psychisch völlig zerstört in ein Lazarett eingeliefert. Der Krieg aber geht weiter. Pabst versah den Schlußtitel seines Films mit einem Fragezeichen: "Ende?"

WESTFRONT 1918 ist oft verglichen worden mit der gleichzeitig entstandenen Verfilmung von Remarques Roman IM WESTEN NICHTS NEUES durch den amerikanischen Regisseur Lewis Milestone. Doch "WESTFRONT 1918 ist der einzige den Krieg denunzierende Film, der der Armee jede Gefälligkeit verweigert - in dieser Hinsicht ist es ein reineres Werk als das von Milestone" (Roger Boussinot, L'Encyclopédie du Cinéma).

Goethe-Institut Riga in Zusammenarbeit mit dem Kino "Splendid Palace".

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