Unsere Residenzprogramme

Perspektivwechsel

Titelblatt Broschüre Perspektivwechsel - Residenzprogramme des Goethe-InstitutsEinen „Raum für neue Perspektiven“ möchte das Goethe-Institut mit seinen Residenzprogrammen bieten, und lädt jedes Jahr Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende ein, für eine Zeit lang in einem anderen Land und einer anderen Kultur zu leben und zu arbeiten. Gerade im Zeitalter der Globalisierung ist es für Kulturschaffende besonders inspirierend, ihre Arbeiten in ganz spezifischen Orten zu verankern, und für eine Weile frei von ökonomischen Gesichtspunkten ihren Projekten nachzugehen und nachhaltige Arbeitskontakte aufzubauen oder zu vertiefen.

Unsere Programme finden sich weltweit, richten sich nicht nur an Künstlerinnen und Künstler, sondern ebenfalls an Übersetzerinnen und Übersetzer, Kuratorinnen und Kuratoren oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit unserem Angebot wollen wir auch den Nachwuchs fördern, ihn dabei unterstützen, sich in der Kulturszene zu positionieren und zu vernetzen. Das Goethe-Institut versteht sich als Kulturmittler, möchte mit Programmen und Projekten die internationale Zusammenarbeit und Verständigung stärken. Gerade mit längeren Auslandsaufenthalten wird ein tiefes Eintauchen in eine andere Kultur ermöglicht; die persönlichen Begegnungen, die daraus entstehen, sind unschätzbar für eine langfristige internationale Zusammenarbeit und die Förderung des interkulturellen Dialogs.

Kulturaustausch weltweit

Das Goethe-Institut ermöglicht Residenzaufenthalte nicht nur für Kulturschaffende aus Deutschland, sondern bietet auch Künstlern und Kulturschaffenden aus dem Ausland die Möglichkeit, für eine Zeit lang in die deutsche Kultur einzutauchen. Sei es mit dem europäischen Übersetzerprogramm „Bücher übersetzen ‒ Brücken schlagen“ in Dresden-Hellerau und auf Gut Siggen in Ostholstein, mit binationalen Austauschprogrammen wie der „Bronner Residency“ ‒ einem Künstleraustausch zwischen Nordrhein-Westfalen und Tel Aviv ‒ oder dem Scholars-in-Residence-Programm, bei dem internationale Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sich in Tandemkonstellation mit thematischen Schwerpunkten, wie „Kultur und Klimawandel“ oder „Kultur und Öffentlicher Raum“ auseinandersetzen.

Die Formate sind zahlreich – und die Vielfalt der Angebote bleibt ein zentrales Merkmal der Residenzprogramme. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern entwickeln wir Angebote, die im Kontext der jeweiligen länderspezifischen Begebenheiten umgesetzt werden.

Residenzprojekte

Neben unseren festen Programmen ‒ die in Auswahl unter Residenzprogramme weltweit zu finden sind ‒, gibt es zahlreiche Projekte, die das Goethe-Institut aus bestimmten Anlässen initiiert und durchführt. So zum Beispiel die Stadtschreiberprojekte, die jährlich im Rahmen des Ehrengastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Literaturhäuser (literaturhaus.net) und Partnern aus dem Gastland organisiert werden. Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Deutschland und dem Gastland werden eingeladen für vier bis sechs Wochen in das jeweilige andere Land zu reisen, von ihren Erfahrungen und Begegnungen berichten sie in einem Blog.

Ein interkultureller Dialog der besonderen Art entspann sich 2009 beim Deutsch-Argentinischen Stadtschreiberprojekt „Rayuela“. Unverhofft wurde die Rolle des Hundes zum zentralen Thema des Gesprächs zwischen den zehn Autoren. Welche Bedeutung dieser in der argentinischen und deutschen Kultur und Gesellschaft spielt, ist im Blog nachzulesen.

„Mehr Raum für neue Perspektiven“

Aufenthalte in anderen Ländern sind immer inspirierend, der Einfluss der anderen Kultur spannend und unvorhersehbar. Das Goethe-Institut begleitet die Stipendiatinnen und Stipendiaten auf ihrer Reise, unterstützt sie bei ihrem Eintauchen in die andere Kultur. Die Impulse, die durch einen solchen Aufenthalt gewonnen werden, werden langfristig in die eigene Kultur mit eingebracht. Der Tanzwissenschaftler Franz Anton Cramer, der 2011 zu den ersten Teilnehmern in der neu eröffneten Künstlerresidenz Villa Kamogawa in Kyoto gehörte, resümiert seinen Aufenthalt in Japan mit den folgenden Worten:

»In Kyoto ist der Abstand zwischen den eigenen Mustern und dem Einfluss der Umgebung besonders groß. Aber aus dieser Kluft heraus gewinnt man eben auch mehr Raum für neue Perspektiven.«