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Radioreihe: „Sind Fremdsprachen fremde Sprachen?“

In einer europaweiten Medienreihe nahmen sich Personen des öffentlichen Lebens  - Schriftsteller, Journalisten, Größen aus Wirtschaft, Medien, Künsten oder Politik – dem Fremden in anderen Sprachen an.

„Das Fremde“ ist eigentlich alles, was uns nicht vertraut ist. Das Fremde ist also aus Sicht dessen, der dieses wahrnimmt, etwas, das für ihn anders ist oder ungewohnt: ein anderer Geschmack, eine neue Melodie …

Fremdheit kann exotisch sein, interessant und im positiven Sinne ungewöhnlich, außerordentlich. Aber das Fremde kann auch als unangenehm empfundene werden, als furchterregend gar.

Der Umgang mit dem Fremden kann unterschiedlich sein. Es lässt sich betrachten, erkunden und letztlich etwas darüber lernen und erfahren und dann wird es automatisch weniger fremd, oder aus dem Fremden wird etwas Vertrautes. Aber oft wird das Fremde auch einfach nur abgelehnt. Einerseits kann dies das Vertraute in Abgrenzung zu dem Fremden in seinem Wert steigern. Man weiß um das ganze Unbekannte um seine kleine Insel herum, wodurch diese noch mehr geschätzt wird. Andererseits verhindert die Ablehnung die Auseinandersetzung mit dem Fremden und die Möglichkeit diese besser kennen zu lernen.

Doch wer oder was sind die Fremden?

Eine ganze Gruppe kann als fremd wahr genommen werden. Die „anderen“ sind alle, die nicht „wir“ sind. Sie gehen auf eine andere Schule, arbeiten in einer anderen Firma, fahren statt mit dem Auto mit dem Fahrrad oder kommen aus einem anderen Land und sprechen eine andere Sprache. Auch ein einzelnes Mitglied dieser Fremdgruppe ist uns dann fremd. Er ist „Der Fremde“.
Albert Camus bescheinigt in seiner Philosophie des Absurden gleich der gesamten Menschheit ein Fremdsein in der Welt. Diese Absurdität, wie er es nennt, entstehe aus der Entzweiung des sinnstrebenden Menschen mit der sinnleeren Welt.
Aber Menschen können auch sich selbst fremd werden. In Die Fremde in dir zeigt Jodie Foster wie eine ganz normale Frau zu einem Racheengel wird. Diese Frau entfernt sich soweit von sich selbst und ihren moralischen Vorstellungen von Leben und Lebenlassen, dass sie zu einer Fremden in sich selbst wird.

Soweit also die gängigen Definitionen und Beispiele. Wie sieht aber das Fremde für einzelne Personen aus? Wer oder was ist für jemanden „das Fremde“ oder „die Fremde“. Wie fremd sind einem andere Länder, Menschen und ihre Sprachen? Sind sogenannte Fremdsprachen wirklich immer fremd? Und bleiben sie dieses?
In einer europaweiten Radioreihe nahmen sich prominente Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen der Frage „Sind für Sie Fremdsprachen fremde Sprachen?“ an. Sie beschrieben, wie sich der Umgang mit vermeindlich fremden Sprachen für sie darstellt. Welche Erfahrungen sie gemacht haben.
Die Reihe wurde am Europäischen Tag der Sprachen, der jährlich am 26. September stattfindet, vom Goethe-Institut gemeinsam mit seinen Medienpartnern in ganz Europa präsentiert. Zusammengeführt wurde dieses Meinungsspektrum auf diesen Seiten.

Angesprochen waren sowohl Sprachinteressierte als auch bisher noch nicht mit Fremdsprachen in Kontakt getretene Bürgerinnen und Bürger (Erwachsene sowie Jugendliche), aber auch Entscheidungsträger in Kultur, Politik und Wirtschaft in Europa.

Insgesamt sollte die Reihe zeigen, dass Fremdsprachen aufgrund der Multikulturalität der europäischen Gesellschaften, Migration und globaler Mobilität schon lange nicht mehr fremd sind. Die Andersartigkeit von Fremdsprachen soll als Bereicherung verstanden und als positive Herausforderung präsentiert werden.  Dabei soll Mehrsprachigkeit als Bildungswert, als Kulturtechnik, aber auch als funktionelle Zukunftssicherung dargestellt werden. Fremdsprachenlernen ist folglich sowohl Wettbewerbsvorteil als auch gesellschaftliche Bereicherung.

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