Erneuerbare Energien – Technologien „made in Germany“

Erneuerbare Energien sind der Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung: Sie sind CO2 frei, sorgen als heimische Energieträger für Versorgungssicherheit und können zudem als Wachstums- und Jobmotor die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Obendrein sind sie für alle Energiebereiche interessant: Erneuerbare Energien können sowohl für die Stromerzeugung, als auch für die Wärmeerzeugung und als alternative Kraftstoffe im Transportbereich verwendet werden.
In Deutschland haben erneuerbare Energien (nach der sogenannten Wirkungsgradmethode) – trotz einer kontinuierlichen Zunahme in den vergangenen Jahren – am gesamten Primärenergieverbrauch bisher noch einen geringen Anteil von rund 6,6 Prozent. Dabei dominieren biogene Brennstoffe, die überwiegend zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden.
Made in Germany
Zahlreiche deutsche Unternehmen gehören zu internationalen Technologieführern in den Bereichen Wind- und Wasserkraft, Solarenergie, Geothermie und Biomasse. Deutschland steht in puncto Windenergie weltweit an der Spitze, mit der Solarindustrie entstand eine völlig neue, innovationsstarke Branche.
In Deutschland wird Strom aus unterschiedlichen Energiequellen gewonnen: 50 Prozent des Stroms wird mit Hilfe von Kohlekraftwerken hergestellt, 23 Prozent aus Atomkraftwerken, 13 Prozent aus Gaskraftwerken und etwa 14 Prozent aus erneuerbaren Energien. Hiervon entfielen die größten Anteile auf Windenergie, deren Nutzung in den letzten Jahren stark zugenommen hat, und Wasserkraft, die (abgesehen von witterungsbedingten Schwankungen) hierzulande nur noch relativ geringfügig erhöht werden kann. Die Fotovoltaikanlagen haben sich in den vergangenen Jahren fast verzehnfacht, die installierte Fläche von Solarkollektoren zur Wärmeerzeugung hat sich fast verdoppelt, derzeit steigt die Nachfrage aufgrund des hohen Ölpreises nochmals stark an. Zudem wächst der Einsatz der Erdwärme für die Energiegewinnung.
Boombranche erneuerbare Energien
Die Branche der erneuerbaren Energien ist dabei wie keine andere Branche in den letzten Jahren zu einer Wachstumsbranche geworden, die Innovationen fördert. Im Jahr 2007 waren bereits 230.000 Beschäftigte in dem Bereich der erneuerbaren Energien tätig, Tendenz steigend. Im Jahre 2020 könnten schon 330.000 Beschäftigte tätig sein. Der Großteil der Beschäftigten ist in den Bereichen der Windenergie und der Stromerzeugung aus Biomasse tätig, gefolgt von der Solarwirtschaft und Geothermie. Im Zuge des politischen Prozesses des Ausstiegs aus der Atomenergie und des starken CO2-Ausstoßes durch Kohlekraftwerke können die erneuerbaren Energien einen hervorragenden Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Sie reduzieren die Importabhängigkeit und tragen zum Klimaschutz bei. Da erneuerbare Energien zumeist zur dezentralen Energieversorgung mittels Windkraftanlagen, Biomassekraftwerke oder Kraft-Wärme Kopplung eingesetzt werden, erhöht der Einsatz von erneuerbaren Energien die Versorgungssicherheit. Die Expansionschancen erneuerbarer Energien sind groß. Je nachdem, wie sich die weltweite Nachfrage nach erneuerbaren Energien entwickelt, können die Exportpotentiale weit erhöht werden. Wenn neben Deutschland auch viele andere Länder in der Welt den Ausbau erneuerbarer Energien stark voranbringen, erhöhen sich auf der einen Seite die Exportpotentiale für deutsche Firmen. Damit schrumpft auf der anderen Seite aber auch der Marktanteil deutscher Unternehmen im Weltmaßstab.
Bewusstseinswandel
Die heutige Gesellschaft muss die Konsequenzen des volkswirtschaftlichen Handelns der vergangenen Jahrzehnte verstehen, akzeptieren und die volkswirtschaftlichen Produktionsprozesse in völlig neue Bahnen lenken: Fossile Ressourcen wie Öl, Gas und Kohle sind endlich und verursachen beim Verbrennen klimagefährliche Treibhausgase. Um den Klimawandel einzudämmen, müssen die modernen, entwickelten Volkswirtschaften es schaffen, die Klimagase drastisch zu reduzieren und zudem fossile Energien durch alternative Kraftstoffe ersetzen. Die zukünftige Energieversorgung muss vor allem CO2 frei sein, aber auch sicher und wettbewerbsfähig. Alle drei Ziele sind gleichrangig zu bewerten, aber kaum gleichrangig zu erfüllen.ist Leiterin der Abteilung „Energie, Verkehr und Umwelt“ am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung,
Lehrstuhl Umweltökonomie an der Humboldt Universität Berlin.
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Juli 2008
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