Veranstaltungskalender

Projekte FAMILIE

Austellung / Performance
3. Oktober – 10. November 2013
Museum Genaro Pérez, General Paz 33
Spanisch
Eintritt Frei
0054 351 4341646
prensa@cordoba.goethe.org
Familien sind eine seltsame Angelegenheit: seit Urzeiten verändern sie sich, beschwören sowohl die schönsten als auch die abgründigsten Momente herauf und versprechen nach wie vor, die Welt zu ordnen, auch wenn diese Welt immer wieder eine andere ist. War Familie jemals einfach die Schnittmenge derer, die am Tisch des römischen Pater speisten? Was ist der Kern einer Kernfamilie? Was kreist um sie herum? Handelt es sich um eine Menge biologischer Elemente? Um eine durch affektive, historische, wirtschaftliche Begebenheiten vereinte – oder gespaltene – Truppe? Gibt es Familie ohne Erinnerung? Wie viele Erzählungen passen zwischen Biografie und Fiktion?

FAMILIE ist das Zusammenspiel von Projekten, die aus einer offenen Ausschreibung ausgewählt bzw. von den Veranstaltern gesondert eingeladen wurden. Es handelt sich um eine Bühne, auf der verschiedene Formate, Disziplinen und Perspektiven aufeinander treffen, um einen Dialog über Familie zu eröffnen, und das nicht nur mit Worten. Oder um diese seltsame Angelegenheit in ein Museum zu stecken, wo sie sich in vollem Rampenlicht betrachten lässt.

Veranstalter: Goethe-Institut Córdoba – Museum Genaro Pérez
Eröffnung: Donnerstag, 3. Oktober, 19.30 Uhr


PROGRAMM



MUFATE - Museo Familiar Teratológico
Installation
Usina de Teatro (Córdoba)
3. Oktober – 10.November

Die Bindung an andere scheint fast eine Bedingung unserer veränderlichen Spezies zu sein (wobei es auch gescheiterte Einzelgänger geben soll). Über die Art und Weise, sich zu binden, lässt sich allerdings diskutieren. Dieses Projekt erstellt ein Museum im Museum. Um die Willkür unserer heutigen Natur zu zeigen, die Verstockungen, die sich im Laufe der Geschichte in jeder Familie angehäuft haben. Um freundlich auf die maßlosesten unserer Missbildungen hinzuweisen, auf die Wahnvorstellungen und Risse, durch die sich andere Beziehungsformen erfinden lassen, vielfältige, unstete und bewegliche Formen.
Usina de Teatro: Jimena Inés Garrido, María Inés Prosdócimo, Mariana Richardet, Natalia Rojo


IM HIMMEL IST JAHRMARKT
Grafic Novel. Projektion, Erzählung und Live-Vertonung
Birgit Weyhe (Hamburg)
24., 25., 26. Oktober – 20 Uhr

Birgit Weyhe wurde in Hamburg geboren und wuchs in Südafrika auf. Nach dem Tod ihres Vaters fragte sie sich zum ersten Mal nach der Geschichte ihrer Familie und begann, in Briefen, Gesprächen und Fotografien nach Antworten zu suchen. Anhand dieses Materials rekonstruierte die Illustratorin in Form einer Grafic Novel das Leben ihrer Großeltern; eine Generation, in deren Biografie das Auf und Ab der deutschen Geschichte tiefe Spuren hinterlassen hat. Im Himmel ist Jahrmarkt erschien dieses Jahr in Deutschland und wird von der Autorin kapitelweise an drei Abenden vorgestellt und dabei live vertont.


Vertonung: Nicolas Giecco
Übersetzung: Lili Tetzner


OTELO (Museumsversion)
Theater / Performance
Mariana Diaz (Buenos Aires)
8., 9. Oktober – 20 und 22 Uhr

Othello, der Eifersüchtige, wird von den Worten eines anderen Mannes zum Mord getrieben. Eine Figur, die längst allgemein bekannt ist, aber nach wie vor die menschliche Vernunft beschäftigt. Auf der Grundlage der gekürzten und aktualisierten Version von Lukas Bärfuss geht die Performance von Mariana Diaz dem Symbolcharakter dieser Figur auf den Grund, untersucht ihre Dimensionen geschlechtsspezifischer Gewalt, bezieht das Publikum in die Vorstellung ein und macht aus Othello (dem Frauenmörder) ein Forschungsobjekt und Ausstellungstück im Museum. Die Aufführung ist auch Teil des Programms des Internationalen Theaterfestivals Mercosur.

Besetzung: Othello: Mario Petrosini / Jago: Alejandro Ojeda / Desdemona: Florencia Naftulewicz / Rodrigo: Gabriel Schapiro / Cassio: Rafael Lavin / Emilia: Marcela Bea / Doge von Venedig –Ludovico – Montano: Mathias Muñoz Percat / Licht: Leandra Rodríguez / Foto und Video: Cachi Bratoz / Regieassistenz: Mathías Muñoz Percat / Ausführende Produktion: Karina Sotelo / Kreative Begleitung: Leandra Rodríguez / Idee und Regie: Mariana Díaz / Kostümbildnerin: Anastasia Meier


LIEBEN, FÜRCHTEN, FORTGEHEN
Familienszenen
Ausstellung
Lili Tetzner (München / Córdoba)
3. Oktober – 10. November

In einem historischen Museum europäischer Puppen lugen aus den Gesichtern alle Varianten von Spiel und Kummer hervor, zeigt sich das trauteste Zimmer einer Kindheit in Europa. Diese Sammlung wird Ausgangspunkt für drei fiktive Familiengeschichten, dargestellt anhand von (bühnen)bildnerischen Mitteln. Dabei lässt sich die Künstlerin auf das Wagnis ein, für jedes Ereignis den passenden Rahmen zu erfinden. So beginnt mit dieser seltsamen Puppentruppe aus dem 19. Jahrhundert die Erzählung dreier Familien, die auszogen, ihr Glück in Südamerika zu versuchen.


DIE HEILIGE FAMILIE?

Multimedia-Montage / Performancev
E.L.A.P.S / La Sonámbula (Córdoba)
3. Oktober – 10.November

Was macht eine Montage anderes, als den Sinn von Kunstwerken mit Fragmenten aus der empirischen Realität zu stören? Das Projekt greift die von Didi-Huberman gestellte Frage auf und versucht, künstlerische, politische und religiöse Sinngebung zu stören, die sich hinsichtlich der Bezeichnung “Familie” im Kontext des zeitgenössischen Kapitalismus etabliert hat. Hierfür wird eine Annäherung aus dekolonialer Sicht an die Werke der Sammlung des Museums Genaro Pérez angeboten, das ursprünglich als Haus einer Familie gebaut wurde.

E.L.A.P.S / La Sonámbula Koordination: Valeria Cotaimich. Mitwirkende: Judith Bersano, Carlos Álvarez, Natalia König, Karina Generoso, Demián Díaz, Norma Pellegrino, Ayelén Font, Magdalena Torres, Gabriela Dotti, Gabriela Lorenzatti, Agostina Rosso, Mariana Carmona, Melisa Herranz. Gast: Chiara Massino.


ALSO DAS BUCH


Buch-Objekt Alex Appella (Oregon / Córdoba)
3. Oktober – 10. November

Dieses Buch ist wundervoll, sagte János, wir müssen es verbrennen.
Gegen Ende seines Lebens entscheidet sich ein Mann, seiner Großnichte zu erzählen, was er über Jahrzehnte hinweg verschwiegen hat. Eine Frau reist nach Argentinien mit der Absicht, ihre Familiengeschichte zu erforschen und dafür sechs Monate zu bleiben. Viele Jahre später schreibt und bindet sie weiterhin Bücher in ihrer Werkstatt in den Sierras von Córdoba. Dieses Buch ist eine Reise in die Vergangenheit und auch in die Zukunft. In die Vergangenheit der Zukunft. Wir müssen weinen, weil das, was wir erleben mussten, auch Millionen anderer Familien in aller Welt erleben mussten. Auflehnung ist Erinnerung.

Englische Originalausgabe: The János Book, Transient Books by Alex Appella
Spanische Ausgabe: Entonces el libro, Ed. Viento de Fondo
Übersetzung: Gastón Sironi



www.goethe.de/cordoba
www.museogenaroperez.wordpress.com

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