Künste

Rayuela

Rayuela – heißt das argentinisch-deutsche Stadtschreiberprojekt, das von Mai bis Oktober 2010 fünf deutschsprachige Autoren und fünf argentinische Autoren auf Reisen ins jeweils andere Land schickt.



Das argentinisch-deutsche Stadtschreiberprojekt Rayuela knüpft an die Stadtschreiberprojekte MIDAD (2004), AKSHAR (2006), GEOGRAPHIA (2007) und YAKIN BAKIS (2008) an, die das Goethe-Institut und das Netzwerk der Literaturhäuser mit arabischen, indischen, katalanischen und türkischen Partnern durchgeführt hatten. 2010 wird mit Rayuela das diesjährige Gastland Argentinien auf der Frankfurter Buchmesse ins Zentrum des Interesses gerückt.

Für Rayuela besuchen fünf deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller drei bis vier Wochen lang fünf argentinische Städte und Landschaften. Fünf argentinische Schriftstellerinnen und Schriftsteller sind ebenso lang Gäste in den deutschsprachigen Literaturhausstädten. An ihren jeweiligen Orten und von unterwegs schreiben die Autorinnen und Autoren in Internettagebüchern über ihre Eindrücke auf ihren Reisen und berichten von den für sie fremdkulturellen Kontexten. Begleitend zu den Internet-Tagebucheinträgen werden Lesungen, Podiums-und Publikumsgespräche mit den Autorinnen und Autoren in Argentinien, Deutschland und der Schweiz durchgeführt.

An den Zielorten der deutschsprachigen Autorinnen und Autoren spiegelt sich die kulturelle Vielfalt und Geschichte Argentiniens: Ulf Stolterfoht reist in die östlich gelegene Hafenstadt Bahía Blanca, Alissa Walser in die Provinz Missiones, Rayk Wieland nach Puerto Madryn in Patagonien, Ron Winkler nach Córdoba und Christoph Simon besucht die Metropole Buenos Aires. Die Reisen der deutschsprachigen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die von den Literaturhäusern für Rayuela nominiert wurden, finden von Mai bis September statt.

Die argentinischen Schriftsteller, von COFRA Argentinien vorgeschlagen, werden im September und Oktober diesen Jahres als Stadtschreiber in den Literaturhausstädten erwartet, María Sonia Cristoff in Leipzig, Alan Pauls in Berlin, Ariel Magnus in Zürich, María Negroni in Stuttgart und Pablo de Santis in Frankfurt. Im Anschluss an den Gastlandaufenthalt in den Städten reisen sie nach Frankfurt zur Buchmesse, wo es zu gemeinsamen Veranstaltungen der beteiligten argentinischen und deutschen Autorinnen und Autoren kommen wird. Lesungen, Diskussionen und Werkstattgespräche mit dem Publikum geben in diesem ästhetisch ambitionierten, literarischen Projekt Gelegenheit, die interkulturell verschiedenen Perspektiven der Autorinnen und Autoren zu erfahren und auf die jeweils andere Kultur, auf das andere Land neugierig zu machen.

Der Titel Rayuela referiert auf den gleichnamigen Roman (1963) von Julio Cortázar (1914-1984), der als einer der wichtigsten lateinamerikanischen Romane des 20. Jahrhunderts betrachtet werden kann und im argentinischen Spanisch die gebräuchliche Bezeichnung für das Kinderspiel „Himmel-und-Hölle“ ist.

Bei Rayuela handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen den fünf deutschsprachigen Literaturhäusern Berlin, Frankfurt am Main, Leipzig, Stuttgart und Zürich, Pro Helvetia, dem Goethe-Institut und Litrix.de mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und mit ARTE als Medienpartner. Pro Helvetia ist 2010 zum ersten Mal Kooperationspartner des Stadtschreiberprojektes, um mit dem Literaturhaus Zürich, einem Schweizer Autor und einem argentinischen Autor den Austausch zu ermöglichen.

Institutioneller Partner auf argentinischer Seite ist das Organisationskomitee COFRA des Ehrengastauftritts, das über die Botschafterin Magdalena Faillace (Präsidentin des Organisationskomitees für die Teilnahme Argentiniens an der Frankfurter Buchmesse 2010) direkt mit dem argentinischen Außenministerium (Ministerio de Relaciones Exteriores, Comercio Internacional y Culto de la República Argentina) verbunden ist.


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