Künstler | Deutschland

FRANK THIEL

Aktionen im Projekt

Frank Thiel folgt den Spuren des amerikanischen Landschaftsmalers Frederic Edwin Church, der schon 1864 den Vulkan Chimborazo gemalt hatte, freilich topografisch nicht ganz wahrheitsgetreu. Vielmehr fügte Church alle Landschaftsformen Ecuadors – Hochebenen, Urwald, Gebirge- in ein einziges Bild. Thiel nähert sich dem Thron Südamerikas, den schon Simón Bolívar und Alexander von Humboldt bestiegen hatten, bis auf wenige Kilometer und arbeitet die ganze imponierende Pracht des Bergs heraus, der bei ihm wie eine Aussichtsplattform wirkt, von der der Blick ungehindert über den gesamten Erdteil streift. Der Berg als Symbol für Unangreifbarkeit und als Hochsitz der Erhabenheit.

Kurzbiographie

Frank ThielFrank Thiel (Kleinmachnow, 1966). Er zog aus Ostdeutschland nach Westberlin im Jahr 1985 und machte eine Ausbildung als Fotograf von 1987-1989. Seit über zehn Jahren fotografiert Thiel seine Heimatstadt Berlin, die „unter einer Überdosis Geschichte leidet“, so der Künstler, dessen Lieblingsthema die ständige Transformation und der Aufbau der deutschen Hauptstadt ist. Seine Arbeit beschreibt Thiel als eine Art Architektur des Übergangs; dabei interessiert ihn die Herausbildung eines neuen politischen Raums innerhalb urbaner Strukturen. Ruinen sind seine bevorzugten Sujets, enthalten sie doch die Essenz der wechselvollen Geschichte Berlins. In seinen jüngsten Arbeiten sucht er die Nähe zur Malerei, indem er stark abstrahierende Elemente einsetzt. Frank Thiel nahm an den Biennalen von Venedig und São Paulo teil und hat in wichtigen Museen Europas und Nordamerikas ausgestellt, darunter das Centro Galego de Arte Contemporánea in Santiago de Compostela, das Centro de Arte Reina Sofía in Madrid, die National Gallery of Canada in Ottawa, das Fotomuseum Winterthur in der Schweiz und das Moderna Museet in Stockholm.
Links zum Thema