Künstlerin | Argentinien

Leticia El Halli Obeid

Aktionen im Projekt

Leticia El Halli Obeid holt die Geschichte in eine wenig spektakuläre Realität zurück und schreibt in einem Vorortzug von Buenos Aires Bolívars „Brief aus Jamaica“ eigenhändig ab, während eine deprimierende urbane Szenerie an ihr vorüberzieht. Ein archaischer Akt des Schreibens an einem Ort, der wenig Poesie zulässt. Mit ihrem Manuskript scheint sich die Künstlerin Gewissheit verschaffen zu wollen über jedes bei Bolívar niedergeschriebene Wort. Die Dichte seines Texts wird dabei an der jüngsten Vergangenheit gemessen:

„In Buenos Aires wird es eine Zentralregierung geben, in der die Militärs auf Grund ihrer Divisionen im Innern und der Kriege nach außen die Vorherrschaft haben. Diese Verfassung wird notwendigerweise zu einer Oligarchie degenerieren oder zu einer mehr oder minder stark eingeschränkten Monokratie.“

In ihrer Performance vergleicht Obeid das historische Versprechen mit der Situation von heute und fragt angesichts dieser Kluft nach der Berechtigung der Feiern zum Bicentenario.

Kurzbiographie

Leticia El Halli ObeidLeticia El Halli Obeid (Cordoba, 1975). Sie studierte an der Kunsthochschule der Universidad Nacional de Córdoba und spezialisierte sich auf Videokunst. Sie war Stipendiatin der Antorchas-Stiftung und 2006 erhielt sie den Petrobras-Kunstpreis für ein Videoprojekt, das sie später bei der Biennale Mercosur ausstellte (Porto Alegre, 2007). Sie erhielt das „Artist in Residence“-Stipendium für das Atlantic Center for the Arts in den USA und die Cité Internationale des Arts in Paris. Momentan erstellt sie ein audiovisuelles Dokumentationsprogramm im Teatro San Martín in Buenos Aires, der Stadt in der sie lebt und arbeitet.
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