Über das Projekt

DIE KUNST DER UNABHÄNGIGKEIT: DER ZEITGENÖSSISCHE PULSSCHLAG

Die Kunst der Unabhängigkeit: Der zeitgenössische Pulsschlag ist ein regionales Projekt des Goethe-Instituts, das Intellektuelle und Künstler aus Lateinamerika und aus Deutschland zum Dialog einlädt. Es thematisiert den Pulsschlag der Unabhängigkeit in den verschiedenen Ländern Lateinamerikas mit Mitteln der ästhetischen Produktion und der intellektuellen Reflexion – und soll somit die Gestaltung eines eminent politischen Themas aus einer kulturellen Perspektive heraus ermöglichen. Der Begriff „Unabhängigkeit“ will hier nicht nur als historisch fixierbares Datum der politischen Geschichte verstanden werden, sondern auch als eine immer wieder neu zu interpretierende und anzustrebende gesellschaftliche wie kulturelle Errungenschaft, die sich in verschiedenen Dimensionen äußern kann: die Frage der sozialen Beziehungen, der Rohstoffe, des Klimas, der Gender-Problematik, der Migration, der Arbeit, der Globalisierung.

Das multidisziplinäre Programm, das von den verschiedenen Goethe-Instituten Lateinamerikas gemeinsam organisiert und vom Auswärtigen Amt unterstützt wird, bedeutet eine Einladung Deutschlands zum Dialog mit Lateinamerika und einen Beitrag zu den Unabhängigkeitsfeiern. Der erste Schritt bestand in der Zusammenstellung eines grundlegenden Textkorpus zur politischen und gesellschaftlichen Geschichte Lateinamerikas, der den Künstlern und Intellektuellen zur Verfügung gestellt wurde und einen Ausgangspunkt zur Reflexion darstellen kann. In Folge bereisen die teilnehmenden Künstler und Autoren verschiedene Städte des Kontinents und tauschen sich mit lokalen Referenten aus. Während die Autoren ihre Gedanken zur Aktualität der Unabhängigkeit in Artikeln und Aufsätzen darlegen, verleihen die Künstler ihrer Erfahrung und ihren Begegnungen mittels speziell im Rahmen dieses Projekts geschaffener Kunstwerke Ausdruck. Der offene und kollektive Schaffensprozess kann im Detail auf der Homepage nachvollzogen werden.

Schließlich wird das Resultat dieses Arbeitsprozesses, der auf Dialog und Austausch zwischen den Künstlern und den Intellektuellen basiert, in der Wanderausstellung Menos Tiempo que Lugar (Weniger Zeit als Raum) festgehalten. Die Ausstellung geht von lokalen Erfahrungen aus und ermöglicht mit Hilfe eines Katalogs ein regionales Panorama. Sie wird im März 2010 im Palais de Glace in Buenos Aires eröffnet, nachdem 2009 bereits eine Auswahl der Arbeiten in Bolivien und Ecuador gezeigt wird. Im Laufe des Jahres 2010 wird die Ausstellung, begleitet von Workshops und Kolloquien, in verschiedenen Städten Lateinamerikas und in Deutschland zu sehen sein.