Das Wagnis der Erinnerung. Südosteuropa- gestern, heute, morgen

Der große europäische Gedanke einer die Vielfalt der kulturellen Identitäten bewahrenden, demokratischen Einheit in täglich erlebbarer friedvoller Nachbarschaft - ein Phantasiegespinst oder doch ein realisierbarer Traum?
Die Goethe-Institute Südosteuropas planen gemeinsam mit der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, »die horen« eine Edition literarischer Texte ausgewählter Autorinnen und Autoren der Region, die sich in verschiedensten literarischen Spielarten, Gattungen und Genres solchem Nachdenken über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Südosteuropas widmen und damit das „Wagnis der Erinnerung“ als eine Chance zur Festigung der Zukunft eingehen. Somit entsteht eine anthologische Bündelung von Stimmen aus den Ländern Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzogowina, aus dem Kosovo, aus Albanien und FYROM/Mazedonien sowie aus Bulgarien und Rumänien, Griechenland und der Türkei, die das Ziel hat, einen interkulturellen Dialog zu initiieren, um subjektive Erfahrungen und Perspektiven nachvollziehen und antizipieren zu können und Konflikte zwischen Nachbarstaaten, die weiterhin den Alltag, das Mit- und Gegeneinander prägen, verstehen zu lernen.
Der „horen“- Band soll 2010 auf deutsch erscheinen und auf verschiedenen Podien in Deutschland präsentiert und zur Diskussion gestellt werden. Zudem soll er in die jeweiligen Landessprachen übersetzt auf den Homepages der Goethe-Institute zur Verfügung stehen.
Zu den Autoren
Die bosnisch-herzegowinischen Beiträge kommen von Mile Stojić und Faruk Šehić, beides bosnische Autoren und Journalisten in Sarajevo.
Mile Stojić
Mile Stojić wurde am 21. Januar 1955 in Dragićina, Bosnien und Herzegowina geboren. Er ist ein bosnischer Dichter und Essayist. Er besuchte die Schule in Ljubuski und studierte Slavistik an der Universität Sarajevo. Er war als Dichter und Literaturkritiker Mitarbeiter bei mehreren Zeitschriften in Jugoslawien und Redakteur der Zeitung „Oslobođenje“. Von 1989 bis 1992 war er Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Odjek“ in Sarajevo. Sein Werk wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 1992 flüchtete er aus Bosnien und arbeitete 10 Jahre hindurch als Lehrbeauftragter für südslawische Literatur an der Universität Wien. Heute lebt er mit seiner Familie wieder in Sarajevo und kommentiert das Zeitgeschehen in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Er hat folgende Werke veröffentlicht:
Mile Stojić wurde am 21. Januar 1955 in Dragićina, Bosnien und Herzegowina geboren. Er ist ein bosnischer Dichter und Essayist. Er besuchte die Schule in Ljubuski und studierte Slavistik an der Universität Sarajevo. Er war als Dichter und Literaturkritiker Mitarbeiter bei mehreren Zeitschriften in Jugoslawien und Redakteur der Zeitung „Oslobođenje“. Von 1989 bis 1992 war er Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Odjek“ in Sarajevo. Sein Werk wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 1992 flüchtete er aus Bosnien und arbeitete 10 Jahre hindurch als Lehrbeauftragter für südslawische Literatur an der Universität Wien. Heute lebt er mit seiner Familie wieder in Sarajevo und kommentiert das Zeitgeschehen in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Er hat folgende Werke veröffentlicht:
- “Lijer, jezik prašine, pjesme“ (Svjetlost, Sarajevo 1971,1881)
- "Umjetnost tame", Gedichte (Veselin Masleša, Sarajevo 1987)
- "Zemna svjetlost", Gedichte, (Veselin Masleša, Sarajevo 1988)
- "Olovni jastuk", Gedichte, (Svjetlost, Sarajevo 1989)
- "Južnost", Gedichtauswahl, (Zadrugar, Sarajevo 1990)
- "Iza spuštenijeh trepavica," Anthologie des neueren kroatischen Dichtertums, (Svjetlost, Sarajevo 1991)
- "Glasovi sarajevske noći" , Essay (Veselin Masleša - cijela naklada izgorjela u tiskari u Mostaru, 1992)
- "Libreto za sviralu i strojnicu", Gedichte, (Hrvatska sveučilišna naklada, Zagreb 1994)
- Publikation bosnischer Kriegsliteratur in Wien in deutscher Übersetzung („In Schmerz mit Wut“, 1995)
- "Prognane elegije", Gedichte (Bosanska knjiga, Sarajevo,1996)
- "Jutro u Pompejima", Essay (Durieux, Zagreb,1998)
- „Fenster, Worte. Ein bosnisches Alphabet“, Essayband (Klagenfurt 2000)
Faruk Šehić
Faruk Šehić wurde am 14. April 1970 in Bosanska Krupa geboren. Er ist ein bosnischer Autor und Journalist. Die Schule hat er in Bosanska Krupa absolviert und hat daraufhin in Zagreb an der Tiermedizinischen Fakultät und in Sarajevo an der Philosophischen Fakultät studiert. Von 1992 - 1995 war er Teil der bosnisch-herzegowinischen Armee. Faruk Šehić lebt in Sarajevo. Er arbeitet als Journalist und Kolumnist beim sarajevoer Magazin Start BIH und als Leiter der Werkstatt für Kreatives Schreiben in der Poesie. Er hat folgende werke verfasst:
- "Pjesme u nastajanju", zbirka poezije (Omnibus, 2000)
- "Hit depo", zbirka pjesama (Buybook, 2003)
- "Pod pritiskom", zbirka proze (Zoro, 2004)
- "Transsarajevo", zbirka poezije (Durieux, 2006)
- "Hit depo, Pod pritiskom, Transsarajevo, Apokalipsa iz Recycle bina", reader (Durieux, 2007)
Sonstige Autorinnen und Autoren aus Südosteuropa
Albanien:
Ardian-Christian Kyçyku: Der Angelhaken, Erzählung, ins Deutsche von Dr. Ardian Klosi // Elsa Demo: Vitas teure Leber, Erzählung, ins Deutsche von Dr. Ardian Klosi //
Bosnien und Herzegowina:
Faruk Šehić: Blinde Flecken, Erzählung, ins Deutsche von Klaus Detlev Olof // Mile Stojić: Schnee, Gedicht, ins Deutsche von Klaus Detlev Olof //
Bulgarien:
Lea Cohen: Das Klavier von Block 31, Erzählung, ins Deutsche von Thomas Frahm // Valerij Petrov: Essay und mehrere Gedichte, ins Deutsche von Thomas Frahm //
Griechenland:
Nikos Themelis: Das Wagnis der Erinnerung, kritische Betrachtung, ins Deutsche von Birgit Hildebrand // Petros Markaris: Chalki: Das Gefühl der Leere und das Radfahren, Erzählung, ins Deutsche von Michaela Prinzinger //
Kroatien:
Tatjana Gromaca, mehrere Gedichte, ins Deutsche von Fabjan Hafner// Slobodan Snajder: Was bedeutet für sie - Slawonien, Essay, ins Deutsche von Klaus Detlev Olaf// Dalibor Simpraga: Das Tor Dalmatiens, Erzählung, ins Deutsche von Gerald Kurth//
Mazedonien:
Nikola Madzirov: Erinnerung an immerwährende Unsicherheit, Essay, ins Deutsche von Alexander Sitzmann// Jasna Koteska: Kommunistisches Gedächtnis, Essay, ins Deutsche von Alekander Sitzmann //
Montenegro:
Balsa Brković: Das tägliche zwanzigste Jahundart, Gedicht, ins Deutsche von Gudrun Krivokapić //
Rumänien:
Filip Florian: Das gelbe Heft, Erzählung, ins Deutsche von Georg Aescht//
Serbien:
Aleksandar Gatalica: Inspektor Voland, Essay, ins Deutsche von Gudrun Krivokapić //
Türkei:
Asli Erdogan: Sarajevo, Essay, ins Deutsche von Angelika Hoch und Angelika Gillitz-Acar // Murat Uyurkulak: Rot, Erzählung, ins Deutsche von Gerhard Meier //Müge Iplikci: Die Wespe, Erzählung, ins Deutsche von Monika Demirel // Cem Akas: In welcher Richtung? , Erzählung, ins Deutsche von Christoph K. Neumann //
Zypern:
Niki Marangou, Nicossienses; Prosa und ein Gedicht, ins Deutsche von Niki Eidenmeier und Parth Dombrou (Gedicht) // Panos Ioannides: Kypriani, ins Deutsche von Sigrid Willer // Gür Genc, Gedichte: Buradayim – Hier bin ich; Nicht das Gedicht, sondern das Wasser. Für die zypriotischen Dichter; Stvarakonno, 29 Jahre später; Küss den Tod; Nikosia; Gedichte, ins Deutsche von Dr. Monika Carbe //










