Saša Stanišić: Wie der Soldat das Grammofon repariert
Luchterhand Verlag, München, 2006ISBN 3-630-87242-5
Alles stimmt: der Stoff, die Tragik, die leichte und süffige Sprache, die umso leichter und süffiger werden kann, je bedrohlicher der Hintergrund anschwillt. Der Autor Saša Stanišić wurde 1978 im bosnischen Visegrad geboren und kam als Vierzehnjähriger 1992 nach Heidelberg. Der Held seines Romans ist genauso alt, wächst in Visegrad auf und befindet sich als Vierzehnjähriger in Essen, an der Ruhr. Die autobiografische Folie dieses auf deutsch geschriebenen Buches ist unverkennbar, und die Trennlinie zwischen konkreten Erfahrungen und fiktiver Verarbeitung bleibt dabei manchmal besonders kunstvoll offen. Schon in den ersten Sätzen wird klar, dass die Handlung unweigerlich auf den jugoslawischen Bürgerkrieg hinausläuft, und zwar auf den Krieg an besonders umkämpften Orten, an denen mit keiner einheitlichen Bevölkerungsstruktur. Aber alle konkreten Andeutungen sind zunächst ausgespart, und wir geraten in eine eigentümliche Erzählhaltung, die zu allem in Widerspruch zu stehen scheint, was da noch kommen wird.Text: Helmut Böttiger: „Als alles gut war“
Süddeutsche Zeitung, 27. September 2006.
Der Roman wird im Herbst in der bosnischen Übersetzung von Hana Stojić im Verlag Buybook in Sarajevo erscheinen.









