Wagnis der Erinnerung

Der große europäische Gedanke einer die Vielfalt der kulturellen Identitäten bewahrenden, demokratischen Einheit in täglich erlebbarer friedvoller Nachbarschaft - ein Phantasiegespinst oder doch ein realisierbarer Traum?

Für die Arbeit der Goethe-Institute in Südosteuropa ist Erinnerungskultur seit Jahren eines der zentralen Aktionsfelder im unablässigen Engagement dafür, dass europäische Integration beginnt mit der Überwindung ethisch-religiös-nationalistischer Spannungen und mit der Erörterung und Anerkennung strittiger Erinnerungen – die es ebenso zu achten gilt wie Vertragswerke, Währungsunion und offene Grenzen.

Das „Wagnis der Erinnerung“ soll als Chance zur Festigung der Zukunft eingehen. Somit entsteht eine anthologische Bündelung von Stimmen aus den Ländern Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzogowina, aus Albanien und Mazedonien sowie aus Bulgarien und Rumänien, Griechenland und der Türkei, die das Ziel hat, einen interkulturellen Dialog zu initiieren, um subjektive Erfahrungen und Perspektiven nachvollziehen und antizipieren zu können und Konflikte zwischen Nachbarstaaten, die weiterhin den Alltag, das Mit- und Gegeneinander prägen, verstehen zu lernen.
PIXELIO/Burkard Vogt

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