3. In Bangladesh

1. Unterwegs und Leben in Dhaka

In Bangladesch zu leben bedeutet auf jeden Fall eine Umstellung für jeden. Doch nach einiger Zeit gewöhnt man sich an den Trubel der Stadt. Das Leben in der Hauptstadt ist sehr extrem und typisch für seine Kontraste. Dhaka ist eine schnell wachsende Metropole, die sich in den letzten 10 Jahren sehr verändert hat. Während man sich damals noch zu Fuß oder mit dem Rad auf den Straßen bewegen konnte, sind die Verkehrsadern Dhakas zunehmend verstopft und künden vom bevorstehen Infarkt. Da es keinen öffentlichen Verkehr gibt, ausgenommen der Buslinien, ist jeder für sich selbst unterwegs. Die zahllosen Rickshaws, CNG´s, Autos und Busse drosseln die Geschwindigkeit auf Schritttempo.

Infolge dessen gibt es kein geordnetes Straßenleben. Kleinere Straßen lassen sich gut zu Fuß erkunden – Hauptverkehrswege besser per Rickshaw oder CNG. Um lautstarke Diskussionen hinterher zu vermeiden, sollten (Fahrt-)Preise generell vorher ausgehandelt werden. Grundsätzlich wird versucht, Ausländer doppelt zur Kasse zu bitten. Die Rickshaw-Fahrt kostet im Schnitt 10 Taka pro Kilometer. Bei CNG und Taxis darauf bestehen, dass der Zähler läuft – kennt man sich aus, vereinbart man einen „fixed price“.

Freizeit, Ausgehen oder einfach Einkaufen unterliegen in Dhaka eigenen Regeln. Es gibt bisher nur wenige Cafés, in denen man Zeit verbringen und kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen kann – ihre Zahl nimmt aber stetig zu. Typisch sind die tea-stals, kleinen Teestuben auf der Straße, die auf den ersten Blick vielleicht nicht immer einladend aussehen – doch es gibt einige qualitative Unterschiede, die man am besten selbst heraus findet. Will man seinen Bedarf an alltäglichen Produkten wie Wasser, Saft, Milch, Toast, Obst decken, findet man überall kleine Läden, ähnlich der deutschen Kioske. Auch Fotos entwickeln lassen oder Telefonkarten kaufen ist möglich. Oft etwas versteckt, vielleicht im 2. Stock, entdeckt man auch Restaurants, die ein Mittags-Buffet für ca. 140 Taka anbieten. Man muss einfach suchen und entdecken. Entlang der Hauptstraßen wie der Mirpur Road in Dhanmondi gibt es zahllose Shopping-Centren. „Agora“ zum Beispiel ist eine Art Supermarktkette mit westlichen Produkten. Im „Aarong“ gibt es massig Souvenirs, Textilien und Accessoirs etc. Absolut sehenswert ist auch der New Market, der mit seinen vielen kleinen Geschäften und dem bunten Treiben einen Hauch von altem orientalischen Flair verbreitet. Jedoch haben sich die Produkte dem Zeitgeist angepasst.

Ähnliche Atmosphäre und traditionelleres Leben findet man in Old Dhaka. Hier sind es kleine Gässchen, vereinzelte Häuser aus der Kolonialzeit und besondere Sehenswürdigkeiten, die die Vergangenheit mit dem heutigen Leben verknüpfen. Vom Hafen aus starten die meisten Schiffe entgegen der Deltamündungen oder anderer Ziele. Old Dhaka ist voll von Menschen, es werden Waren abgeladen, oder ein vollgestopftes Schiff setzt gerade zur Reise an. Bei einer kleinen Rundfahrt auf dem Buriganga lässt sich dieses Treiben auch vom Fluss aus genießen.

Sucht man aber das Leben mit westlichen Cafes, Geschäften und Restaurants, findet man dies eher in Gulshan. Dort und in den angrenzenden Vierteln wie Banani ergibt sich ein ganz anderes Bild. Hier kann man die Straßen entlang bummeln und entspannt die Gegend und Geschäfte erkunden. Man trifft auf Menschen der neureichen Mittelschicht, und die meisten Ausländer leben hier. Es gibt Fastfood-Restaurants, leckeres Eis im „Club Gelato“, die meisten Clubs wie der German Club befinden sich hier, und vor allem zahllose internationale Restaurants, vom Mexikaner bis hin zum Koreaner – manche sogar mit alkoholischen Getränken auf der Karte.

Aber es gilt ganz Dhaka zu entdecken. Alle Stadtteile haben einen eigenen Charakter und Charme. Gulshan ist das pulsierende und westlich orientierte Zentrum der Stadt. In Shamoly sind es die kleinen Seitenstraßen mit den zahllosen Schuhläden, Schneidern, Gemüsehändlern. In Dhanmondi sind viele Schulen, der Dhanmondi Lake bietet Erholung, und auch eine Künstlerszene hat sich hier etabliert. Sucht man einen Vergleich, wäre es das Kreuzberg von Dhaka.

 

2. Unterwegs und Leben auf dem Land

Das Land der Bengalen ist ein hauptsächlich landwirtschaftlich genutztes Land und berühmt dafür, dass es unglaublich grün ist (symbolisiert durch die grüne Farbe der bengalischen Flagge). Das Grün findet sich hier in den verschiedensten Nuancen, und die Tatsache, dass es drei Ernten im Jahr gibt (bei entsprechendem Regen), lässt auf die Fruchtbarkeit des Landes schließen. Wer in der Hauptstadt des Landes arbeitet, sollte unbedingt versuchen, das Land zu bereisen, da sich hier erst der eigentliche Charakter offenbart, der im krassen Gegensatz zu Dhaka steht.

Die ersten Reisen auf das Land macht man am besten in einer Gruppe und, besser noch, mit bengalischer Begleitung, die sich schneller in den örtlichen Begebenheiten zurechtfindet und weniger Sprachprobleme hat als unsereins. Wer den Subkontinent schon öfters bereist hat, kann natürlich auch seine ersten Reisen alleine machen – grundlegend bestehen keinerlei Probleme. Die Bengalen sind auch hier hilfsbereit und es kommt immer wieder in scheinbar komplizierten Situationen vor, dass eine Stimme von der Seite fragt, ob man Hilfe bräuchte. Probleme bereitet oft nur die Sprache bzw. die Schriftsprache.

Man sollte sich aber vor jeder Reise über deren Risiken wie Malaria informieren und entsprechend vorbeugen. Besonders der Osten in den Gebieten Sylhet, den Chittagong Hill Tracks und Cox’s Bazar ist als Malariagebiet ausgewiesen. Ansonsten sind alle westlich gelegenen Gebiete (Dhaka-, Kulna- und Rajshahi-Division) frei davon. Ein guter und aktueller Informationsstand ist dennoch wichtig, um anderen Ereignissen zu begegnen. Man sollte immer relativ gut über politische Aktivitäten oder Situationen Bescheid wissen. Besonders Grenzgebiete wie das zu Myanmar hin oder die Ostgrenze zu Indien sind bekannte Regionen, in denen die Sicherheit nicht immer gewährleistet ist (dort leben besonders ethnische Minderheiten, die selbst jedoch nicht für Probleme sorgen, sondern eher ihrerseits mit gesellschaftlicher Nichtachtung zu kämpfen haben).

Logistisch kommt man in Bangladesh in jeden Zipfel des Landes. Beliebte Verkehrsmittel sind Bus und Bahn. Das Schienennetz ist sehr gut ausgebaut (ein Überbleibsel der englischen Kolonialherrschaft). Die Züge fahren gemeinhin sehr langsam und man sollte genügend Zeit einplanen – einfach eine „romantische“ und bequeme Art zu reisen. Unterwegs gibt es viel zu sehen, und auch das Treiben in den Bahnhöfen sollte man zumindest mal erlebt haben (besonders das professionelle Auf- und Absteigen der „Billigreisenden“ auf den Zugdächern ist interessant). Busreisen können unter Umständen weniger bequem sein (ab einer Größe von 1,75m wird es eng). Will man zielstrebig von A nach B kommen, nimmt man sogenannte „Direct-buses“, die relativ schnell fahren und nicht ganz so überfüllt sind. Zwischen den großen Städten fahren auch klimatisierte Busse. „Local-buses“ haben dagegen viele Stops, brauchen viel Zeit, sind oft voll, heiß und einfach eng. Trotzdem sollte man auch das, bei entsprechend guter Anpassung, mal erlebt haben. Ebenfalls gute Verkehrsstraßen sind die zahlreichen Flüsse, die durch das ausgedehnte Delta viele Verbindungen bieten. Auch hier sollte man sich eine Reise mit dem Dampfschiff, egal ob bei Tag oder Nacht, nicht entgehen lassen.

Etwas vorsichtiger sollte man auf dem Land mit dem Essen sein, zumindest mit der Schärfe. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass es dort immer frisch und natürlich zubereitet ist, aber nicht jeder ist gleichermaßen daran gewöhnt. Wasser ist genau wie in Dhaka am besten aus versiegelten Flaschen zu genießen. Die Suche nach geeigneten Toiletten führt nicht immer zum gewohnten Ergebnis – auf gewisse Wagnisse sollte man sich da schon einlassen. Aber das Land in seiner Vielfältigkeit, seiner Natur und der Ursprünglichkeit entschädigt für alles. Die Menschen, denen man hier begegnet, zeigen manchmal Scheu oder ungetrübte Neugierde, rufen einem ungeniert hinterher oder wollen einfach nur Kontakt zu selten gesehenen Ausländern. Oftmals fühlt man sich durch ihre natürliche Unschuld verzaubert – besonders in ruhigen und entspannten Momenten. Dann zeigt sich meist die wahre Vorliebe der Bengalen – das Singen von der Liebe. Doch auch die Aufforderung, ein eigenes Lied zu singen, lässt meist nicht lange auf sich warten.

    Alumniportal Deutschland

    Eine Plattform für Menschen aus aller Welt, die eine Aus- oder Weiterbildung in Deutschland oder einen Sprachkurs absolviert haben.

    Ehegattennachzug

    Oft gestellte Fragen und eine Beispielprüfung zum Sprachnachweis für Ehepartner, die nach Deutschland zu ihrer Familie ziehen.

    Goethe-Institut

    Melden Sie sich beim Goethe-Institut Bangladesch an!

    Goethe-Institut Bangladesh mailing list

    Sie möchten immer aktuelle Informationen erhalten? Dann tragen Sie sich in unsere Mailingliste ein!