Angekommen? – Mobile Europäer berichten

Paris, Frankreich
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Barcelona, Spanien

Pierre-Augustin Dumez

Ich habe meine ganze Kindheit und Jugend in Paris verbracht, aber ich bin schon immer gerne gereist. Nie habe ich Probleme gehabt, mich anzupassen. Ich bin sehr offen für andere Kulturen, Gewohnheiten und Mentalitäten, auch weil ich schon von klein auf den Drang verspürt habe, andere Gegenden kennenzulernen. Als Jugendlicher ging ich für sechs Monate an eine Schule in Tasmanien, da war ich 16 Jahre alt. Es stimmt schon, dass das ein Alter ist, in dem die Freunde ziemlich wichtig sind, aber ich hatte nichts dagegen, andere, neue Freunde kennenzulernen und mich den Gegebenheiten anzupassen, dem Ort und natürlich der Sprache – was das Schwierigste war bei der Integration. Das war meine erste Erfahrung, die ich mit der geografischen Mobilität über einen relativ „langen“ Zeitraum gemacht habe.

In Barcelona studiere ich und lerne neue Handlungsmodelle kennen. Es stimmt schon, dass sich die europäischen Länder nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, aber dennoch habe ich festgestellt, dass auch geringfügige Differenzen ins Gewicht fallen.

Meine Hauptmotivation ist, von anderen Kulturen und Menschen zu lernen und vor allem immer offener zu werden und mich zu bilden, weil das Reisen – wie man es auch dreht und wendet – einen als Person bereichert. Die Unterschiede, die ich festgestellt habe, beziehen sich vor allem auf die Art und Weise, wie man etwas tut und darauf, dass, was in Frankreich ganz natürlich ist, in Spanien etwas veraltet erscheint oder umgekehrt. Auch der Lebensrhythmus ist anders, hier in Spanien ist er vielleicht etwas langsamer, während in Frankreich alles etwas schneller läuft, vor allem auf der Straße, wo man in Frankreich weniger den Weg genießt, sondern lieber ans Ziel kommen will, was ja auch normal ist, weil du ja nicht die Absicht hast, spazieren zu gehen. Aber in Barcelona scheint das auch ein Moment der Muße zu sein, keiner hastet den Bürgersteig entlang, oder nur sehr wenige im Vergleich zu Paris. Das ist ein Beispiel für den unterschiedlichen Lebensrhythmus der beiden Länder, aber ich habe auch Unterschiede in der Erziehung festgestellt, oder wie man seine freie Zeit verbringt und in der Art, wie man mit anderen Leuten in Kontakt kommt.

Ich würde jedem raten, zu reisen und die Erfahrung zu machen, sich an einem neuen Ort niederzulassen, allein schon weil es positiv ist, aus seinem Alltagsleben herauszukommen, auch wenn die Bilanz am Ende nicht so positiv ausfallen mag, wie wir es uns erwartet hatten. Es gibt auch eher verschlossene Menschen, die nicht so neugierig darauf sind, andere Orte kennenzulernen und noch weniger, sich dort niederzulassen. Aber nach und nach sollte man sich immer weiterentwickeln, jeder in seinem Tempo. Seit 2010 lebe ich nun in Barcelona. Ich habe gerade meine eigene Firma aufgemacht, meine beiden Partner sind Katalanen, und ich bin dabei, eine angenehme und sehr interessante Erfahrung zu machen, hier in meinem neuen Land.

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