7 Fragen an...

Claudia Abeling

Geboren 1965 in São Paulo - SP, Brasilien

1986 Verlagswesen / Escola de Comunicação e Artes - Universidade de São Paulo

claudia.abeling@terra.com.br


Stipendien und Auszeichnungen

20.-26. August 2012 Teilnehmerin an der Sommerakademie für Übersetzer deutschprachiger Literatur im Literarisches Colloquium Berlin.

July 2012 Teilnehmerin an der deusch-brasilianischer Übersetzerwerkstatt "Vice-Versa", in Paraty/Rio de Janeiro. In Zusammenarbeit mit: Goethe-Institut, Universidade Federal Fluminense, Deutscher Übersetzerfonds und Robert Bosch Stiftung.

1990 Stipendiatin der Bertelsmann Stiftung beim Campus Verlag, Frankfurt/Main


Wie sind Sie zum Übersetzen gekommen?
Die Übersetzung kam durch meine Tätigkeit als Verlagslektorin: es gab viele Bücher auf Deutsch, die ich übersetzt sehen wollte!

Nach welchen Kriterien suchen Sie das Werk aus, das Sie übersetzen?
Die übersetzten Bücher sollten den Dialog zwischen Brasilien und den deutschsprachigen Ländern fördern. In diesem Sinne, sowohl klassische Bücher als auch gegenwärtige Texte, die für uns relevant sind -- seien es literarische Werke oder nicht -- dürften in eine engere Wahl der "möchte-gern-Übersetzungstitel" kommen.

Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt zum Autor? Begründen Sie!
Der Kontakt zu einem Autor (oder einer Autorin) ist immer sehr spannend -- manchmal möglich, manchmal auch nicht. Mein beeindruckendster Kontakt mit einem Autor war virtuell... Wolfgang Herrndorf hat einen Blog, wo er seinen Kampf gegen einen Hirnkrebs schildert. Als ich an der Übersetzung von seinem "Tschick" arbeitete, habe ich da immer reingeschaut. Es war eine Art merkwürdiger Dialog - mit mir selbst und seinem Werk.

In welchem der von Ihnen übersetzten Texte haben Sie am deutlichsten eine kulturelle Distanz verspürt?
Das ist sehr schwierig zu definieren. Manchmal sind es gesellschafttich-kulturelle Fragen, die viel sagen ohne Wörter und manchmal sind es die Wörter selbst, die etwas über die gesellschaftlich-kulturelle Distanz sagen. Alle diese Fälle zeigen uns wie wir Brücken zwischen zwei Kulturen schlagen.

Welche sprachlichen Schwierigkeiten haben Sie beim Übersetzen schon einmal an den Rand der Verzweiflung gebracht?
Einige zusammengesetzte Wörter auf Deutsch sind wirklich zum Verzweifeln, wenn man sie wörtlich übersetzen will, was überhaupt nicht der korrekte Weg ist. Gedichte sind auch ein heikles Kapitel bei der Übersetzung, und die können auch sehr viel Grübeln mit sich bringen.

Deutsche/r Lieblingsautor/in oder Lieblingsbuch:
Unsere Vorlieben ändern sich mit unseren Lebensphasen und auch mit unseren Kentnissen (oder mangelden Kenntnissen) über Autoren und Bücher. Es ist unmöglich alles im Überblick zu haben und sagen: Das ist es! Zur Zeit bin ich ein großer Fan von Wolfgang Herrndorf.

Welches Werk würden Sie gerne übersetzen und warum?
Germán Kratochwils "Scherbengericht". Der Roman spielt in Patagonien: zwölf Personen aus drei Generationen treffen sich zu einem Gartenfest. Jeder trägt seinen Teil der gemeinsamen Geschichte und Emigration aus einem aus der Fugen geratenen Europa mit sich.

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Vom Deutschen ins brasilianische Portugiesisch übersetzte Werke:

Müller, Herta
A raposa já era o caçador / Herta Müller. São Paulo: Biblioteca Azul, 2014.- 240 S.
ISBN 978-85-250-5856-0
Originalsacht.: Der Fuchs war damals schon der Jäger


Mercier, Pascal
A partitura do adeus / Pascal
Mercier. Rio de Janeiro:
Record, 2013. 180 S.
ISBN 978-85-01-09872-6
Originalsacht.: Lea


Isermeyer, Jörg
A grande procura / Jörg Isermeyer. Mit Ill. von Katharina Busshof. São Paulo: Melhoramentos, 2013. 32 S.
ISBN 978-85--06-07036-9
Originalsacht.: Die grosse Suche


Herrndorf, Wolfgang
Areia / Wolfgang Herrndorf. São Paulo: Tordesilhas, 2013. 440 S.
ISBN 978-85-64406-59-9
Originalsacht.: Sand


Müller, Herta
Fera d'alma / Herta Müller. São Paulo: Globo, 2013. 248 S.
ISBN 978-85-250-5344-2
Originalsacht.: Herztier


Geiger, Arno
O exílio do velho rei / Arno Geiger. São Paulo: Argumento,
2012. 200 S.
ISBN 978-85-88763-25-8
Originalsacht.: Der alte König in seinem Exil


vollständige Bibliographie

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