7 Fragen an...

Carla Bessa

Geboren 1967 in Niterói - RJ, Brasilien

1990 Ausbildung zum Schauspieler an der UNIRIO und im Haus der Künste in Laranjeiras (CAL)

c.bessa@gmx.de


Stipendien und Auszeichnungen

Stipendium für die Übersetzung des Buches "Hier kommt Lola!" von Isabel Abedis im EÜK - Europäisches Übersetzer-Kollegium. Unterstützung: Robert Bosch-Stiftung


Wie sind Sie zum Übersetzen gekommen?
Nach meiner 17-jährigen Tätigkeit in Deutschland sowohl als Theaterregisseurin als auch als Schauspielerin mit deutschen Texten, begann ich Texte meiner Montagen für Aufführungen in Brasilien zu übersetzen. Das Theater ist nichts anderes als die Interpretation und die Analyse von texten und ist damit der Übersetzung ähnlicher als man denkt. Ich würde sogar behaupten, Theater bedeutet Übersetzung eines Textes in Bühnenbildern und Ideen.  

Nach welchen Kriterien suchen Sie das Werk aus, das Sie übersetzen?
Der Verlag fragt mich und ich sage zu. 

Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt zum Autor? Begründen Sie!
Ich wertschätze den Kontakt zu den Autoren sehr, vor allem weil es notwendig ist, Anpassungen vorzunehmen oder Zweifel aus dem Weg zu schaffen. Aber ich denke nicht, dass es Voraussetzung sein muss.

In welchem der von Ihnen übersetzten Texte haben Sie am deutlichsten eine kulturelle Distanz verspürt?
Bisher hatte ich dieses Problem noch nicht, da die Kulturen sich meiner Meinung nach nicht derart voneinander distanzieren, zu mindest nicht in der zeitgenössischen Literatur, die ich übersetze. Diese ist nämlich eine besonders urbane Literatur und große Metropolen unterscheiden sich in ihrer Kulturen weniger als man denkt.

Welche sprachlichen Schwierigkeiten haben Sie beim Übersetzen schon einmal an den Rand der Verzweiflung gebracht?
Einige langgestreckte Satzgefüge auf Deutsch sind wirklich zum Verzweifeln, wenn man sie wörtlich übersetzen will, was überhaupt nicht der korrekte Weg ist. Gedichte sind auch ein heikles Kapitel bei der Übersetzung, und die können auch sehr viel Grübeln mit sich bringen.

Deutsche/r Lieblingsautor/in oder Lieblingsbuch:
Heiner Müller. 

Welches Werk würden Sie gerne übersetzen und warum?
Etwas von Reinhard Jirgl, das eigentlich als unübersetzbar gilt, da seine Literatur voller Neologismen und Doppeldeutigkeiten ist und die Struktur hölzern und rissig ist. Selbst die Orthographie ist überarbeitet. Ich würde gern in ein paar Jahren eine Neudichtung von irgendeines seiner Werke machen.  

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Vom Deutschen ins brasilianische Portugiesisch übersetzte Werke:

Bachmann, Ingeborg
Malina / Ingeborg Bachmann. São Paulo: Estação Liberdade, 2016. [voraussichtlich wird es im Jahr 2016 erschienen] 
Originalsacht.: Malina


Frisch, Max
Gantenbein / Max Frisch. São Paulo: Estação Liberdade, 2015. [voraussichtlich wird es im 2. Semester 2015 erschienen]
Originalsacht.: Mein Name sei Gantenbein


Gier, Kerstin
Silber : o primeiro livro dos sonhos / Kerstin Gier. São Paulo: WMF Martins Fontes, 2015. [voraussichtlich wird es im 2. Semester 2015 erschienen]
Originalsacht.: Silber : das erste Buch der Träume 


Abedi, Isabel
Lá vem Lola! / Isabel Abedi. São Paulo: WMF Martins Fontes. [im Druck sein]
Originalsacht.: Hier kommt Lola! 


Wolf, Christa
Medeia / Christa Wolf. São Paulo: Estação Liberdade. [im Druck sein]
Originalsacht.: Medea: Stimmen

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