Daniel Martineschen

Geboren 1981 in Curitiba - PR

1999-2004 Computerwissenschaft, Universidade Federal do Paraná, Curitiba.

2004-2006, Magister in Informatik, Universidade Federal do Paraná, Curitiba.

(aktuell) Doktorarbeit in Literatur- und Übersetzungswissenschaft (Übersetzung von Goethes West-östlichen Divan), 2012-2016, Universidade Federal do Paraná, Curitiba.

martineschen@gmail.com


Stipendien und Auszeichnungen

2003 Deutschlandkundlicher Winterkurs em Freiburg im Breisgau, DAAD-Stipendium.


Wie sind Sie zum Übersetzen gekommen?
Seitdem ich mit Informatik arbeitete, war ich immer mit Übersetzung beschäftigt, wie bei der Übersetzung bzw. Erstellung von Gebrauchsanweisungen, Web-Seiten und Software in mehreren Sprachen. 2009 habe ich beschlossen, mich nur mit Übersetzung zu arbeiten, und seit dem arbeite ich mit Übersetzung sowohl von Literatur, von technischen und akademischen Texte als auch von offiziellen Dokumenten seit 2012 als vereidigter Übersetzer.

Nach welchen Kriterien suchen Sie das Werk aus, das Sie übersetzen?
Wenn der Text mich so berührt, dass ich ihn nicht ganz verstehen oder gar nicht vergessen kann: dann will ich ihn übersetzen. Ich habe auch etwas von der “romantischen Übersetzungslust”, weil ich alles, was noch nicht übersetzt wurde, übersetzen möchte.

Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt zum Autor? Begründen Sie!
Der Kontakt mit dem Autor ist immer sehr wichtig, weil so kann der Übersetzer viele Fragen klären und etwas vom schöpferischen Prozess des Autors verstehen. Heutzutage mit Internet und Emails ist es viel einfacher, Kontakt mit den Autoren zu schliessen (ausser einigen wie Raduan Nassar...) als früher.

In welchem der von Ihnen übersetzten Texte haben Sie am deutlichsten eine kulturelle Distanz verspürt?
Bisher in keinem Text.

Welche sprachlichen Schwierigkeiten haben Sie beim Übersetzen schon einmal an den Rand der Verzweiflung gebracht?
Metrische Beschränkungen bei Poesieübersetzung. Das kann einem den Schlaf entnehmen, aber – wie João Cabral sagen würde – ich bleibe lieber wach. Und mit ein paar metrischen Beschränkungen kann der Übersetzer etwas vom Leid des schöpferischen Prozesses spüren.

Deutsche/r Lieblingsautor/in oder Lieblingsbuch:
Der Sonntag an dem ich Weltmeister wurde, Friedrich Christian Delius.

Welches Werk würden Sie gerne übersetzen und warum?
Der Sonntag an dem ich Weltmeister wurde, Friedrich Christian Delius, weil er zeigt, dass nicht nur Brasilianer Fussballverrückte sind. Und auch weil er noch nicht übersetzt wurde (siehe “Übersetzungslust” oben). Ich habe auch eine spezielle Neigung zu den Kindertodtenlieder von Friedrich Rückert, vom Mahler vertont. Wenn man ein Kind hat, versteht man besser das Leid eines Vaters, der zwei Kinder dem Scharlach verloren hat. Und last but not least, Hammans Aesthetica in Nuce, ein Klassiker der Gegenaufklärung.

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Vom Deutschen ins brasilianische Portugiesisch übersetzte Werke:

Seghers, Anna
Travessia: uma história de amor / Anna Seghers. Curitiba: Editora da
UFPR, 2013. 160 S.
Originalsacht.: Überfahrt: eine Liebesgeschichte


Richebächer, Sabine
Sabina Spielrein: de Jung a Freud / Sabine Richebächer. Rio de Janeiro:
Civilização Brasileira, 2012, 434S.
ISBN 978-85-200-1111-9
Originalsacht.: Sabina Spielrein: Eine fast grausame Liebe zur Wissenschaft.


Rüsen, Jörn
Aprendizagem histórica: fundamentos e paradigmas / Jörn Rüsen. Übersetzung von Peter Horft Rautmann, Caio Heleno da Costa Pereira, Daniel Martineschen e Sibele Paulino. Curitiba: WA Editores, 2012.
232 S.
ISBN 978-85-659-2100-8
Originalsacht.: Historisches Lernen: Grundlagen und Paradigmen.


Assmann, Aleida
Espaços da recordação / Aleida Assmann. Übers. organisiert von: Paulo Soethe. Campinas: Editora da Unicamp, 2011, 453 S.
Teilnahme am Übersetzungsteam
ISBN 978-85-268-0959-8
Originalsacht.: Erinnerungsräume: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses.


Goethe, Johann Wolfgang von
Uma palavra aos jovens poetas
Originalsacht.: Ein Wort an junge Dichter
In: Boca do Inferno: Jornal do Centro Acadêmico de Letras da UFPR, Curitiba, Nr. 26, S. 16, 2011.

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